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Drei Tage nach dem FC Luzern stellt sich dem makellosen FC Basel der nächste Herausforderer in den Weg. Heute sind die Young Boys zu Gast im St.-Jakob-Park.

Als Basels Trainer Urs Fischer am Tag vor dem Duell mit den Young Boys über die Verfassung der Berner sprach, nahm er die letzten Resultate als Grundlage für seine Aussage: "YB kommt nach den Siegen gegen Schachtar Donezk und im Derby mit viel Moral nach Basel." Fast gleichzeitig verkündete aber der YB-Trainer Adi Hütter in Bern: "Sékou Sanogo fällt sechs bis acht Wochen aus. Seine Verletzung ist ein Muskelfaserriss."

Sanogo ist bei YB nicht irgendein Akteur. Er steht als unbestrittener Stammspieler im zentralen Mittelfeld im Zentrum des Berner Spiels. "Er war der Mann, der unser Spiel mitgeprägt hat", urteilte Hütter. Weil neben Sanogo vorerst auch noch der Schweizer Internationale Denis Zakaria fehlt, muss YB im Spitzenspiel ohne seine "Doppel-Sechs" der letzten Saison auskommen. Die beiden Positionen kann Hütter zwar mit den durchaus soliden Milan Gajic und Leonardo Bertone besetzen, doch die Personaldecke wird ausgerechnet vor den wegweisenden Wochen in Meisterschaft und Europacup dünn. "Jetzt müssen wir auf dem Transfermarkt reagieren", so Hütter.

Personelle Probleme plagen die Berner auch in der Abwehr. Nach dem Abgang von Florent Hadergjonaj zum Bundesligisten Ingolstadt und dem Ausfall des zurückgeholten Sven Joss (Schulterverletzung) fehlen bei den Aussenverteidigern nun Alternativen zu Jan Lecjaks und Scott Sutter. Hütter denkt daher über einen Systemwechsel hin zur Dreierabwehr nach (3-5-2 oder 3-4-3). Viel Zeit für die Einübung bleibt nicht: Sechs Tage nach dem Spiel in Basel steht bereits das Hinspiel in den Champions-League-Playoffs gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Programm.

Sorgen mit seinem Kader kennt Urs Fischer derzeit nicht. Zwar muss auch der FCB auf eine Handvoll Spieler verzichten, doch hat der Basler Coach noch immer viel Spielraum. Beim 3:2 in Luzern gab er der Partie mit den Einwechslungen von Renato Steffen und Doppeltorschütze Marc Janko die entscheidende Wende. Von einem geschickten Schachzug des Trainers wollte Fischer hinterher nichts wissen. "Wir haben ein breites Kader, deshalb erwarte ich von den Ersatzspielern, dass sie etwas bewirken."

Beim FC Sion scheint die Zeit von Trainer Didier Tholot nach der Heimniederlage gegen Aufsteiger Lausanne-Sport (fast) abgelaufen. In Lugano bekommt der Franzose zwar nochmals eine Chance, doch selbst bei einem Sieg der Walliser dürfte sich Tholot nicht mehr lange halten können. Eher früher als später wird er über eine schwache Leistung seiner Mannschaft stolpern. Solche waren in den letzten Monaten nämlich die Norm.

In der vergangenen Saison wuchsen die Sittener zwar in einzelnen Europa-League-Spielen sowie im Cup-Viertelfinal gegen Basel über sich hinaus, doch im Alltag schöpften sie ihr Potenzial kaum einmal aus. Dass Constantin trotz Platz 5 und nur einem Sieg aus den letzten sechs Partien mit Tholot in die neue Saison ging, war für einige Beobachter erstaunlich. Nur der Rückhalt bei den Fans hat dem Franzosen im Frühling den Job gerettet.

Luzern will in Vaduz auf die beiden Niederlagen gegen Sassuolo (0:3) und Basel (2:3) reagieren. Trainer Markus Babbel betonte vor der Reise nach Liechtenstein nochmals die guten Leistungen seines Teams in diesen beiden Partien. "Wir waren zweimal nahe dran am Gegner." Mit einem Sieg kann Luzern mindestens Platz 3 in der Tabelle verteidigen.

So weit waren die Innerschweizer zwar auch zum Ende der letzten Saison schon, doch heuer sehen sie sich auch aufgrund der Papierform auf diesem Platz. "Der Konkurrenzkampf auf verschiedenen Positionen hat uns stärker gemacht", so Babbel. Die Rotation hatte am Sonntag bereits ein prominentes Opfer gefordert: Mittelstürmer Marco Schneuwly, mit 16 Toren der Topskorer der letzten Saison, sass gegen Basel nur auf der Bank.

sda-ats

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