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Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (rechts) und Oleksandr Turchynov, Chef des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates, am Donnerstag in Kiew.

KEYSTONE/AP POOL PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/MYKOLA LAZARENKO

(sda-ats)

Die Krim-Krise zwischen der Ukraine und Russland verschärft sich. Nach Anschuldigungen aus Moskau, ukrainische Spezialkräfte hätten einen Angriff auf der Halbinsel geplant, versetzte der ukrainische Präsident Poroschenko die Truppen in höchste Gefechtsbereitschaft.

Dies gelte auch für die Soldaten im Osten des Landes, wo prorussische Separatisten für die Loslösung des Donbass kämpfen, hiess es. Zugleich forderte Präsident Petro Poroschenko direkte Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der UNO-Sicherheitsrat sollte noch am Donnerstag auf Antrag der Ukraine über die Spannungen beraten.

Poroschenko sagte, er habe seinen Aussenminister beauftragt, Telefongespräche auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande, US-Vize-Präsident Joe Biden und EU-Ratspräsident Donald Tusk zu arrangieren.

Die Ukraine und die USA wiesen die russischen Angaben über einen bewaffneten Überfall auf der von Russland annektierten Krim zurück. Der US-Botschafter in Kiew, Geoffrey Pyatt, erklärte, die USA hätten keine Hinweise darauf, dass ukrainische Spezialkräfte tatsächlich Infrastruktureinrichtungen hätten angreifen wollen.

Poroschenko sagte, die Anschuldigungen seien ein zynischer Vorwand für militärische Drohungen gegen sein Land. Der russische Geheimdienst FSB hatte erklärt, ein Angriff auf der Krim sei vereitelt worden. Putin sprach von "dummen" und "kriminellen" Aktionen der Ukraine.

USA und EU widersprechen Moskau

Pyatt erklärte auf Twitter, Russland habe wiederholt falsche Anschuldigungen gegen die Ukraine erhoben, um von eigenen widerrechtlichen Taten abzulenken.

Auch die EU hält die russischen Terrorvorwürfe gegen die Ukraine für unbewiesen. "Es ist wichtig festzuhalten, dass es für die Behauptungen der russischen Behörden bislang keine unabhängige Bestätigung gibt", teilte eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini am Donnerstag in Brüssel mit.

Sie wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) keinen Zugang zu der von Russland einverleibten Krim hätten.

Die russische Zeitung "Kommersant" berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, eine Gruppe Männer habe die Tourismusbranche auf der Krim zerstören wollen. Mehrere Festgenommene hätten das zugegeben. Zwei Saboteure seien getötet und fünf festgenommen worden. Die meisten von ihnen seien Bewohner der Krim, einige hätten russische Pässe. Ihr Ziel sei gewesen, Sprengsätze in Ferienanlagen zu zünden und Panik zu verbreiten. Sie hätten erklärt, sie hätten keine Menschen töten wollen.

Russland hatte im März 2014 die zur Ukraine gehörende Krim im Schwarzen Meer nach einer international nicht anerkannten Volksabstimmung annektiert. Dies und Kämpfe im abtrünnigen Osten führten zu internationalen Sanktionen gegen Russland.

Russland rüstet angeblich auf

Ein Sprecher der ukrainischen Grenztruppen sagte, Russland habe in den vergangenen Tagen die Zahl seiner Soldaten an der Grenze zur Ukraine aufgestockt. Es werde auch mehr moderne Ausrüstung herangeschafft.

Inmitten der Spannungen verwies die Ukraine auf ihre militärische Stärke. Die Armee habe genügend Mittel, um das Land verteidigen zu können, sagte der Sprecher des Generalstabes, Wladislaw Selesnjow.

Auch Russland lässt die Muskeln spielen. Die Marine plane ein Manöver im Schwarzen Meer, zitierten Nachrichtenagenturen das Verteidigungsministerium in Moskau. Es solle die Abwehr von Unterwasser-Angriffen durch Saboteure geübt werden.

sda-ats

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