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Fordert Neuauszählungen nach der Wahl in Gabun: Oppositionsführer Jean Ping (Archivbild)

KEYSTONE/AP/Christophe Ena

(sda-ats)

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Gabun hat der unterlegene Oppositionsführer Jean Ping den Sieg für sich beansprucht. "Die ganze Welt weiss, wer der Präsident der Republik ist: Das bin ich", erklärte Ping am Freitagabend.

Bei einer Pressekonferenz, die er in seinem Haus abhielt, forderte er erneut eine komplette Neuauszählung der Stimmen, "Wahllokal für Wahllokal". So verlange es auch die internationale Gemeinschaft.

Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis erreichte Staatschef Ali Bongo bei der Wahl vom vergangenen Samstag 49,80 Prozent der Stimmen. Der Oppositionskandidat Ping, ehemaliger Kommissionspräsident der Afrikanischen Union (AU), kam auf 48,23 Prozent.

Bongos Vorsprung lag demnach bei nur 5594 Stimmen. Eine Neuauszählung lehnt die Regierung ab. Nach der Verkündung des Ergebnisses kam es zu schweren Unruhen, insgesamt wurden nach der Wahl fünf Menschen getötet.

Oppositionelle freigelassen

Unterdessen wurden am Freitag rund 20 Vertreter der Opposition und der Zivilgesellschaft wieder freigelassen, die nach der umstrittenen Wahl von Sicherheitskräften festgehalten worden waren. Ein Regierungssprecher, der sich in Paris aufhielt, sagte am Abend, die Festgesetzten könnten "nach Hause gehen". Ein UNO-Vertreter vor Ort habe die Gruppe auf Anordnung von Staatschef Ali Bongo aufgesucht und ihnen dies mitgeteilt, sagte er.

Einer der Festgesetzten bestätigte auf Anfrage, dass die Gruppe freigelassen wurde. "Wir werden gehen", sagte er telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Seit Donnerstag waren in der Parteizentrale von Oppositionsführer Ping 27 Menschen von Sicherheitskräften festgehalten worden. Unter ihnen waren auch ein ehemaliger Vizepräsident und zwei Ex-Minister.

sda-ats

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