Alle News in Kürze

Polizisten durchsuchten ein Waldstück in Bayern, nachdem ein Pilzsucher Knochen gefunden hatte: Diese stammen höchstwahrscheinlich von der 2001 verschwundenen 9-jährigen Peggy. (Archiv)

KEYSTONE/EPA DPA/BODO SCHACKOW

(sda-ats)

Mehr als 15 Jahre nach dem spurlosen Verschwinden der kleinen Peggy aus Oberfranken scheint das traurige Schicksal der Neunjährigen geklärt: Ein Pilzsammler fand am Samstag in einem Waldstück in Thüringen Skelettteile, die von Peggy stammen dürften.

"Höchstwahrscheinlich" stammten die unweit des Heimatortes des Mädchens im oberfränkischen Lichtenberg gefundenen Skelettteile von der Schülerin, teilten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Montag mit. "Wir halten es für höchstwahrscheinlich, es ist alles schlüssig", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel.

Im Bereich des Fundorts im thüringischen Rodacherbrunn seien auch mehrere Gegenstände sichergestellt worden, die ebenfalls auf die Neunjährige hindeuteten, hiess es. Zu den aufgefundenen Gegenständen wollte der Leitende Oberstaatsanwalt keine Einzelheiten mitteilen, da diese Täterwissen offenbaren könnten.

"Es ist noch nicht 100-prozentig gewiss", sagte Potzel. Deshalb müssten die DNA-Ergebnisse abgewartet werden.

Spurlos verschwunden

Am 7. Mai 2001 war die neunjährige Peggy auf ihrem Heimweg von der Schule verschwunden, seitdem fehlte von dem Mädchen jede Spur. Wochenlange Suchaktionen blieben ohne Erfolg, dabei waren auch Bundeswehr-Tornados im Einsatz.

Nach dem Fund des Pilzsammlers in dem Waldstück durchsuchte die Polizei auch am Montag das Gebiet mit einem Grossaufgebot. Der Einsatz mit Hundertschaften sei wegen des unübersichtlichen Geländes und der "Auffindsituation" der Knochen angemessen, erklärte die Polizei. Die Skelettteile seien im Wald an verschiedenen Stellen entdeckt worden.

Zur endgültigen Aufklärung des Falls wurde die seit 2012 agierende Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei Bayreuth am Montag personell und organisatorisch zur "Soko Peggy" erweitert. Sie steht unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Bayreuth.

Zu Unrecht verurteilt

2002 hatten die Ermittler einen geistig behinderten Mann als Tatverdächtigen präsentiert. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht habe, hiess es damals. Der Mann wurde 2004 als Peggys Mörder verurteilt, 2014 jedoch in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.

Zwischenzeitlich gerieten ehemalige Bekannte der Familie Peggys aus Halle/Saale ins Visier der Fahnder, doch auch diese Spur brachte keinen Durchbruch. Sie gelten inzwischen nicht mehr als Verdächtige.

Auch noch in den vergangenen Jahren gab es eine Reihe von spektakulären Untersuchungsaktionen der Polizei, um das Verschwinden der Schülerin doch noch aufzuklären. Mal wurde in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen gesucht, mal wurde ein Anwesen in Lichtenberg durchsucht - sogar im Garten wurde gegraben.

Die Ermittler fanden damals zwar Knochenreste, sie stammten aber nicht von Peggy. Ebenso erfolglos blieb eine Grabungsaktion auf dem Lichtenberger Friedhof Anfang 2014.

sda-ats

 Alle News in Kürze