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Panzer defilieren in Kiew zum 25. Jubiläum der Unabhängigkeit der Ukraine.

KEYSTONE/EPA/SERGEY DOLZHENKO

(sda-ats)

Mit einer grossen Militärparade hat die Ukraine den 25. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von der Sowjetunion gefeiert. Bei leichtem Regen zogen am Mittwoch mehr als 4000 Soldaten und 200 Kampffahrzeuge über den Maidan in Kiew, den zentralen Platz der Unabhängigkeit.

Anders als im Vorjahr wurden bei der Parade auch schwere Geschütze und Panzer gezeigt. Tausende Ukrainer versammelten sich im Zentrum der Hauptstadt Kiew. Viele von ihnen schwenkten die blau-gelbe Nationalflagge.

Kämpferisch zeigte sich Präsident Petro Poroschenko angesichts des Krieges gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes und des Verlusts der Halbinsel Krim an Russland.

"Unsere Parade ist auch ein Signal an den Feind: Die Ukrainer sind ernsthaft bereit, auch weiter für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen", sagte er vor einer grossen Nationalflagge. Er wolle den Konflikt aber auf diplomatischem Weg lösen, betonte Poroschenko.

Probleme bleiben

Die Ukraine hatte am 24. August 1991 die Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärt. Für das bröckelnde Riesenreich bedeutete die Loslösung der wichtigsten Republik nach Russland das Ende.

Die Ukraine ringt seit Jahren mit massiven Problemen wie einer schweren Wirtschaftskrise und Korruption. Der Krieg im Donbass erschüttert das Land zudem seit mehr als zwei Jahren. Mit Nachbar Russland liegt die Ukraine auch wegen der Einverleibung der Halbinsel Krim 2014 im Clinch. Der Westen verurteilt die Annexion als Völkerrechtsbruch.

Poroschenko drang darauf, rasch neue Friedensgespräche mit Kremlchef Wladimir Putin sowie der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatschef François Hollande aufzunehmen.

Die vier hatten vor anderthalb Jahren im sogenannten Normandie-Format den Minsker Friedensplan für den Donbass ausgehandelt. Beim G20-Gipfel in China (4./5. September) wollen Putin, Merkel und Hollande zu dritt über die Ukraine-Krise beraten. Beobachter erwarten mit Spannung, ob dabei ein Datum für ein neues Vierertreffen mit Poroschenko vereinbart wird.

Angespannte Lage

Die Unabhängigkeit der Ukraine hätte schon nach 23 Jahre beendet sein können, meinte Poroschenko mit Blick auf den Kriegsbeginn 2014. "Aber die Armee hat das nicht zugelassen." Dafür hätten inzwischen mehr als 2500 ukrainische Soldaten ihr Leben gelassen, sagte der Staatschef. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind bei Kämpfen in der Ostukraine insgesamt mehr als 9500 Menschen umgekommen.

Im Donbass blieb die Lage gespannt. Die Separatisten warfen der Armee Angriffe vor. Dabei sei schwere Artillerie zum Einsatz gekommen, die eigentlich von der Front abgezogen werden soll, meldete die Agentur Interfax. Das Militär in Kiew sprach von einem getöteten Soldaten.

Gratulation von EU und USA

Nach der Militärparade begann in Kiew ein "Marsch der Unbesiegten" mit freiwilligen Kämpfern und Ärzten, die in der Ostukraine im Einsatz waren. Auch Hinterbliebene von getöteten ukrainischen Soldaten waren daran beteiligt.

Als Ehrengast war auch der polnische Präsident Andrzej Duda zu der Parade in Kiew eingeladen. Auch die ukrainisch-polnisch-litauische Brigade nahm an der Waffenschau teil.

Die EU lobte Fortschritte der Ukraine seit der Unabhängigkeit 1991. Brüssel wolle Kiew bei der Sicherung einer stabilen, wohlhabenden und demokratischen Zukunft weiter unterstützen, teilte die Kommission mit.

Auch US-Präsident Barack Obama gratulierte der Ukraine. Es habe Opfer gekostet, um die Unabhängigkeit Wirklichkeit werden zu lassen. Obama versicherte, die USA werde immer an der Seite der Ukraine stehen, wenn es darum gehe, deren Souveränität zu schützen und ihr Bekenntnis zur Demokratie und den Kampf gegen Korruption zu vertiefen.

Der russische-orthodoxe Patriarch Kirill gratulierte der Ukraine zum Festtag. Ansonsten kamen aus Moskau wenig versöhnliche Worte. Die Ermittlungsbehörde leitete Verfahren unter anderem gegen den ukrainischen Verteidigungsminister Stepan Poltorak ein wegen mutmasslicher Verbrechen gegen Zivilisten im Donbass. Auch die Ukraine ermittelt ihrerseits gegen russische Militärangehörige und Politiker.

sda-ats

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