Alle News in Kürze

Nach stundenlangen Gefechten nahm die Polizei mehrere Personen fest, die mit den Drogendealern zusammengearbeitet haben sollen.

KEYSTONE/AP/SILVIA IZQUIERDO

(sda-ats)

Eine Schiesserei zwischen mutmasslichen Drogenhändlern und der Polizei hat die Bewohner von zwei Armenvierteln in Rio de Janeiro in Atem gehalten. Bei der stundenlangen Verfolgungsjagd wurden am Montag drei Verdächtige getötet und fünf weitere Menschen verletzt.

Die Auseinandersetzung begann am Montagmorgen (Ortszeit) mit Angriffen auf mehrere Polizeiposten in der Favela Pavão-Pavãozinho. Die Schüsse lösten im Viertel nahe der weltberühmten Copacabana Panik aus.

Die Beamten forderten Verstärkung an und lieferten sich bis in den Nachmittag hinein Schusswechsel mit den Angreifern. Auch das Viertel Cantagalo war von der Schiesserei betroffen. In Pavão-Pavãozinho flüchteten die Bewohner in ihre Häuser, die Polizei sperrte Strassen und eine U-Bahnstation.

Zwei Verdächtige seien im Spital ihren Verletzungen erlegen, teilte die Militärpolizei mit. Ein dritter Verdächtiger stürzte demnach von einem die Hütten überragenden Felsen in den Tod. In seinem Rucksack seien acht Kilogramm Kokain gefunden wurden.

Fünf weitere Personen wurden verletzt, unter ihnen drei Polizisten. Acht Verdächtige wurden festgenommen. Ausser dem Kokain beschlagnahmte die Polizei auch Schusswaffen.

Anwohner flüchten in Häuser

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah, wie die bewaffneten Beamten aus ihren Polizeiwagen stiegen und sich in den Strassen des Armenviertels verteilten. Unterstützt wurden sie durch einen Helikopter, der das Gebiet überflog.

Einige Bewohner berichteten von explodierenden Handgranaten. Passanten flüchteten sich in die Häuser, Autofahrer rasten in ihren Autos aus dem Slum hinaus. Ladenbesitzer liessen die Storen ihrer Geschäfte herunter.

Eine weitere Schiesserei zwischen Drogenhändlern und Polizisten wurde aus dem Armenviertel Cidade de Deus (Stadt Gottes) im Westen von Rio de Janeiro gemeldet.

Rio kämpft seit jeher mit einer hohen Verbrechensrate. Die Drogenbanden, die in der 6,5 Millionen Einwohner zählenden brasilianischen Metropole aktiv sind, sind schwer bewaffnet. Raubüberfälle und andere Gewalttaten sind an der Tagesordnung.

Zum Schutz der Olympischen Sommerspiele in Rio wurden im August 85'000 Polizisten eingesetzt - doppelt so viele wie bei den Spielen 2012 in London.

sda-ats

 Alle News in Kürze