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Justizminister Alexandre de Moraes informiert über die Festnahmen der Terrorverdächtigen.

KEYSTONE/EPA EFE/FERNANDO BIZERRA JR.

(sda-ats)

Brasiliens Polizei hat zehn Verdächtige festgenommen, die einen Terroranschlag auf die Olympischen Spiele geplant haben sollen. Wie das Nachrichtenportal "O Globo" am Donnerstag berichtete, arbeitete die Gruppe bereits an konkreten Plänen.

Gegen die zehn brasilianischen Verdächtigen werde bereits seit April ermittelt, führte Justizminister Alexandre de Moraes bei einer kurzfristig angesetzten Medienkonferenz aus. Alle Festgenommenen seien Brasilianer und sässen in Untersuchungshaft. Sie hätten einander nicht persönlich gekannt und nur per Internet kommuniziert.

Der Justizminister versicherte, die Terror-Gefahr während der ersten Olympischen Spiele im Land sei trotzdem "sehr klein". Die nun zerschlagene Gruppe sei "eine absolute Amateur-Zelle" und schlecht organisiert gewesen.

Die Verdächtigen sollen versucht haben, über einen Händler in Paraguay Kalaschnikow-Gewehre zu kaufen. Sie seien durch abgefangene Kommunikation über soziale Medien wie WhatsApp und Telegram auffällig geworden. Brasilien arbeitet im Zuge der Olympiavorbereitungen eng mit Geheimdiensten anderer Staaten zusammen.

Bisher gibt es laut Moraes keine Indizien für einen konkreten Kontakt zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) - aber Hinweise auf islamistische Motive. So hätten einige der Verdächtigen die Attentate von Orlando und Nizza gefeiert und Exekutionsvideos des IS ausgetauscht.

Sicherheitsvorkehrungen verschärft

Kürzlich hatte erstmals eine Gruppe in Brasilien dem IS Unterstützung versichert. Wie Rita Katz, Direktorin der Organisation Intelligence Group, mitteilte, handelt es sich um die bisher unbekannte brasilianische Gruppe namens "Ansar al-Khilafah Brazil", die sich über ein soziales Netzwerk äusserte. Es sei das erste Mal, dass es so eine Erklärung von einer Gruppe aus Südamerika gebe, teilte Katz mit.

Die Intelligence Group ist auf die Beobachtung von Terrorpropaganda spezialisiert. Brasiliens Regierung hatte nach dem Lastwagen-Anschlag von Nizza die Sicherheitsmassnahmen noch einmal verschärft, auch mehr Strassenblockaden sind eine Option.

Die Olympischen Spiele finden vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro statt. Rund 85'000 Sicherheitskräfte sollen die Olympischen Spiele schützen, darunter 38'000 Soldaten. Zuletzt gab es mehrere grosse Anti-Terror-Übungen in Rio de Janeiro.

sda-ats

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