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Rettungsteams im Einsatz bei den völlig zerstörten Eisenbahnwaggons in Süditalien - mindestens 20 Menschen starben bei dem Unglück.

KEYSTONE/EPA ANSA/LUCA TURI

(sda-ats)

Mindestens 25 Menschen sind bei einem frontalen Zusammenstoss zweier Züge in Süditalien ums Leben gekommen. Rund 30 Menschen wurden zudem verletzt, fünf von ihnen lebensgefährlich, wie italienische Medien am Dienstagabend die Gesundheitsbehörde in Bari zitierten.

Unter den Opfern war auch ein Kleinkind, das lebend aus den Trümmern geborgen wurde. Informationen über Schweizer Opfer liegen bisher nicht vor, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten mitteilte. Abklärungen dazu sind im Gang.

Die Regionalzüge mit jeweils vier Waggons waren am Vormittag nördlich der süditalienischen Stadt Bari auf einer eingleisigen Strecke zwischen Corato und Andria zusammengestossen. Auf Bildern war zu sehen, wie die beiden Züge auf offener Strecke vollkommen verkeilt und einige Waggons total zerstört sind.

In den Trümmern eingeklemmt

"Es gibt viele Tote", sagte der Chef der Einsatzkräfte, Riccardo Zingaro. Medien berichteten, dass zahlreiche Menschen lange in den Trümmern gefangen waren. Der Unfallort zwischen Bäumen und am Rande eines Ackers sei nicht leicht zu erreichen.

Einer der Lokführer sei ums Leben gekommen, das Schicksal des anderen sei ungewiss, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA.

Dutzende Rettungsfahrzeuge, Krankenwagen, Polizisten und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Bevölkerung wurde zum Blutspenden aufgerufen, Ärzte und Krankenschwestern, die frei hatten, wurden zu Hilfe gerufen.

Unbestätigten Berichten zufolge waren viele Studenten und Pendler in dem Regionalzug, der von dem privaten Unternehmen Ferrotramviaria betrieben wird.

Dessen Generaldirektor sagte, die Züge seien mit etwa 100 Stundenkilometern unterwegs gewesen. "Einer der beiden Züge war zu viel, welcher, muss eine Untersuchung klären", sagte Massimo Nitti.

Unfallursache noch unklar

Was zu dem Unglück geführt hatte, musste noch ermittelt werden. Menschliches Versagen wurde nicht ausgeschlossen. Von Seiten des privaten Betreibers der Zugstrecke, Ferrotramviaria, verlautete laut der Nachrichtenagentur Agi, es gebe noch keine Erklärung für den Unfall. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt.

Die Umweltorganisation Legambiente kritisierte, dass es auf der veralteten Strecke kein automatisches Zugbremssystem gebe und wenig in die Bahnstrecken des Südens investiert werde.

"Es ist ein Desaster, als wenn ein Flugzeug abgestürzt wäre", schrieb der Bürgermeister der nahegelegenen kleinen Ortschaft Corato, Massimo Mazzilli, im Online-Netzwerk Facebook.

Italiens Verkehrsminister Graziano Delrio begab sich an den Unglücksort und kündigte eine Untersuchung an. In den Abendstunden besuchte zudem der italienische Premier Matteo Renzi die Unglücksstelle. Er verlangte eine schnelle Aufklärung .

Renzi sprach mit den Rettungsmannschaften und kondolierte den Familien der Toten. Er versprach seinen vollen Einsatz zur Klärung der Ursachen der Tragödie.

sda-ats

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