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Novartis-Chef Joseph Jimenez (l.) und Stephen Ubl (r.), Leiter des Branchenverbands Pharmaceutical Research and Manufacturers of America, nach dem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus.

Keystone/EPA/MICHAEL REYNOLDS

(sda-ats)

Donald Trump drängt nun auch die Pharmabranche zu einer verstärkten Produktion in den USA. Dadurch könnten viele Milliarden Dollar gespart werden - über tiefere Preise und mehr Innovationen, sagte er am Dienstag nach einem Treffen mit den Chefs führender Pharmafirmen.

Der neue US-Präsident hat bereits die Autobauer unter Androhung von Strafzöllen aufgefordert, die Fertigung im Land zu steigern und Arbeitsplätze zu schaffen. Trump bekräftigte zudem, für niedrigere Arzneimittelpreise zu sorgen.

Der Republikaner beklagte, dass viele Unternehmen ihre Fertigung in andere Länder ausgelagert hätten, weil dort die Währungen abgewertet worden seien. Er forderte, andere Staaten müssten einen fairen Anteil der Entwicklungskosten für neue Medikamente übernehmen.

Der Präsident stellte der Branche zugleich in Aussicht, das Zulassungsverfahren für neue Arzneien zu straffen. Ferner kündigte Trump die baldige Ernennung eines neuen Chefs der Arzneimittelbehörde FDA an.

Novartis-Chef in Washington

An der Unterredung nahmen der Chef des Basler Pharmamultis Novartis, Joseph Jimenez, und die Topmanager der US-Pharmakonzerne Merck, Johnson & Johnson, Celgene, Eli Lilly, Amgen sowie der Leiter des Branchenverbands Pharmaceutical Research and Manufacturers of America (PhRMA) teil.

Aktien aus der US-Gesundheitsindustrie zogen zum Teil kräftig an: An der Wall Street stieg der Branchenindex um ein halbes Prozent, der Biotech-Index der Nasdaq rückte mehr als ein Prozent vor.

In Europa dagegen verbuchte der Sektor leichte Abschläge. Die Papiere von Roche verloren 0,4 Prozent an Wert, während die Novartis-Aktien zeitweilige Einbussen mit einem Plus von 0,9 Prozent wieder mehr als gut machten.

USA wichtigster Markt

Kurz vor seinem Amtsantritt hatte Trump mit harscher Kritik an der Pharmaindustrie die Investoren verunsichert und Pharma-Aktien auf Talfahrt geschickt. Später warf er der Branche vor, bei der Preisgestaltung "über Leichen" zu gehen, und kündigte einen härteren Kurs bei Preisverhandlungen an.

Die USA sind der mit Abstand wichtigste Markt für die eine Billion Dollar schwere Pharmaindustrie - sie erzielt dort 40 Prozent ihrer Umsätze. Zudem verdienen die Unternehmen dort überdurchschnittlich gut, weil ihnen bei der Preisgestaltung kaum Grenzen gesetzt sind.

Trump will mit steuerlichen Anreizen und Deregulierung die Industrieproduktion in den USA ankurbeln. Wer dort fertigt, soll demnach Vorteile erhalten. Firmen, die die Produktion ins Ausland verlagern, müssen hingegen mit hohen Einfuhrzöllen rechnen.

SDA-ATS