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Das Berner Einkaufszentrum Westside ist eine Ausnahme: Es hat letztes Jahr mehr Umsatz erwirtschaftet. (Archiv)

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

(sda-ats)

Die Schweizer Einkaufszentren haben ein schlechtes Jahr hinter sich. Der starke Franken und die zunehmende Konkurrenz durch Online-Anbieter liessen im vergangenen Jahr die Verkaufszahlen sinken.

Der Gesamtumsatz aller Schweizer Shoppingcenter ging 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent zurück, wie der Branchenverband Swiss Council of Shopping Centers am Donnerstag mitteilte. Der Mix aus Einkaufstourismus, Preis-Erosion und Online-Vormarsch setze den Zentren zu.

Gemäss einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK Switzerland mussten sieben der zehn umsatzstärksten Einkaufszentren teils deutliche Umsatzeinbusse hinnehmen. Das Emmen Center in Emmenbrücke LU und das Centre Balexert in Genf machten fast 6 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr.

Beim Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen ZH, dem umsatzmässig grössten Einkaufszentrum der Schweiz, betrug das Minus 2,1 Prozent. Schlechter erging es dem Sihlcity in Zürich, das 3,6 Prozent weniger Umsatz erzielte. Auch das Shoppi Tivoli in Spreitenbach AG, das Shoppyland in Schönbühl BE und die Shopping Arena in St. Gallen konnten nicht ans Vorjahr anknüpfen.

Von den Top Ten legten lediglich das Westside in Bern und das Zugerland in Steinhausen ZG umsatzmässig leicht zu. Das Seedamm-Center in Pfäffikon SZ schaffte es immerhin, das Vorjahresniveau zu halten.

Boom lässt nach

In den letzten Jahren haben in der Schweiz viele neue Einkaufszentren ihre Türen geöffnet. 2015 vergrösserte sich die Fläche um 1,9 Prozent. Nun aber wird sich die Flächenexpansion laut GfK Switzerland deutlich verlangsamen. Lediglich zwei kleinere Einkaufszentren sollen dieses Jahr eröffnet werden.

Dass die Branche etwas kleiner denke, müsse kein Nachteil sein, schreibt GfK Switzerland. Neu gebaute Shopping-Hüllen müssten auch mit attraktiven Mietern gefüllt werden. Das aber sei nicht mehr so einfach wie früher, da viele Non-Food-Händler derzeit ihre Netze strafften.

Weniger Elektronik, mehr Kosmetik

Die Zusammensetzung der Mieter in Einkaufszentren hat sich in den bereits verändert: Viele Elektronikgeschäfte und Reisebüros schlossen ihre Filialen in Einkaufszentren - wohl auch, weil die Kunden ins Internet abwanderten.

Vor allem Dienstleistungen wie Ärzte und Gesundheitszentren aber auch Kosmetik füllten die dadurch entstandenen Lücken in den Einkaufszentren, wie GfK Switzerland schreibt. Sport- und Bekleidungsgeschäfte stagnierten auf einem hohen Niveau.

sda-ats

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