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Wales schaffte, was vor dem Turnier im Land mit 3,1 Millionen Einwohnern wohl niemand für möglich hielt: den Einzug in den EM-Halbfinal. Nun wollen die Briten ihr Märchen gegen Portugal fortsetzen.

Als "absolut fantastisch", beschrieb Wales-Trainer Chris Coleman das Gefühl nach dem 3:1-Sieg gegen Belgien. "Wir wussten vor dem Turnier nicht, auf was wir uns einlassen. Nun sind wir so begeistert, hier zu sein und geniessen jeden Moment." Die überschwängliche Freude beim EM-Neuling ist verständlich. Erstmals überhaupt steht Wales an einem grossen Turnier im Halbfinal, nachdem es an der WM 1958 den Viertelfinal erreicht hat.

Coelman, der Baumeister des Erfolgs, zeigte sich sehr angetan von der Leistung seiner Mannschaft - vor allem nach dem frühen Rückstand. "Danach hatten wir mehr mit Ballbesitz und das Spiel über weite Strecken kontrolliert, was nicht manchem Team gegen Belgien gelingt." Sie hätten offensiv sehr gut gespielt und in der Defensive wie Soldaten verteidigt.

Colemans Gegenüber Marc Wilmots konnte sich nicht erklären, dass sein Team sich nach der starken Startphase und der 1:0-Führung plötzlich zurückfallen liess und ängstlich zu agieren begann. "Zudem machten wir zu viele Fehler." Der Vorwurf richtete sich in erster Linie gegen die Verteidigung, die nach den Ausfällen von Jan Vertonghen und Thomas Vermaelen neu formiert werden musste. "Erfahrung kann man nicht so einfach ersetzen", so Wilmots, der seine Zukunft als belgischer Nationaltrainer offen liess. Er werde sich wie angekündigt bei gegebener Zeit dazu äussern.

Während für die "Roten Teufel" ein weiteres Turnier mit einer Enttäuschung endete, geht für Wales das Märchen weiter. Im Halbfinal treffen die Waliser am Mittwoch auf Portugal. Gedanken an einen möglichen Titel verschwenden die Briten aber nicht. "Unsere erste Herausforderung war die Gruppenphase, die nächste der Achtelfinal gegen Nordirland, dann der Viertelfinal gegen Belgien. Die nächste Herausforderung ist nun der Halbfinal gegen Portugal", so Coleman. Trotz des Erfolgs dürften sie nie vergessen, was es gebraucht habe, um hierhin zu kommen, was ihr Glaube, was ihre Identität sei.

Im Halbfinal fehlen werden die beiden gegen Belgien verwarnten Ben Davies und Aaron Ramsey. "Für sie beide ist es enorm hart", sagte Coleman. Aber sie hätten getan, was hätte getan werden müssen, um dem Team zu helfen. "Eine Sperre für zwei Verwarnungen in fünf Spielen ist schon hart. Aber dies sind nun mal die Regeln." Vor allem der Ausfall von Ramsey wiegt schwer. Der Mittelfeldspieler von Arsenal war gegen Belgien der beste Spieler auf dem Platz und bereitete die ersten beiden Treffer vor. "Er ist einer der herausragenden Spieler an diesem Turnier", so Coleman.

sda-ats

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