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Der Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann gehört an den Olympischen Spielen in Rio zu den aussichtsreichsten Kandidaten im Schweizer Team auf einen Medaillengewinn.

Das Ziel von Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramèr im Leichtgewichts-Vierer ist klar: der Gewinn der Goldmedaille. Das ist nach der vergangenen Saison nichts als logisch. Das Quartett liess der Konkurrenz an der WM auf dem Lac d'Aiguebelette keine Chance und distanzierte die zweitplatzierten Dänen um 2,27 Sekunden. Es war der erste WM-Titel für die Schweiz in einer olympischen Disziplin seit 20 Jahren.

Die Schweizer Ruderer absolvieren die zweite Saison unter dem neuseeländischen Cheftrainer Ian Wright, bei dem im Vergleich zu Vorgänger Simon Cox mehr auf dem Wasser und mit höherer Intensität gerudert wird. Dass das neue (Trainings)-System im vergangenen Jahr aufgegangen ist, gab im Hinblick auf Rio zusätzliches Vertrauen. "Wenn wir unsere beste Leistung abrufen, dann kommt es gut", sagte Gyr, der Schlagmann des Bootes. Die hohe Erwartungshaltung stellt für ihn kein Problem dar: "Druck ist eine Begleiterscheinung einer riesigen Möglichkeit. Es ist ein Privileg, Druck zu haben."

Der Leichtgewichts-Vierer blickt auf einen sehr guten Winter zurück. Das sechswöchige Trainingslager in Neuseeland zu Beginn des Jahres war eine grosse Bereicherung. "Es war sensationell, im Sommer trainieren zu können", so Niepmann. Beim Weltcup-Auftakt in Varese sowie an der EM in Brandenburg ruderten die Schweizer erneut in einer eigenen Liga, ehe sie sich beim Heim-Weltcup in Luzern, dem ersten richtigen Gradmesser in diesem Jahr, hinter Neuseeland mit dem 2. Platz begnügen mussten.

Der "Rückschlag" war jedoch insofern erklärbar, als Gyr vor Luzern wegen einer schmerzhaften Rippenverletzung während zweieinhalb Wochen nicht im Schweizer Flaggschiff rudern konnte. Der 2. Rang kann durchaus als gutes Omen gesehen werden, war doch der Leichtgewichts-Vierer schon vor dem WM-Triumph von den Neuseeländern auf dem Rotsee bezwungen worden. Auf den Weltcup-Final in Poznan Mitte Juni verzichteten die Schweizer aus gesundheitlichen und präventiven Gründen.

Nebst dem Gewinn einer Medaille - es wäre für die hiesigen Ruderer die erste an Olympischen Spielen seit 16 Jahren (Xeno Müller/Silber) - strebt der Schweizerische Ruderverband zwei weitere Top-8-Klassierungen an. Das Ziel ist eher defensiv gewählt, haben doch die Skifferin Jeannine Gmelin und der Doppelvierer gute Chancen auf den Einzug in den A-Final (Top 6).

Gmelin präsentierte sich in Poznan in ausgezeichneter Verfassung und sicherte sich mit dem 3. Rang ihren ersten Podestplatz im Weltcup. Gleichzeitig gelang der 26-jährigen Zürcherin eine eindrückliche Reaktion auf die Enttäuschung am Heim-Weltcup, an dem sie lediglich Siebente geworden war. Überhaupt ist sie im Vergleich zu 2015 eine reifere Athletin. "Wie ich mental an die Wettkämpfe herangehe, das ist ein grosser Unterschied", erklärte Gmelin.

Der Doppelvierer, der wie Gmelin im vergangenen Jahr den 5. WM-Platz belegte, trat beim 4. Rang in Poznan erstmals in diesem Jahr mit der Stammbesetzung Roman Röösli, Augustin Maillefer, Nico Stahlberg und Barnabé Delarze an. Delarze war zuvor wegen einer langwierigen Rückenverletzung ausgefallen. Auch Maillefer stand wegen eines Handbruchs einige Zeit nicht zur Verfügung. Die fehlenden gemeinsamen Kilometer sieht Stahlberg nicht als grosses Problem. "Unser Team funktioniert ziemlich gut, wir haben eine klare Vorstellung, wissen, wie es sich anfühlen muss."

Das vierte Schweizer Boot in Rio ist der Leichtgewichts-Doppelzweier mit Michael Schmid und Daniel Wiederkehr. Für die beiden dürfte der A-Final ausser Reichweite liegen.

sda-ats

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