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Nach dem jüngsten Tesla-Deal wittern Kritiker Vetternwirtschaft: Tech-Superstar, Multi-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk. (Archiv)

Keystone/AP/MARCIO JOSE SANCHEZ

(sda-ats)

Tech-Superstar und Milliardär Elon Musk baut sein Imperium aus: Der Elektroautohersteller Tesla hat die umstrittene Übernahme der Ökostromfirma SolarCity unter Dach und Fach gebracht. Die Unternehmen einigten sich auf einen Kaufpreis von etwa 2,6 Milliarden Dollar.

Tesla, das im Juni bis zu 2,8 Milliarden Dollar für SolarCity geboten hatte, will den Betrag laut einer Mitteilung vom Montag in eigenen Aktien bezahlen. SolarCity-Aktionäre sollen pro Anteilsschein 0,11 Tesla-Aktien erhalten. Auf Basis des Schlusskurses von Freitag ergibt sich eine Bewertung von 25,83 Dollar je SolarCity-Aktie.

Die Fusion soll im vierten Quartal abgeschlossen werden und im ersten Jahr nach Vollzug 150 Millionen Dollar an Kosten einsparen. Die Aktionäre müssen noch grünes Licht geben, doch ein wesentlicher Teil der Stimmrechte liegt bei Tesla-Chef Musk und anderen Führungsmitgliedern der Unternehmen.

Tesla würde zum Rundum-Anbieter im Bereich Solar- und Elektrotechnik aufsteigen und künftig neben Autos auch Solardächer und Batteriespeicher aus einer Hand anbieten. Musk könnte so seine Pläne vorantreiben, umwelt- und energiebewussten Konsumenten künftig verschiedenste Produkte unter einer Marke anzubieten.

Kritiker wittern Vetternwirtschaft

Der Übernahmeplan ist in Finanzkreisen umstritten. Kritiker werfen Musk Interessenkonflikte vor, da er zugleich grösster Anteilseigner und Verwaltungsratschef bei SolarCity ist. Er war Geburtshelfer der Firma, die zwei Cousins von ihm gegründet hatten. Auch Tesla-Mitgründer JB Straubel ist bei SolarCity involviert.

Der Grossinvestor Jim Chanos bezeichnete den geplanten Deal deshalb als "schlimmstes Beispiel für schamlose Unternehmensführung". Musk hingegen sieht den Zusammenschluss als "No Brainer", dessen Vorteile für Unternehmen und Aktionäre sich von selbst erschliessen.

Die Anleger reagierten zu Wochenbeginn skeptisch auf die Nachricht von der Übernahme - Teslas Aktien starteten mit einem Minus von 1,4 Prozent in den US-Börsenhandel. Die Papiere von SolarCity fielen deutlich, sie waren in den Wochen seit Tesla sein Gebot eingereicht hatte, aber auch schon stark gestiegen.

Ziel: Elektroautos für Massenmarkt

Tesla, das am Markt mit 34,6 Milliarden Dollar bewertet wird, hat erst am Freitag die fünf Milliarden Dollar teure Batteriefabrik "Gigafactory" in Nevada eröffnet. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein der langfristigen Strategie, in grösserem Stil Elektroautos für den Massenmarkt zu fertigen.

Musk strebt ein Allround-Angebot an: Künftig soll der Tesla-Fahrer nicht nur Akkus der Marke erhalten, sondern sein E-Auto auch mit eigenem Strom aus Tesla-Solardächern und Speichern aufladen können.

Tesla will am Mittwoch Einblick ins abgelaufene Quartal geben. Kürzlich kündigte der Konzern an, wohl nicht die Erwartungen der Analysten zu erfüllen.

Derzeit schlägt sich das Unternehmen auch mit einer Sicherheitsdebatte nach einem tödlichen Unfall mit einem Tesla-Wagen umher, der mit "Autopilot" zum Zeitpunkt des Zusammenstosses gesteuert wurde.

sda-ats

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