Alle News in Kürze

Der Bündner Energieversorger holt sich neue Ankeraktionäre und frisches Kapital, weil er auf das Angebot von Dienstleistungen setzten und nicht mehr nur Stromhändler sein will. (Archivbild)

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

(sda-ats)

Der Bündner Stromkonzern Repower holt für seinen Umbau neue Investoren an Bord. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und der Anlagefonds UBS-CEIS investieren zusammen 150 Millionen Franken.

Die EKZ beteiligen sich mit 90 Millionen Franken, UBS Clean Eneergy Infrastructure Switzerland (UBS-CEIS) mit 60 Millionen Franken, wie Repower am Montag bekanntgab. Die beiden Hauptaktionäre, der Kanton Graubünden und der Stromkonzern Axpo, bleiben aber bei Repower engagiert. Sie verzichten jedoch auf die Ausübung ihrer Bezugsrechte. Der Bezugspreis für eine neue Aktien beträgt 43 Franken.

Bisherige Aktionäre werden für je fünf gehaltene Aktien sieben neue Aktien beziehen können. Die geplante Kapitalerhöhung, die Wahl neuer Verwaltungsratsmitglieder sowie einzelne Statutenänderungen werden am 21. Juni einer ausserordentlichen Generalversammlung vorgelegt.

Vier "Anker-Aktionäre" mit EKZ vorne

Der Einstieg der Investoren verändert die Kapitalstruktur bei Repower grundlegend. Nicht mehr der Kanton Graubünden wird grösster Aktionär sein, sondern die zürcherische EKZ. Je nach dem, inwieweit die Publikumsaktionäre ihre Bezugsrechte ausüben, werden die EKZ einen Anteil zwischen 25,9 und 30,4 Prozent halten.

Die drei anderen grossen Aktionäre sind der Kanton Graubünden mit einem zukünftigen Anteil zwischen 20,1 und 23,5 Prozent, die UBS-CEIS, ein Fonds für institutionelle Anleger, wird zwischen 17,3 und 20,2 Prozent halten und die Axpo zwischen 11,6 und 13,6 Prozent.

Repower-CEO Kurt Bobst sagte in einer Telefonkonferenz gegenüber den Medien, die geplante Kapitalerhöhung stärke Repower auf vielen Ebenen. Mit der Verbreiterung auf vier "Anker-Aktionäre" sei der Konzern für die Zukunft gut gerüstet. Sollten alle Bezugsrechte, inklusive jener der Publikumsaktionäre, ausgeübt werden, dann fliessen Repower maximal 200 Millionen Franken zu.

Operativ keinen Einfluss

Repower-Finanzchef Stefan Kessler allerdings stellte klar, dass mit der neuen Struktur im Aktionariat nicht automatisch eine Verbesserung des operativen Ergebnisses zu erwarten sei. Repower steht wie praktisch alle Energiekonzerne wegen der tiefen Strompreise unter erhöhtem Druck. Letztes Jahr musste das Unternehmen einen Verlust von 136 Millionen Franken schreiben.

Mit dem neuen Geld will Repower die Voraussetzung für den strategischen Umbau schaffen. Der Konzern will vom Stromproduzenten und -händler vermehrt zum Energiedienstleister werden.

Vorgesehen sind unter anderem Verkäufe sowie die Konzentration auf die Märkte Italien und Schweiz. Das Unternehmen hatte diese neue Marschrichtung im letzten Dezember angekündigt.

sda-ats

 Alle News in Kürze