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Selina Büchel kämpft heute (21.40 Uhr) erstmals an einem internationalen Grossanlass um die Medaillen. Die St. Gallerin stand in Amsterdam unter grossem Druck, konnte sich von diesem jedoch befreien.

Ein Rennen über 800 m birgt viele Unwägbarkeiten. Die Zeit ist an internationalen Grossanlässen sekundär; es spielt deshalb im Amsterdamer Olympiastadion auch keine Rolle, dass Büchel heuer noch nie unter zwei Minuten geblieben ist. Vielmehr gilt es, die richtige Taktik zu wählen, in heiklen Situationen während des Rennens die richtigen Entscheide zu treffen.

Sowohl im Vorlauf als auch in ihrem Halbfinal hatte Büchel in der ersten Runde schwierige Situationen zu meistern, fand sie sich doch zwischenzeitlich eingeklemmt nur an vierter oder fünfter Position wieder. Doch die 24-Jährige behielt kühlen Kopf und schaffte die Finalqualifikation hinter der Französin Rénelle Lamote letztlich souverän. Entsprechend erleichtert und zufrieden war Büchel danach: "Zum ersten Mal hat sich ein Rennen für mich in dieser Saison wie ein 800-m-Lauf angefühlt." Vor den Titelkämpfen in den Niederlanden hatte die Hallen-Europameisterin von 2015 die Finalqualifikation als Ziel ausgegeben. 2014 in Zürich und vor einem Jahr an der WM in Peking hatte sie diese trotz couragierter Leistungen knapp verpasst.

Prognosen den Rennausgang betreffend sind schwierig. Die Rolle der Favoritin darf jedoch Lamote zugeschrieben werden. Die letztjährige U23-Europameisterin versucht jeweils, auf den letzten 300 m das Rennen von der Spitze weg zu kontrollieren.

Den Schwung mitnehmen

Trotz des Forfaits von Nicole Büchler findet auch der Final im Stabhochsprung der Frauen mit Schweizer Beteiligung statt. Angelica Moser realisierte in der Qualifikation mit 4,45 m eine persönliche Bestleistung im Freien und einen Schweizer U20-Rekord. Die 18-jährige Winterthurerin ist überzeugt, sich im Final noch steigern zu können und geht selbstbewusst und ohne Druck an die Aufgabe heran. Da die U20-Europameisterin in der Halle schon 4,50 m überquert hat, ist ihr auch das Olympia-Ticket für Rio de Janeiro gewiss.

Favoritin auf den Titel ist die Griechin Ekaterini Stefanidi, die EM-Zweite von vor zwei Jahren in Zürich.

Sprunger als Nummer 1 am Start

Trotz ihrer 26 Jahre ist Lea Sprunger noch keine routinierte Läuferin über 400 m Hürden. Gleichwohl ist die Waadtländerin auf europäischem Niveau zu einer Medaillenaspirantin aufgestiegen. Die Ausgangslage klingt verheissungsvoll, sie ist aber auch trügerisch. Aufgrund des Startverzichts der Jahresschnellsten Eilidh Doyle aus Grossbritannien tritt Sprunger als Nummer 1 der Saisonbestenliste zu den Halbfinals an. Auch ihre Teamkollegin Petra Fontanive kämpft um den Einzug in den Final. Dieser findet am späten Sonntagnachmittag (17.05 Uhr) statt.

sda-ats

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