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Rico Peters Viererbob-Crew träumte von einer Medaille. Nach vier Läufen belegen die Schweizer aber nur den 15. Schlussrang.

Platz 13, wie er ihn nach drei von vier Durchgängen belegt hatte, hätte perfekt zu Rico Peters WM-Wochen gepasst. Im letzten Lauf verlor der eigentliche Medaillenkandidat und Vorjahres-Dritte aber nochmals zwei Plätze. "Es passte, dass sich auch noch Simon Friedli verletzte", lautete Peters Kommentar. Er hatte bereits von Anfang an auf Stammanschieber Thomas Amrhein verzichten müssen, im abschliessenden Durchgang hatte er dann mit Alex Baumann nur noch eine seiner üblichen Kräfte auf dem Schlitten.

Mit den äusserst mässigen Startzeiten war ein Spitzenresultat illusorisch, doch auch in der Bahn passte beim 33-jährigen Aargauer wenig zusammen. Der Traum von einer zweiten WM-Medaille war so bereits am Samstagnachmittag ausgeträumt. "Es hat nichts zusammengepasst", stellte Peter fest, der im Weltcup ein Rennen vor Schluss an 2. Stelle der Vierer-Gesamtwertung steht. "Abhaken und nach vorne blicken", lautet nun sein Motto.

Er reist am Dienstag nach Südkorea ab, wo in Pyeongchang erst die internationale Trainingswoche und anschliessend der letzte Wettkampf der Saison ansteht. "Ich muss jetzt einfach schauen, wer noch fit ist dafür."

Auch Clemens Bracher, der seinen stärksten Anschieber Michael Kuonen an Peter abtreten musste, erreichte sein Ziel nicht. Als 22. verpasste er die Qualifikation für den letzten Durchgang um 18 Hundertstel. "Es ist nicht ganz, was wir uns erhofft hatten", bilanzierte der WM-Debütant. "Ich habe hier Lehrgeld bezahlt." Die Enttäuschung über den Verlust von Kuonen konnte der 30-jährige Emmentaler in der Bahn nicht ganz ausblenden. Er wird wie geplant nicht nach Südkorea reisen, sondern in Lake Placid und Whistler trainieren, um in der nächsten Saison für den Weltcup-Auftakt in Nordamerika gerüstet zu sein. Auf diesen Bahnen ist der Newcomer der Saison aus Schweizer Sicht nämlich noch nie gefahren, in Pyeongchang steht im Oktober eine weitere Trainings-Gelegenheit an. Insgesamt habe er unter der Ägide des neuen Schweizer Nachwuchstrainers Christoph Langen aber einen grossen Schritt nach vorne gemacht, stellte Bracher fest.

Erstmals zwei zeitgleiche Weltmeister

Das Finale entwickelte sich zu einem der verrücktesten Bobrennen der Geschichte. Die deutschen Eiskünstler feierten auf der heimischen Bahn in Oberbayern den ersten Dreifach-Erfolg eines Landes. Am schnellsten waren Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich und Johannes Lochner aus dem benachbarten Berchtesgaden, die für die vier Fahrten im 1244 m langen Eiskanal genau gleich lang brauchten. Diesen idealen Ausgang aus deutscher Sicht machte Nico Walther als Dritter perfekt.

Titelverteidiger Oskars Melbardis aus Lettland vergab die Chance auf eine Medaille im dritten, der amerikanische Oldie Steven Holcomb im vierten Durchgang. Friedrich wurde nach vier Titeln mit dem kleinen erstmals Weltmeister mit dem grossen Schlitten und holte als erster Fahrer seit Holcomb 2012 in Lake Placid das Double.

Erst einmal hatten sich zwei Bobs eine Goldmedaille geteilt. An den Olympischen Spielen 1998 in Nagano gewannen der Kanadier Pierre Lueders und der Italiener Günther Huber im Zweier zeitgleich.

SDA-ATS