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Papst Franziskus, der heute in Rom mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet worden ist, hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zu einer privaten Audienz empfangen.

Keystone/AP/Alberto Pizzoli

(sda-ats)

Für seine Verdienste um Europa ist der Papst am Freitag im Vatikan mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet worden. Franziskus werde für sein herausragendes Engagement "für Frieden, Verständigung und Barmherzigkeit" geehrt.

An der Zeremonie im Apostolischen Palast nahmen auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, der spanische König Felipe VI., sowie die EU-Spitze und frühere Preisträger teil. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dankte Papst Franziskus in seiner Rede dafür, dass dieser als Mahner Europa ins Gewissen rede. Immer wieder rufe er die ursprünglichen Werte Europas ins Gedächtnis.

Papst Franziskus rief die EU auf, sich an seine Gründerväter und deren Ideale zu erinnern. "Sie hatten die Kühnheit, nicht nur von der Idee Europa zu träumen, sondern wagten, die Modelle, die bloss Gewalt und Zerstörung hervorbrachten, radikal zu verändern", sagte das Kirchenoberhaupt nach der Verleihung.

"Die Pläne der Gründerväter, jener Herolde des Friedens und Propheten der Zukunft, sind nicht überholt: Heute mehr denn je regen sie an, Brücken zu bauen und Mauern einzureissen", betonte Franziskus.

EU-Ratspräsident Donald Tusk würdigte den Papst für dessen neue Vision der Kirche. "Eine Kirche - um es mit Ihren Worten auszudrücken - als Feldlazarett und nicht als Zollhaus", sagte Tusk.

Botschaft der Hoffnung

Das Karlspreis-Direktorium hatte im Dezember bekanntgegeben, dass der Pontifex die renommierte Auszeichnung erhält. Franziskus sende eine Botschaft der Hoffnung aus und gebe den Europäern Orientierung, hiess es damals zur Begründung.

Der Karlspreis wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den ersten Preisträgern zählten der britische Premierminister Winston Churchill und der langjährige Bundeskanzler Konrad Adenauer.

In den folgenden Jahrzehnten wurden unter anderem Spaniens König Juan Carlos und der frühere US-Aussenminister Henry Kissinger und der britische Premierminister Tony Blair geehrt. Im Jahr 2000 nahm US-Präsident Bill Clinton den Preis entgegen, 2008 ging er an Bundeskanzlerin Merkel und 2015 an EU-Parlamentspräsident Schulz.

Eigentlich wird der Preis stets im Aachener Rathaus verliehen. Nun fand die Zeremonie zum zweiten Mal im Vatikan statt: 2004 hatte Papst Johannes Paul II. dort einen "ausserordentlichen Karlspreis" entgegengenommen. Franziskus ist der 58. Karlspreisträger.

sda-ats

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