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Eine Frau schwenkt in Kiew eine Flagge der Krimtataren in Erinnerung der Zwangsumsiedlung vor 72 Jahren.

KEYSTONE/EPA/SERGEY DOLZHENKO

(sda-ats)

Mit Blumenniederlegungen und einer Schweigeminute hat die Ukraine der Zwangsumsiedlung der krimtatarischen Minderheit nach Zentralasien unter Sowjetdiktator Josef Stalin vor 72 Jahren gedacht.

"Am 18. Mai 1944 hat die verbrecherische Aussiedlung der Krimtataren von der Krim angefangen. Wir teilen den allgemeinen Schmerz", sagte Staatspräsident Petro Poroschenko am Mittwoch in Kiew.

Auf der 2014 von Russland einverleibten Schwarzmeerhalbinsel Krim hatten die moskautreuen Behörden eigene Veranstaltungen angeordnet. So wurde an einer Eisenbahnstation ein Gedenkkomplex eingeweiht. Die traditionellen Versammlungen der seit kurzem in Russland verbotenen Selbstverwaltung der Krimtataren, der Medschlis, wurden untersagt.

1944 waren etwa 200'000 Menschen wegen angeblicher Kooperation mit den deutschen Besatzern per Zug vor allem ins heutige Usbekistan umgesiedelt worden. Das ukrainische Parlament erkannte die Deportation 2015 als Völkermord an.

Die krimtatarische Sängerin Jamala gewann am vergangenen Samstag als Vertreterin der Ukraine den Wettbewerb Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm mit ihrem Titel "1944", der an die Deportation erinnert.

sda-ats

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