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Ehemaliger Chef der "Patriotischen Front" getötet

Marcel Strebel war durch seine rechtsextremen Ausfälle national bekannt.

(Keystone)

Der Rechtsextremist Marcel Strebel ist in einem Streit erschossen worden. Der mutmassliche Täter, ein 30-jähriger Mann aus Burgdorf, ist geständig und befindet sich in Haft, wie die Berner Kantonspolizei am Montag (23.07.) mitteilte. Die Tat habe keinen rechtsextremen Hintergrund.

Der frühere Chef der rechtsextremen "Patriotischen Front" war laut Polizei am Sonntag aus dem Ausland zurückgekehrt und stattete in Burgdorf einem Bekannten einen Besuch ab. Dabei soll es zu einem Streit zwischen dem 30-jährigen Sohn des Bekannten und dem 51-jährigen Strebel gekommen sein. Als die Auseinandersetzung um 19.00 Uhr eskaliert sei, habe sich der Jüngere seines Sturmgewehrs behändigt und mehrere Schüsse auf Strebel abgegeben. Dabei sei dieser tödlich verletzt worden.

Nach der Tat alarmierte der mutmassliche Täter die Polizei und liess sich widerstandslos festnehmen. Nach bisherigen Erkenntnissen hat die Tat keinen politischen Hintergrund. Der Täter stamme nicht aus dem rechtsextremen Milieu, sagte Polizeisprecher Olivier Cochet.

Verurteilt wegen Schüssen auf Polizeibeamte

Strebel ist erst kürzlich vorzeitig aus einer 24-monatigen Haft entlassen worden. Er war im Januar 1999 vom Schwyzer Kantonsgericht verurteilt worden, weil er 1994 bei einer nächtlichen Schiesserei das Leben zweier Polizisten gefährdet hatte. Als er die Strafe absitzen sollte, tauchte er unter. Strebel wurde darauf international gesucht. Im Februar 2000 wurde er in Spanien von der Polizei vorübergehend festgenommen - nicht wegen des internationalen Haftbefehls, sondern weil er sich als Autopneustecher betätigt hatte. Im April kehrte Strebel freiwillig in die Schweiz zurück.

Frontenfrühling

Strebel hatte 1988 als Mitglied der Nationalen Aktion zusammen mit den Zugern Otto Rölli und Peter Kluser die Patriotische Front gegründet und damit den «Frontenfrühling 1989» eingeleitet. Zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch des Faschismus traten in der Schweiz Rechtsextreme wieder an die Öffentlichkeit. Strebels Karriere als Rechtsextremer ist von Waffen und Gewalt geprägt. Ein Anschlag auf eine Asylunterkunft in Steinhausen ZG, eine Schiesserei in Gersau SZ, die Störung der Bundesfeier 1991 in Brunnen und Pöbeleien gehören dazu.

Der Gersauer wurde zum Sorgenkind der Schwyzer Justiz. Mehrmals musste diese sich den Vorwurf gefallen lassen, sie fasse den Rechtsextremen mit Samthandschuhen an. Um sich zu verteidigen, klagte Strebel - manchmal mit Erfolg - auch gegen Journalisten und Polizisten. 1991 kandidierte Strebel im Kanton Schwyz mit der «Partei für die Zukunft» für den Nationalrat. Die Partei erzielte auf Anhieb 6,4 Prozent der Stimmen.

swissinfo und Agenturen

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