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Bellinzona: Eine Stadt mit drei Burgen im Herzen


Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro heissen die drei Stadt-Kastelle von Bellinzona, die seit 2000 von der Unesco im Welterbe aufgeführt sind. Ein Augenschmaus, der viel zum touristischen Wiederaufschwung der Stadt beigetragen hat.

Die Kastelle von Bellinzona gehören zu den bekanntesten Zeugen mittelalterlicher Befestigungsanlagen in der Schweiz. Und heute zum Standard der touristischen Attraktionen des Landes. Ihr Bau inklusive der Talsperre geht auf die Mailänder Herzöge im 15. Jahrhundert zurück.

Die Auszeichung durch die Unesco habe der Stadt nicht nur neue Touristen gebracht, ist der Direktor von Bellinzona Turismo, Franco Ruinelli, überzeugt. "Sogar die Tessiner selbst haben seither ihre Burgen wiederentdeckt."

Die Unesco hat die Burgen nicht nur den Leuten der Region nähergebracht. "Auch die Art und Weise, wie man diese Bauten heute betrachtet, ist anders. Die Aufnahme in die Liste des Kulturerbes hat auch die Art verändert, wie für sie geworben wird."

Castelgrande, die alte Burg

Vom Tessiner Architekten Aurelio Galfetti meisterhaft restruktiert, ist das Castelgrande die grösste der drei Burgen. Es wird seit dem 15. Jahrhundert auch "Castello vecchio" (alte Burg), seit Beginn des 16. Jahrhunderts Kastell von Uri und seit 1818 Kastell von San Michele genannt.

Mitten im Stadtzentrum gelegen, ist das Castelgrande ein stummer und eleganter Zeuge des Alltags der Stadt: Zu seinen Füssen, in der Piazza del Sole, trifft man sich. Das Gebäude dient auch für offizielle Empfänge.

Ins Kastell kommt man zu Fuss oder mit einem Lift. Ein historisches Museum, ein Restaurant, ein Grottino (Beizli) und Mehrzweck-Räume gehören dazu.

Montebello, das Schloss dazwischen

Der eindrückliche Komplex von Montebello, seit 1506 Schwyzer Burg und seit 1818 Kastell Sankt Martin genannt, ruht auf einem Felsrücken. Es ist das urbane Zentrum von Bellinzona.

Im 19. Jahrhundert wurde es von den Bewohnern verlassen. Seit 1903 gab es erste Restaurationen. Zwischen 1971 und 1974 wurden die Innen-Bauten restrukturiert, um Ausstellungsraum zu schaffen.

"Die Struktur der Burg Montebello ist sehr delikat", sagt Ruinelli. Es gebe Projekte, auch diese zu restaurieren, doch sei hier äusserste Vorsicht geboten.

Heute ist im Montebello das Kantonsmuseum mit der archäologischen Sammlung untergebracht. Dieses Kastell erinnert am ehesten noch an eine Märchenburg - und wird oft für Feste und Theateraufführungen benutzt.

Sasso Corbaro, das Höchstgelegene

Sasso Corbaro ist das höchstgelegene der drei Kastelle. Es offeriert Besuchern ein einzigartiges Panorama. Ab 1506 hiess es auch Kastell Unterwalden, ab 1818 Santa Barbara. Es liegt im Südwesten Bellinzonas, bereits stadtauswärts, im Grünen.

1894 hatte man es noch als "Bauwrack" bezeichnet. Die Tessiner Architektin Paola Piffaretti hat das Bauwerk aufgewertet. Aus dem "baufälligen Schutt" wurde eine glanzvolle Schutzanlage.

Im Kastell sind heute ein Restaurant und Ausstellungsräumlichkeiten untergebracht. Die Burganlage ist auch in die Landschaft integriert, dank einem Netz von Wegen und der Säuberung des gesamten Hügels.

Stadtmauern

"Im Unterschied zu den Befestigungsmauern anderer alten Städte bestehen jene von Bellinzona aus zwei separate Linien", erklärt Werner Meyer in seinem Kastell-Führer.

"Die Mauern steigen an, um in die Verteidigungs-Konstruktionen des Castelgrande und Montebello überzugehen. Wobei man nicht genau weiss, wo die Stadtmauern beginnt und die äussere Mauer der Kastelle endet."

Das ursprüngliche Gemäuer, das noch 60% der Bausubstanz ausmacht, ist in den letzten 100 Jahren oft modifiziert worden.

swissinfo, Bellinzona, Françoise Gehring
(Übertragung aus dem Italienischen: Alexander Künzle)

Die Burgen aus Unesco-Sicht

Der Fortifikations-Komplex von Bellinzona ist ein aussergewöhnliches Beispiel einer spätmittelalterlichen Verteidigungsanlage.

Sie sollte den strategisch wichtigen Gotthardpass schützen.

Die Burgen von Bellinzona sind ein gutes Beispiel von Architektur und Landschaft. Sie zeugen von einer wichtigen historischen Epoche.

Unesco-Welterbe

Die Unesco ist die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Sie ist eine internationale Organisation und gleichzeitig eine Sonderorganisation der UNO.

Ihr Sitz ist in Paris. Vertreten sind 193 Staaten.

Zu ihren Aufgabengebieten gehört die Förderung von Bildung ("Bildung für alle"), Wissenschaft (Zwischenstaatliche Zusammenarbeit) und Kultur sowie Kommunikation und Information.

Das "World Heritage Comittee" verwaltet das Welterbe der Menschheit.

Dieses setzt sich aus Weltkulturerbe und Weltnaturerbe zusammen.

Insgesamt umfasst die Unesco-Liste des Welterbes fast 900 Denkmäler in über 140 Ländern.

Davon sind 679 als Kulturdenkmäler und 174 als Naturdenkmäler gelistet.

Weitere 25 Denkmäler werden sowohl als Kultur- als auch als Naturerbe geführt.

Unesco-Welterbe in der Schweiz

Weltkulturerbe:

- Altstadt von Bern (1983),
- Stiftsbezirk St. Gallen (1983)
- Kloster St. Johann von Müstair (1983),
- 3 Burgen und Festungen von Bellinzona (2000),
- Lavaux Weinbergterrassen (2007),
- Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina (2008).

Weltnaturerbe:

- Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn (2001),
- Monte San Giorgio (2003)
- Schweizer Tektonikarena Sardona (2008).

Biosphären:

- Biosphäre Entlebuch
- Schweizerischer Nationalpark.



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