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Roger Federer beendet die Saison vorzeitig und verpasst damit auch die Olympischen Spiele in Rio.

Der 34-jährige Baselbieter erklärte auf seiner Facebook-Seite, er müsse sein Anfang Jahr operiertes Knie und seinen Körper im Allgemeinen schonen. Dies hätten ihm die Ärzte geraten, um noch einige Jahre verletzungsfrei auf höchstem Niveau Tennis zu spielen. Ab dem 5. August hätte Federer seine fünften Olympischen Spiele bestreiten sollen.

Der Entscheid sei ihm sehr schwer gefallen, meinte der 17-fache Grand-Slam-Sieger. In Rio hätte Federer im Einzel, im Doppel (mit Stan Wawrinka) und im Mixed (mit Martina Hingis) antreten sollen. Nun endete das Seuchenjahr 2016 für den Doppel-Olympiasieger von 2008 also vorzeitig. Erstmals seit 2000 bleibt Federer in diesem Jahr ohne ATP-Titel. Er wird neben Rio unter anderem auch das US Open, die Swiss Indoors in seiner Heimat Basel und die ATP-Finals verpassen.

2016 war geprägt von vielen Rückschlägen. Kurz nach dem Australian Open musste sich Federer am Meniskus operieren lassen, in März verhinderte eine Virusinfektion sein Comeback in Miami, Anfang Mai in Madrid machte ihm der Rücken zu schaffen, was zum Forfait beim French Open führte. Auf Rasen stiess er in Stuttgart, Halle und Wimbledon jeweils in die Halbfinals vor. In Wimbledon unterlag er im fünften Satz Milos Raonic mit 3:6, nachdem er bei einem Sturz sein Anfang Jahr operiertes Knie lädiert hatte.

Für Federer ist das Jahr 2016, das so viele Herausforderungen zu bieten hatte, eine grosse Enttäuschung. Für einmal liess ihn sein Körper im Stich. Er konnte nur sieben Turniere und 28 Matches bestreiten. Mit dem French Open verpasste er zum ersten Mal nach 65 Teilnahmen ein Grand-Slam-Turnier.

An seiner Motivation, weiterhin auf der ATP-Tour zu spielen, ändert die mühevolle Saison und ihr abruptes Ende nichts: "Die Rückschläge haben mir bewusst gemacht, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass ich in meiner Karriere so selten verletzt gewesen bin." Seine Liebe zum Tennis sei intakt. Er plane, alle seiner Energie aufzuwenden, um 2017 stark und gesund auf die Tour zurückzukehren.

Die Schweizer Tennis-Delegation für Rio umfasst nun nur noch fünf Spieler: Stan Wawrinka, Belinda Bencic, Timea Bacsinszky, Martina Hingis und Viktorija Golubic. Vor allem aber hat das Schweizer Olympia-Team seinen grossen Star verloren. Ralph Stöckli, der Chef de Mission von Swiss Olympic, drückte sein Bedauern aus, meinte aber auch: "Nichts ist wichtiger als die Gesundheit eines Athleten."

sda-ats

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