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Mit der Lancierung des neuen Smartphones Galaxy Note 7 wollte Samsung Konkurrent Apple eigentlich zuvorkommen. Explodierende Akkus dürften die Smartphonekäufer nun aber wieder in die Arme des iPhone-Herstellers treiben.

KEYSTONE/AP/RICHARD DREW

(sda-ats)

Das Debakel um überhitzte Akkus in Samsungs neuem Vorzeigemodell Galaxy Note 7 belastet nun auch den Aktienkurs des Smartphone-Marktführers. Der Aktienkurs des Apple-Konkurrenten sackte am Montag um sieben Prozent ab.

Zuvor hatte der Konzern geraten, die Geräte sicherheitshalber am besten gar nicht mehr zu benutzen. "Wenn ein Kunde ein Smartphone kaufen will, kauft er sich jetzt ein iPhone 7, nicht ein Note 7", sagte Mark Newman, Analyst bei Bernstein Research, der Nachrichtenseite "CNN Money". Dabei habe Samsung das Debüt bewusst vor Apples Ankündigung der neuen iPhone-Modelle angesetzt und starke Bewertungen erhalten.

Die Kaskade negativer Schlagzeilen wirft jedoch die Frage auf, wie nachhaltig die Probleme mit dem Note 7 das Image von Samsung beeinträchtigen könnten. Nach Berechnungen des "Wall Street Journal" hatten die Folgen der Rückrufaktion den Börsenwert des Konzerns bereits vergangenen Freitag um 10 Milliarden Dollar sinken lassen.

Samsung hatte das Smartphone am 2. September zurückgerufen, nachdem die Akkus mehrerer Geräte beim Aufladen explodiert waren. Seither forderten mehrere Fluggesellschaften weltweit ihre Passagiere auf, das Galaxy Note 7 nicht an Bord zu benutzen. Dies forderte auch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Am Freitag warnte auch die US-Konsumentenschutzbehörde CPSC vor der Nutzung des Smartphones.

Die "New York Post" berichtete am Sonntag zudem, ein sechsjähriger Junge im New Yorker Stadtteil Brooklyn sei mit Verbrennungen ins Krankenhaus gekommen, nachdem ein Note 7 in Flammen aufgegangen sei, während er damit gespielt habe. Das Kind habe Videos auf dem Telefon geschaut, als die Batterie explodiert sei, hiess es.

Umfangreiches Austauschprogramm

Wegen potenzieller Überhitzung sollten die Kunden das Gerät am besten gar nicht mehr benutzen, riet Samsung am Wochenende. Das Unternehmen bietet ein umfangreiches Austauschprogramm an. Alle der vermutlich rund 2,5 Millionen betroffenen Geräte sollen ab dem 19. September durch ein neues ersetzt werden.

Die amerikanische Konsumentenschutzbehörde CPSC prüft jedoch auch, ob ein Austausch gegen ein Gerät des gleichen Modells überhaupt ausreiche. Gerüchte, dass Samsung alle Geräte, die nicht bis zum 30. September zurückgeschickt wurden, per Fernzugriff deaktivieren wolle, bestätigte der Konzern jedoch nicht.

Noch ist unklar, ob die betroffenen Akkus aus eigener Herstellung von Samsung stammen oder von einem Zulieferer. Das Problem mit den Akkus wurde bekannt, als Samsung das Galaxy Note 7 in Deutschland an den Start bringen wollte. Der Konzern stoppte umgehend den weltweiten Verkauf und leitete die Rückrufaktion ein.

sda-ats

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