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Die Schweiz und das Kaffeegeschäft

Kaffee-Ernte in Costa-Rica.

(swissinfo.ch)

Die Schweiz ist im Kaffeegeschäft eine Grossmacht. Mehr als 70% des Weltkaffeevolumens werden direkt oder indirekt in der Schweiz gehandelt.

Tradition, eine hervorragende Infrastruktur und steuerliche Vorteile haben dazu geführt, dass die grossen Kaffeehändler und Röster ihre Firmensitze in der Schweiz haben.

Im globalen Kaffeehandel gibt es rund 350 Firmen, die sich am Geschäft mit den aromatischen Bohnen beteiligen. Die grössten unter ihnen haben ihr Domizil in der Schweiz.

Auch die weltweit führenden Kaffeeröster operieren von der Schweiz aus.

Der Kaffeepreis wird von verschiedenen Marktteilnehmern gemacht. Die Röster und Händler in der Schweiz sind dabei, so wie auch die Rohstoffbörse von New York.

Markus Fischer, ein Schweizer Kaffee-Experte in Costa Rica, präzisiert gegenüber swissinfo die Bedeutung der Schweiz als Zentrum des Kaffeehandels: "Es stimmt, dass die Schweiz ein grosses Handelsland ist. Aber die Wertschöpfung im Kaffeegeschäft passiert nicht in der Schweiz. Es ist der formelle Kaffee-Handel, der über die Schweiz abgewickelt wird."

Wer beeinflusst den Kaffeepreis sonst noch? "Brasilien, der weltgrösste Kaffeeproduzent, spielt bei der Gestaltung des Kaffeepreises eine entscheidende Rolle", meint Otto Klöti gegenüber swissinfo.

Klöti ist in Costa Rica seit 60 Jahren im Kaffee-Geschäft tätig. "Nach einem Frost in Brasilien kann der Preis für den Rohstoff Kaffee um 100% steigen", erklärt Klöti.

Auch kleine Produzenten beeinflussen den Preis

Der Schweizer Kaffeebaron in Costa Rica beschreibt den Hintergrund der labilen Preismechanik im Kaffeehandel: "Wenn sich eine Verknappung in der weltweiten Kaffeeproduktion abzeichnet, werden grosse Lagerbestände aufgebaut, gleichzeitig versuchen die Produzenten in Zentralamerika ihre Kaffee-Produktionsflächen auszudehnen. In Zyklen von fünf Jahren sind dann Kaffee-Überproduktionen auf dem Weltmarkt programmiert; der Preis rasselt in den Keller", so Klöti.

Wie ist es für einen Schweizer Kaffeeverarbeiter in Costa Rica möglich, trotz hoher Preisschwankungen profitabel Kaffee anzubauen? "Die Hälfte unseres geernteten Kaffees ist beste Qualität. Dafür erzielen wir Preise, die weit über den Vorgaben aus der Schweiz und New York liegen können. Für den Rest der Ernte erhalten wir nur, was der jeweilige Weltmarktpreis hergibt. Entscheidend ist ein guter Mix", schliesst Otto Klöti.

Konzentration im Kaffeegeschäft beschleunigt Handel

Die Konzentration der Kaffeehändler auf dem Weltmarkt hat das Geschäft in den vergangenen Jahrzehnten markant beeinflusst. "Früher mussten wir uns zu einem bestimmten Zeitpunkt entscheiden, 250 Säcke zu verkaufen. Heute müssen wir in wenigen Minuten auf eine Anfrage für 10'000 Säcke reagieren können", erläutert Jürgen Plate gegenüber swissinfo.

Plate war in Costa Rica während Jahrzehnten für einen Schweizer Kaffeeverarbeiter tätig. "Termingeschäfte an der Börse machten es erst möglich, gute Preise abzusichern."

Die grossen Kaffeehändler in der Schweiz schauen der Kaffee-Ernte 2008 mit guten Gefühlen entgegen. Die Experten sehen eine Weltproduktion von 114 Millionen Säcken voraus, bei einem geschätzten Weltverbrauch von 122 Millionen Säcken. Preissteigerungen stehen an.

Kaffeesatzlesen über den Kaffeepreis

Bis der Kaffee beim Konsumenten in die Tasse rinnt, fallen fixe und variable Kosten an. Unabhängig, ob Pflanzer und Verarbeiter für ihren Kaffee mehr oder weniger bekommen, bleiben die preisbestimmenden Kosten für die Fracht und die Lagerhaltung gleich.

swissinfo, Erwin Dettling, San José, Costa Rica

Kaffee in der Schweiz

Die Schweiz hält im weltweiten Vergleich der Kaffeetrinker (Tassen pro Jahr) mit 1125 Tassen die 5. Position.

Die grössten Kaffeetrinker der Welt sind die Finnen (1650 Tassen), gefolgt von den Schweden (1500 Tassen), den Norwegern (1485 Tassen) und den Dänen (1365).

Die Schweizer Männer treiben den durchschnittlichen Kaffeekonsum in die Höhe. Sie trinken mit 3,1 Tassen pro Tag mehr Kaffee als Frauen (2,7 Tassen).

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