UNO-Sicherheitsrat verurteilt Nordkoreas Raketentest einstimmig


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Auch China mit UNO-Botschafter Liu Jieyi verurteilt den jüngsten Atomtest Nordkoreas.

KEYSTONE/AP/MARK LENNIHAN

(sda-ats)

Der UNO-Sicherheitsrat hat den jüngsten nordkoreanischen Raketentest einstimmig als "ernsthafte Verletzung" von UNO-Resolutionen verurteilt. In einer Dringlichkeitssitzung drohte das Gremium der Führung in Pjöngjang am Montagabend "weitere bedeutende Massnahmen" an.

Das Gremium war auf Bitten von Japan, Südkorea und der USA zu einer Dringlichkeitssitzung hinter verschlossenen Türen zusammen gekommen. Nordkorea hatte den Test vom Sonntag zuvor als Erfolg gepriesen. Machthaber Kim Jong Un habe ihn persönlich überwacht. Das Land verfüge jetzt "über ein weiteres mächtiges Mittel für einen Atomangriff", wurde Kim von den staatlich kontrollierten Medien zitiert.

UNO-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Test scharf. "Diese Handlung ist eine weitere besorgniserregende Verletzung der Resolutionen des Sicherheitsrats. Die Führung in Nordkorea muss dazu zurückkehren, ihre internationalen Verpflichtungen einzuhalten, und sich auf den Pfad der nuklearen Abrüstung begeben."

Das südkoreanische Vereinigungsministerium sprach von einer ernsthaften Sicherheitsbedrohung. Seoul wertete den Test auch als eine Machtdemonstration gegenüber der neuen US-Regierung. Nordkoreas Erklärung am Montag zeige, "dass Pjöngjang keine Absicht hat, sein Ziel aufzugeben, eine Atommacht zu werden", sagte ein Sprecher des Ministeriums vor Journalisten in Seoul.

Auch Russland reagierte besorgt. Russland rufe alle Seiten zur Gelassenheit auf, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Der Weg zum Frieden in der Region führe nur über eine politische Lösung im Atomstreit mit Nordkorea.

Kritik auch aus China

China kritisierte den Test ebenfalls. "Alle Seiten sollten Zurückhaltung üben und gemeinsam Frieden und Sicherheit in der Region erhalten", sagte ein Sprecher des Pekinger Aussenministeriums.

Die Volksrepublik ist zwar Nordkoreas zentraler Handelspartner und Verbündeter. Zugleich hat sich aber die Pekinger Führung über die wiederholten Militärtests irritiert gezeigt, Forderungen auch der USA nach mehr Einflussnahme in Pjöngjang aber zurückgewiesen.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Nordkorea nach dessen fünftem und bisher stärkstem Atomtest im September abermals verschärft.

Transport von atomarem Sprengkopf möglich

Nach Angaben Nordkoreas wurde bei dem Test am Sonntag eine "ballistische Mittel-Langstrecken-Rakete Pukguksong-2" gestartet, bei der es sich um einen neuen Typ eines strategischen Waffensystems gehandelt habe. Die Rakete kann demnach einen atomaren Sprengkopf transportieren.

Die Rakete flog rund 500 Kilometer in Richtung Japan, bevor sie vor der koreanischen Halbinsel ins Meer stürzte. Laut südkoreanischen Militärvertretern erreichte sie eine Höhe von 550 Kilometern.

Das Geschoss wurde demnach mit einer Technik gestartet, die auch bei Starts von U-Booten eingesetzt wird. Die Technologie ist vergleichsweise komplex, weshalb US-Experten Nordkoreas wachsende Fertigkeiten mit Sorge betrachten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Nordkorea trotz internationaler Sanktionen mehr als zwanzig Raketen- und zwei Atomtests absolviert - soviel wie nie zuvor. Nordkoreas Staatschef Kim hatte erklärte zudem, sein Land stünde kurz vor dem Test einer Interkontinental-Rakete. Ein solches Geschoss könnte die 9000 Kilometer entfernte US-Küste erreichen.

Trump sichert Abe Rückendeckung zu

Pjöngjang unternahm den Test, während Japans Ministerpräsident Shinzo Abe zu Gesprächen mit Trump die USA besuchte. Abe verurteilte das Verhalten Nordkoreas. Der Test sei nicht zu tolerieren, sagte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump. Der US-Präsident erklärte, die USA stünden zu "100 Prozent" hinter dem Verbündeten Japan.

Die Regierung in Washington hatte bereits eine entschlossene Reaktion wie eventuell weitere Sanktionen angekündigt. Eine Eskalation solle jedoch vermieden werden.

SDA-ATS

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