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Phil Mickelson ist einer der besten Golfer. Dennoch ist es beinahe eine Überraschung, dass der Amerikaner das British Open in Royal Troon nach der 1. Runde klar und mit Rekorden anführt.

Um ein Haar wäre dem gut erhaltenen 46-jährigen Südkalifornier die beste jemals an einem der vier grossen Turniere gespielte Runde geglückt. Am 18. Loch verpasste er das Birdie, das die 62er-Runde bedeutet hätte, nur ganz knapp. Der Amerikaner Johnny Miller hatte den Reigen von 63er-Runden am US Open 1973 eröffnet. Ein anderer Amerikaner, Phil Mickelson, hat sich nun unter die Inhaber dieses inoffiziellen Rekords gereiht. Mit seiner Leistung verbesserte er überdies um einen Schlag den Platzrekord, den Tiger Woods 2004 aufgestellt hatte, als das British Open zum bislang letzten Mal in Troon stattfand.

In der 145. Austragung des ältesten Golfturniers der Welt spielt sich einer der älteren Topstars also in den Vordergrund. Mickelson erarbeitete sich mit seiner Glanzleistung auf dem Par-71-Platz unweit von Glasgow an der schottischen Westküste einen Vorsprung von drei und mehr Schlägen.

Der makellose Auftritt mit acht Birdies und zehn Pars kommt für viele überraschend, auch wenn Mickelson mit bislang fünf Siegen an Majorturnieren der erfolgreichste noch auf den regulären Tours aktive Golfer nach Tiger Woods (14 Majortitel) ist. An seiner Klasse ist also nicht zu zweifeln. Allerdings hat Mickelson heuer bis anhin eine seiner schwächeren oder schwächsten Saisons gezeigt. An den ersten zwei Majors, dem US Masters im April und dem US Open im Juni, schied er nach jeweils zwei Runden mit mässigen Ergebnissen aus. Von allen übrigen Turnieren gewann er entgegen seinen Gewohnheiten kein einziges. Ein paar Top-5-Klassierungen waren das Beste, was er herausholen konnte.

Mickelson gewann das British Open zum ersten und einzigen Mal vor drei Jahren im ostschottischen Muirfield auf einem Platz, der jenem von Troon gleicht. Wenn er die Qualität seines damaligen Spiels in dieser Woche reproduzieren kann, wird es die ganze hochrangige Konkurrenz schwer haben, ihn von der Spitze zu verdrängen.

Noch ist aber erst ein Viertel des Turniers absolviert, 18 von 72 Löchern. Die ersten Favoriten, angeführt von US-Open-Sieger Dustin Johnson haben sich am ersten Spieltag in Stellung gebracht. Der Nordire Rory McIlroy, dem sowohl am US Masters als auch am British Open ein Sieg fehlt, liegt sechs Schläge hinter Mickelson. Jordan Spieth und Dustin Johnson haben mit Par-Runden je acht Schläge eingebüsst. Unter allen Hauptfavoriten ist der Australier Jason Day, Nummer 1 der Weltrangliste, am schwächsten gestartet. In den verbleibenden drei Runden muss er zehn Schläge auf Mickelson gutmachen. Im Golfsport kann sich allerdings schon an einem einzigen Tag sehr vieles ereignen.

Ein heisser Tipp für die Fortsetzung des mit 9,1 Millionen Franken dotierten Turniers ist Martin Kaymer. Der 31-jährige Düsseldorfer spielte zum Auftakt hervorragend und büsste nur drei Schläge auf Mickelson ein. Kaymer, der erste bedeutende deutsche Golfer nach Bernhard Langer, weiss genau, wie man Majors gewinnt. Er hat es an der US PGA Championship 2010 und am US Open 2014 bewiesen.

sda-ats

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