Starke Schweizer Kombiniererinnen mit Medaillenhoffnungen


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Auch das zweite Frauen-Rennen an der WM in St. Moritz lässt aus Schweizer Sicht hoffen. Gleich drei Fahrerinnen von Swiss-Ski gehören zur (grossen) Gruppe der Anwärterinnen auf Medaillen.

Kombination, Super-Kombination, Alpine Kombination. Selbst bei der Namensgebung tun sich die Verantwortlichen des Internationalen Skiverbandes schwer. Das ist symptomatisch für eine Disziplin, die ihren Platz im alpinen Skirennsport nicht mehr findet. In Zeiten der Spezialisierung, der Konzentration der Athleten auf den Speed- respektive den technischen Bereich, will der Wettkampf aus Abfahrt (oder Super-G) und Slalom für viele nicht mehr ins aktuelle Gefüge passen. In die Rufe nach Abschaffung der "Kombi" stimmen nicht selten auch die Fahrerinnen und Fahrer mit ein. Ihr Hauptargument ist die geringe Anzahl Wettbewerbe im Weltcup; seit Jahren umfasst der Kalender maximal drei.

In St. Moritz ist der Stellenwert der Kombination kein Thema. Unmittelbar vor dem Wettkampf steht die Ausgangslage im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Konstellation verspricht Spannung, eine Favoritin zu nennen fällt schwer. Die Prognose, dass die Schweizerinnen bei der Medaillenvergabe ein Wort mitreden werden, ist dagegen nicht allzu gewagt. Mit Lara Gut, Wendy Holdener und Michelle Gisin verfügt Swiss-Ski über ein Trio mit Podestplatz-Potenzial. Mit Denise Feierabend komplettiert eine Athletin das Quartett, die ihre Bestergebnisse im Weltcup in der Kombination erreicht hat.

Disziplinensiegerin, Podestfahrerin

Wendy Holdener ist die aktuelle Weltcup-Disziplinensiegerin, Michelle Gisin wurde im bisher einzigen Wettbewerb des Winters hinter der Slowenin Ilka Stuhec und vor der Italienerin Sofia Goggia Zweite. Wendy Holdener stuft ihre Medaillenchancen gleich hoch ein wie in ihrer Paradedisziplin Slalom und im Teamwettkampf. Ihre Marschroute ist die selbe wie bei Michelle Gisin: den Rückstand in der Abfahrt in Grenzen halten und im Slalom die Stärken ausspielen.

Wendy Holdener investierte im Vorfeld der WM zwei Tage, um das Gefühl für das hohe Tempo wieder zu finden. "Ich brauchte einen Moment. Doch jetzt passt es auf den langen Ski ganz gut", sagte die Schwyzerin nach den zwei Trainingsfahrten in St. Moritz. Für Michelle Gisin ging es in den vergangenen Tagen nicht nur darum, sich den Gegebenheiten der Abfahrt anzupassen. Sie musste allgemein die Sicherheit wiederfinden. Nach dem Hoch im Dezember, als sie innert einer Woche Slalom-Sechste in Sestriere, Kombinations-Zweite und Abfahrts-Siebente in Val d'Isère wurde, stimmten die Ergebnisse mehrheitlich nicht mehr. Die Engelbergerin sprach beim Blick zurück auf die vergangenen Wochen von Verkrampfung. Nunmehr sieht sie die Probleme behoben. "Ich fühle mich wieder wohl auf den Ski."

Bewährungsprobe Slalom

Lara Gut kann das von sich nicht behaupten. Nach wie vor machen ihr die Nachwehen des Sturzes am vorletzten Sonntag im Super-G in Cortina zu schaffen. Weiterhin ist der Alltag von intensiver Physiotherapie geprägt. Unter diesen Umständen dürfte der Slalom für die Tessinerin erst recht zur Bewährungsprobe werden. Die grosse Frage ist, wie sehr der lädierte rechte Oberschenkel ihre Fahrt in den engen Torkombinationen beeinflusst.

SDA-ATS

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