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Polizist mit Spürhund am Freitag in Kiel nahe einer vom Erpresser bedrohten Schule.

Keystone/EPA/CHRISTIAN CHARISIUS

(sda-ats)

Mit vergifteten Marzipanherzen und Drohungen hat ein Mann in Deutschland knapp eine Woche lang vier Schulen in Angst und Schrecken versetzt, um drei Millionen Euro von der Handelskette Coop zu erpressen. Am Montag nahm ihn die Polizei fest.

Ein Spezialeinsatzkommando der nahm den mutmasslichen Marzipan-Erpresser von Kiel in seiner Wohnung fest. Dabei handle es sich um einen 38-Jährigen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts.

Der Erpresser hatte am vergangenen Dienstag eine Schachtel vergiftete Marzipanherzen an einer Schule ausgelegt, am Freitag drei weitere Schulen in E-Mails bedroht und von der Handelskette Coop drei Millionen Euro in der digitalen Währung Bitcoin gefordert.

Niemand kam zu Schaden. Die Polizei warnte am Montag aber weiterhin davor, gefundene Lebensmittel zu essen. Die Ermittlungen liefen noch. Möglicherweise seien nicht alle vergifteten Dinge gefunden worden.

Der mutmassliche Erpresser sei ein Einzeltäter gewesen. Es gebe keine Anzeichen, dass weitere Täter beteiligt seien, sagte der Polizeisprecher. Über die Motive verlautete noch nichts.

Mit einem Wirkstoff versetzt

Tagelang hatte in Kiel bei Schülern und Eltern Verunsicherung geherrscht. Die am vergangenen Dienstag an der Kieler Reventlou-Schule gefundenen Marzipanherzen waren mit einem Wirkstoff versetzt, der gesundheitliche Beschwerden auslösen kann; schwere Folgen oder gar Lebensgefahr schlossen Experten aber aus.

Am Freitag sperrte die Polizei nach erneuten Drohungen drei Schulen in Kiel. In einer stundenlangen Durchsuchung fanden Spürhunde und Munitionsexperten laut Ermittlern aber nichts Gefährliches.

Coop bestätigte am Montag, dass der Erpresser drei Millionen Euro gefordert hatte. Nach der Festnahme konnte der Unterricht an den Kieler Schulen am Montag wie geplant stattfinden.

sda-ats

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