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Ob jemand in der Schweiz eine Arbeitsbewilligung erhält, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, so etwa vom Herkunftsland, von Ausbildung und Fähigkeiten sowie festgesetzten Quoten.

Die Schweiz hat für Ausländer und Ausländerinnen, die hier arbeiten wollen, ein duales System. Staatsangehörige aus Staaten der EU-und der EFTA (Europäische Freihandels-Assoziation) profitieren vom freien Personenverkehr und können sich grundsätzlich drei Monate in der Schweiz aufhalten, um eine Arbeitsstelle zu finden. Die Dauer kann auf sechs Monate ausgeweitet werden.

Am 23. Juni 2016 hat sich Grossbritannien entschieden, die EU zu verlassen. Während den mindestens zweijährigen Verhandlungen wird das Land EU-Mitglied bleiben, womit der freie Personenverkehr weiterhin gilt. Danach ist nicht klar, wieweit der so genannte Brexit britische Bürgerinnen und Bürger betreffen wird, die in der Schweiz arbeiten wollen.

Unter die zweite Kategorie fallen Staatsangehörige aus allen anderen Ländern (so genannte Dritt-Staaten), für die restriktivere Vorgaben gelten. Sie müssen über einen Arbeitsvertrag und eine Arbeitsbewilligung verfügen, bevor sie einreisen können. Ein Stellenangebot allein ist noch keine Garantie, dass eine Arbeitsbewilligung erteilt wird.

Familienangehörige von ausländischen Personen dürfen sich unabhängig von ihrer Nationalität unter Einhaltung gewisser Bedingungen ebenfalls in der Schweiz niederlassen. Als Familienangehörige gelten Ehepartner/Ehepartnerin, Kinder unter 21 Jahren oder Angehörige, für die eine Person das Sorge- oder Pflegerecht hat, unabhängig von deren Alter.

Für die Ausstellung der Bewilligungen sind die Kantone zuständig.

Weil die Wiedereinführung von Zuwanderer-Quoten, der das Schweizer Stimmvolk am 9. Februar 2014 zugestimmt hat, das bilaterale Abkommen über den freien Personenverkehr mit der EU verletzt, muss dieses bis 2017 neu verhandelt werden. Ansonsten wird es aufgehoben.

Detaillierte Informationen für EU-/EFTA-Staatsangehörige finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Migration.

Detaillierte Informationen für Staatsangehörige aus Drittstaaten finden Sie ebenfalls auf der Website des Staatssekretariats für Migration.

Ich komme aus einem EU-/EFTA-Staat

Staatsangehörige aus dem EU-/EFTA-Raum profitieren vom Personenfreizügigkeits-Abkommen, das 2002 in Kraft getreten und seither mehrmals aktualisiert worden ist. Aufgrund des Abkommens haben Bürger und Bürgerinnen dieser Staaten seither das Recht, in die Schweiz zu kommen, sich hier niederzulassen, eine Stelle zu suchen oder einer selbstständigen Arbeit nachzugehen.

Die genauen Bestimmungen zu den einzelnen EU- und EFTA-Staaten finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Migration.

Kategorien

Die Aufenthaltsbewilligungen für EU-/EFTA-Staatsangehörige sind in verschiedene Kategorien eingeteilt und werden durch Buchstaben definiert. Die einzelnen Kategorien bedeuten im Folgenden:

L: Kurzaufenthaltsbewilligung

Die Gültigkeitsdauer dieser Bewilligung hängt von der Dauer des Arbeitsvertrages ab, meistens zwischen 3 und 12 Monaten. Einen L-Ausweis erhalten Personen, die ein befristetes Arbeitsverhältnis von unter einem Jahr haben. Aktiv eine Stelle Suchende erhalten nach drei Monaten in der Schweiz ebenfalls einen L-Ausweis, der bis 12 Monate gelten kann. Ein L-Ausweis kann nach einem Jahr erneuert werden. Der Wechsel von Wohn- und Arbeitsort ist frei.

Bis zu drei Monate dürfen EU-/EFTA-Staatsangehörige ohne Bewilligung in der Schweiz einer Arbeit nachgehen, es besteht nur eine Meldepflicht. Dauert die Erwerbstätigkeit unerwartet länger, muss man sich bei der Wohngemeinde anmelden und eine Aufenthaltsbewilligung beantragen.

Staatsangehörige der "alten" EU-Staaten, der EU17-/EFTA-Staaten, die für weniger als drei Monate in der Schweiz einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen oder von einer Firma im EU17-/EFTA-Raum für Kurzeinsätze unter 90 Tagen in die Schweiz entsendet werden, brauchen keine Bewilligung. Es besteht aber eine Meldepflicht; man kann sich online registrieren. Die Anmeldung muss vor Aufnahme der Arbeit erfolgen.

Angehörige der übrigen EU-Staaten kommen unter Umständen auch in den Genuss dieser Regelung. Auch Angehörige aus Drittstaaten können für kurzfristige Einsätze ohne Bewilligung in die Schweiz entsandt werden, wenn sie seit mindestens einem Jahr in den europäischen Arbeitsmarkt integriert sind.

Detaillierte Angaben finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Migration.

B: Aufenthaltsbewilligung

Die Aufenthaltsbewilligung, B-Ausweis, erhalten Personen, die ein unbefristetes oder mindestens 12 Monate dauerndes Arbeitsverhältnis haben. Die Bewilligung hat eine Gültigkeitsdauer von 5 Jahren und wird um weitere 5 Jahre verlängert, wenn die oben genannten Voraussetzungen weiterhin erfüllt werden. Die Verlängerung kann auf ein Jahr begrenzt werden, falls die Person seit mehr als 12 Monaten in Folge arbeitslos gewesen ist.

Auch Personen, die sich (bei ausreichenden finanziellen Mitteln) ohne Erwerbstätigkeit hier niederlassen, erhalten einen B-Ausweis. Ebenso erhalten Personen, die sich in der Schweiz selbstständig machen und diese Selbstständigkeit nachweisen können, eine Aufenthaltsbewilligung für 5 Jahre. Der Wechsel von Wohn- und Arbeitsort ist frei.

C: Niederlassungsbewilligung

Staatsangehörige der 15 "alten" EU-Staaten und der EFTA-Staaten erhalten diese unbefristete Bewilligung nach einem ordentlichen, ununterbrochenen Aufenthalt von 5 Jahren in der Schweiz. Angehörige der übrigen EU-Staaten erhalten den C-Ausweis vorerst normalerweise erst nach einem ordentlichen, ununterbrochenen Aufenthalt von 10 Jahren. Der Wechsel von Wohn- und Arbeitsort ist frei.

G: Grenzgänger

Ausländer und Ausländerinnen, die ihren Wohnsitz im Ausland haben und in einer Schweizer Grenzzone arbeiten, können einen G-Ausweis beantragen. Die Grenzzonen werden zwischen der Schweiz und ihren Nachbarstaaten in Abkommen geregelt. Für Staatsangehörige der EU17 und der EFTA gelten keine Grenzzonen mehr. Alle Grenzgänger müssen aber mindestens einmal pro Woche an ihren ausländischen Wohnsitz zurückkehren.

Mehr Informationen zur Grenzgänger-Bewilligung finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Migration.

Ich komme aus einem Nicht-EU-/EFTA-Staat

Für Bürgerinnen und Bürger aus so genannten Drittstaaten ist der Zugang viel restriktiver. Arbeitskräfte, die nicht aus EU- oder EFTA-Staaten stammen, müssen ein garantiertes Stellenangebot und eine Arbeitsbewilligung haben, bevor sie in die Schweiz kommen.

Eine Person aus einem Drittstaat kann eine Stelle nur antreten, wenn sie gut qualifiziert ist und für die Stelle niemand aus dem Schweizer oder dem EU-/EFTA-Wirtschaftsraum gefunden werden konnte.

Der Arbeitgeber muss nachweisen können, dass er für die Besetzung der Stelle "intensiv" nach einer einheimischen Kraft oder einer Person aus dem EU-/EFTA-Raum gesucht hatte. Die Zahl der Arbeitsbewilligungen für Drittstaaten-Angehörige ist zudem begrenzt (Kontingente).

Die besten Chancen auf eine Arbeitsbewilligung haben Manager, Spezialisten und andere hoch qualifizierte Personen, oder anders gesagt, Personen mit Universitätsabschluss und Berufserfahrung. Bisweilen wird auch verlangt, dass Bewerber und Bewerberinnen mindestens eine der Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch) beherrschen.

Unter bestimmten Umständen ist es überdies möglich, für temporäre Lehraufträge, für Joint Ventures, den Transfer von Managern oder Fachleuten oder für bestimmte Stellen im Kultur- und Kunstbereich Arbeitsbewilligungen für Drittstaatenangehörige zu erhalten.

Wie lange das Verfahren zum Erteilen einer Arbeitsbewilligung dauert, hängt von den Umständen ab. Klare Fälle, bei denen alle notwendigen Formulare vorliegen und sich keine komplexen Nachforschungen aufdrängen (wie etwa bei der Versetzung eines Topmanagers), können unter Umständen innerhalb von drei Wochen erledigt werden. Es kann aber auch Monate dauern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Migration.

Kategorien

Die Aufenthaltsbewilligungen sind in verschiedene Kategorien eingeteilt und werden durch bestimmte Buchstaben definiert. Die einzelnen Kategorien bedeuten im Folgenden:

L: Kurzaufenthaltsbewilligung

Diese Bewilligung können Personen aus Drittstaaten erhalten, die typischerweise für bis zu einem Jahr in der Schweiz arbeiten, solange die Kontingente nicht ausgeschöpft sind. Die Gültigkeitsdauer richtet sich nach dem Arbeitsvertrag. Sie kann ausnahmsweise bis zu insgesamt 24 Monaten verlängert werden, wenn der Arbeitgeber derselbe bleibt. Als Kurzaufenthalte gelten auch Praktika im Rahmen einer Aus- oder Weiterbildung.

B: Aufenthaltsbewilligung

Diese Bewilligung wird für Drittstaaten-Angehörige in der Regel beim ersten Mal auf ein Jahr befristet. Pro Jahr wird eine festgelegte Zahl von Bewilligungen erteilt (Kontingente). Der B-Ausweis wird normalerweise jährlich erneuert, wenn keine Gründe dagegen vorliegen, wie Fürsorgeabhängigkeit oder Straftaten. Die Bewilligung ist an den Arbeitgeber gebunden und der Ausweishalter muss in jenem Kanton leben, der die Bewilligung erteilt hat. Die Steuern werden als Quellensteuern erfasst, also beim Lohn direkt abgezogen.

C: Niederlassungsbewilligung

In der Regel können Drittstaaten-Angehörige nach einem ununterbrochenen Aufenthalt von 10 Jahren eine Niederlassungsbewilligung, C-Ausweis, erhalten. Für Staatsangehörige aus den USA und aus Kanada gilt eine Frist von 5 ununterbrochenen Jahren. Personen mit einem C-Ausweis können ihren Arbeitgeber und Wohnort frei wählen und sind auch nicht mehr quellensteuerpflichtig.

Zuständig für das Ausstellen der Bewilligungen sind die Kantone, zusätzlich braucht es die Zustimmung des Bundes.

Detaillierte Auskünfte zu den Formalitäten (Wo muss man was beantragen, welche Formulare ausfüllen, wie lange dauert es, etc.) erteilen die zuständigen Behörden der Kantone. Eine Liste finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Migration.

Zudem sind auf der Website des Staatssekretariats für Migration weitere Informationen zum Verfahrensablauf zu finden.

Anmeldungsprozedur

EU-/EFTA-Staatsangehörige, die länger als drei Monate in der Schweiz wohnen und/oder hier einer Erwerbstätigkeit nachgehen wollen, müssen sich innerhalb von 14 Tagen nach ihrer Ankunft auf der Wohngemeinde anmelden. Die Anmeldung muss erfolgen, bevor eine Arbeit aufgenommen wird.

Für Staatsangehörige aus den übrigen Staaten gelten für die Anmeldung dieselben Fristen. Es kommen aber im Vorfeld ein paar weitere Schritte dazu: Wenn jemand in der Schweiz eine Stelle antreten wird, kümmert sich im Normalfall der Arbeitgeber vor der Ankunft um die Einreiseformalitäten. Sind alle Formulare ausgefüllt, müssen diese an die Schweizer Botschaft oder das Konsulat im betreffenden Land geschickt werden, damit ein Visum ausgestellt werden kann.

Nach der Ankunft in der Schweiz muss man sich innerhalb von 14 Tagen bei der Wohngemeinde anmelden. Die Gemeinde leitet in der Regel die Unterlagen an die kantonale Behörde weiter, welche die entsprechende Aufenthaltsbewilligung (L-, B- oder C-Ausweis) ausstellen wird.

Zum Anmelden bei der Wohngemeinde müssen folgende Dokumente mitgebracht werden: Gültiger Pass, Passfotos, Arbeitsvertrag, Bestätigung der Krankenversicherung, Zivilstands-Dokumente. Die Vorgaben zum Ausstellen der Aufenthaltsbewilligungen sind sehr spezifisch. Es lohnt sich, im Vorfeld mit den kantonalen Behörden genau abzuklären, welche Dokumente auf die Gemeinde mitgebracht werden müssen.

Die Adressen der zuständigen kantonalen Behörden finden Sie auf der Website des Staatssekretariats für Migration.

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