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Der Mann, der 1981 auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan (im Bild) geschossen hat, darf bald die Psychiatrie verlassen. (Archiv)

KEYSTONE/AP/J. SCOTT APPLEWHITE

(sda-ats)

Nach mehr als 30 Jahren in der Psychiatrie wird in den USA der Mann entlassen, der versucht hat, den damaligen Präsidenten Ronald Reagan zu töten. John Hinckley bedeute keine Gefahr mehr für sich selbst oder andere, entschied am Mittwoch der zuständige Richter.

Hinckley hatte Reagan am 30. März 1981 vor einem Hotel in Washington niedergeschossen. Der Präsident, sein Sprecher James Brady und zwei Sicherheitsbeamte erlitten bei dem Anschlag schwere Verletzungen.

Als Motiv für seine Tat gab Hinckley an, er habe die Aufmerksamkeit der Schauspielerin Jodie Foster erregen wollen. Im Prozess erklärte ein Schwurgericht den Attentäter im Juni 1982 für unzurechnungsfähig und wies ihn in die Psychiatrie ein.

Hinckley ist seit mehr als 30 Jahren in einer psychiatrischen Klinik in Washington untergebracht. Bereits im vergangenen Jahr erhielt er die Erlaubnis, 17 Tage im Monat seine Mutter im 240 Kilometer entfernten Williamsburg zu besuchen. Die 90-Jährige lebt in einer sogenannten "gated community" - einer geschützten Wohnanlage, zu der nicht jeder Zutritt hat.

Viele Auflagen

Bei seiner Mutter muss Hinckley nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie, die laut Gerichtsbeschluss "nicht vor dem 5. August 2016" erfolgen soll, mindestens ein Jahr permanent leben. Danach soll ein medizinisches Gutachten klären, ob er sich auch eine andere Bleibe suchen darf.

Dies ist eine der vielen Auflagen, die der Richter in seiner 14-seitigen Entscheidung macht. Unter anderem muss Hinckley jedes Verlassen der Wohnanlage seiner Mutter vorher anmelden und regelmässig Ärzte aufsuchen. Jeder Kontaktversuch zu Jodie Foster und ihren Angehörigen oder der Familie von Reagan ist verboten.

Die Entscheidung des Richters wurde von der Ronald-Reagan-Stiftung kritisiert. "Wir glauben, dass John Hinckley noch immer eine Gefahr für andere darstellt und widersprechen entschieden seiner Freilassung", hiess es in einer kurzen Erklärung.

sda-ats

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