Mindestens 23 Tote und 17 Vermisste nach Fährunglück in Indonesien


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Rettungskräfte suchen im ausgebrannten Wrack nach weiteren Opfern.

KEYSTONE/AP/RHANA ANANDA

(sda-ats)

Bei einem Fährunglück in Indonesien sind am Sonntag mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte, geriet das Schiff mit mehr als 200 Menschen an Bord vor der Küste der Hauptstadt Jakarta in Brand.

194 Menschen wurden den Angaben zufolge nach dem Unglück gerettet, 17 Menschen wurden verletzt. Die Rettungskräfte suchten aber noch nach 17 Vermissten.

Das Schiff war auf dem Weg von Jakarta zur 50 Kilometer entfernten Ausflugsinsel Tidung, als es aus zunächst ungeklärter Ursache in Brand geriet. Das Feuer brach kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen im Maschinenraum des Schiffes aus, nachdem es dort zu einer Explosion gekommen war.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums könnte die Explosion von einem Kurzschluss ausgelöst worden sein. Die Fähre "Zahro Express" wurde schnell von Feuer und Rauch erfasst. Viele Passagiere sprangen ins Wasser, um den Flammen zu entkommen.

Um Rettungswesten geprügelt

Eine Passagierin sagte dem Fernsehsender Metro TV, sie habe eine Viertelstunde nach dem Ablegen Geräusche aus dem Heck des Schiffes gehört. "Dann habe ich Rauch gesehen, da war mehr und mehr, das Boot war überfüllt und die Leute haben sich um die Rettungswesten geprügelt."

Eine andere Überlebende berichtete, ein anderer Passagier habe ihrem Sohn die Rettungsweste weggenommen. Als ihr Sohn dann ohne Weste ins Wasser gesprungen sei, sei sie "in Panik geraten".

Viele Überlebende wurden von vorbeifahrenden Fischern aus dem Wasser gezogen, andere wurden von Rettungsbooten gerettet. Boote der Feuerwehr löschten schliesslich das Feuer. Das ausgebrannte Schiff wurde in Jakartas Hafen Muara Angke zurückgebracht, wo Rettungskräfte das Wrack durchsuchten.

Bei den Passagieren handelte es sich vermutlich ausschliesslich um Indonesier. Tidung gehört zur Inselgruppe der Tausend Inseln vor der Küste Jakartas und ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner der Zehn-Millionen-Stadt.

Unklar wieviele Passagiere

Wie viele Menschen genau an Bord waren, war zunächst unklar. Laut der Passagierliste seien rund hundert Menschen an Bord gewesen, sagte der Behördensprecher Sutopo Purwo Nugroho. Das sei aber "offensichtlich falsch". Die Suchaktion werde daher fortgesetzt.

Indonesien ist mit seinen mehr als 17'000 Inseln stark auf den Bootsverkehr angewiesen. Allerdings kommt es wegen niedriger Sicherheitsstandards immer wieder zu Unglücken.

Im vergangenen September waren bei einer Explosion auf einem Ausflugsschiff vor der indonesischen Insel Bali zwei ausländische Touristinnen getötet worden. 18 weitere Touristen wurden beim Unglück kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen des Fischerorts Padang Bai verletzt.

Im November kamen mindestens 54 Menschen ums Leben, als ein Schnellboot mit 98 Passagieren und drei Besatzungsmitgliedern an Bord auf ein Riff auffuhr und sank. Das völlig überfüllte Boot sollte Arbeiter von Malaysia nach Batam, einer indonesischen Insel südlich von Singapur, bringen.

SDA-ATS

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