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Filmfestival Genf: Hollywood kämpft für Menschenrechte




Am 6. Internationalen Filmfestival über Menschenrechte in Genf sind auch zahlreiche Filme aus Hollywood vertreten.

Die amerikanischen Filme beschäftigen sich vor allem mit einem Thema: dem Krieg gegen den Terrorismus. swissinfo sprach mit dem Ko-Festivaldirektor Léo Kaneman.

Wenn man an Hollywood denkt, dann kommen einem sofort Unterhaltungsfilme oder patriotische Grossproduktionen in den Sinn. Dieses Jahr fällt auf: Die amerikanische Traumfabrik hat eine ganze Reihe von kritischen Filmen produziert, die den Krieg gegen den Terror anklagen.

Davon sind auch einige am Filmfestival über Menschenrechte in Genf zu sehen. Ausgewählt hat sie namentlich Léo Kanemann, der mit Yaël Reinharz Hazan das Festival leitet.

swissinfo: Wie kamen Sie für die diesjährige Programmselektion gerade auf Hollywood?

Léo Kaneman: Wir entschieden, das Festival während der Frühlingssession des Menschenrechtsrats durchzuführen. Unserer Ansicht nach ist dieser zu stark mit der Realpolitik beschäftigt. Am Filmfestival können wir Menschenrechtsfragen abdecken, die dort keinen Platz finden. Das Filmfestival ist Ausdruck der freien Zivilgesellschaft.

Ich denke dabei an Themen wie Menschenrechtsverletzungen in China, Russland oder Guantanamo. Seit dem Start des Festivals 2003, haben wir uns auf Filme konzentriert, die sowohl vom politischen Inhalt als auch vom künstlerischen Aspekt wertvoll sind.

Denn je besser ein Film gemacht ist, desto eher nimmt er Einfluss auf die Menschenrechtsdebatten. In den USA gibt es zahlreiche Menschen, namentlich Künstler und Schriftsteller, die mit der aktuellen Politik nicht einverstanden sind.

swissinfo: Auf dem Programm stehen mehrere Filme mit dem amerikanischen Schauspieler George Clooney wie "Syriana" und "Darfour".

LK: Ich glaube, dass George Clooney, Mia Farrow und Steven Spielberg sehr radikal sind, das gefällt mir. Spielberg hat sich aus Protest gegen den chinesischen Einfluss in Darfur geweigert, einen Film über die Olympischen Spiel in Peking zu drehen.

Diese Menschen beobachten nicht nur, was in der Welt passiert, sie klagen Menschenrechtsverletzungen auch an. Diese renommierten Künstler erreichen das grosse Publikum.

Spielberg hat gesagt, dass er aus Gewissensgründen keinen Film über die Olympischen Spiele in Peking habe machen können. Alle kennen Spielberg, und wenn er etwas sagt, hören die Leute zu. Er kann sogar die Politik beeinflussen.

Es ist schade, dass im Gegensatz zu den Künstlern, Schauspielern und Regisseuren nur wenige Journalisten und Schriftsteller – mit Ausnahme von Russel Banks – die amerikanische Politik offen kritisieren. Doch Hollywood hat eine ganze Reihe von äusserst interessanten Filmen zum Thema Menschenrechtsverletzungen vorzuweisen.

swissinfo: Welcher von den Filmen, die dieses Jahr in Genf gezeigt werden, gefällt Ihnen am besten?

LK: Einer der wichtigsten Filme ist sicher "Judgment at Nuremberg", der Klassiker von Stanley Kramer aus dem Jahr 1961. Dieser Film steht für die universellen Menschenrechte, die Frage von Gerechtigkeit und Strafe.

Mein persönlicher Lieblingsfilm ist "Syriana", denn ich bin ein grosser George Clooney Fan. In diesem Thriller wird ein wichtiges Thema behandelt, nämlich wie die amerikanischen Geheimdienste CIA Länder destabilisieren können.

Auch "Darfur now" mit George Clooney und Don Cheadle ist eine sehr interessante Analyse, die zeigt, dass die Regierung Bush die Greueltaten in Darfur aus politischen Gründen als Genozid bezeichnete.

swissinfo-Interview: Frédéric Burnand und Pamela Taylor, Tribune des droits humains
(Übertragung aus dem Französischen: Corinne Buchser)

Das Festival in Kürze

Das FIFDH (Festival du Film et Forum international sur les Droits de l'Homme) fällt zeitlich nicht nur mit der 7. Konferenz des Menschenrechtsrats zusammen, sondern auch mit dem 60. Geburtstag der Erklärung der Menschenrechte.

Deshalb schlägt das FIFDH der Stadt Genf vom 7. bis 16. März "10 Tage Mobilisierung, Debatten und Kino gegen Menschenrechtsverletzungen" vor.

Unter dem Motto "Ein Film, ein Thema, eine Debatte" will das Festival Menschenrechtsverletzungen insbesondere in China, Russland, Darfour und Burma anprangern, auf den wachsenden Populismus in Europa und die Rolle der Frauen im Kampf gegen die Strafffreiheit reagieren.

Mehrere Filme werden - gemeinsam mit dem Internationalen Filmfestival von Freiburg - zum ersten Mal gezeigt, darunter "Calle Santa Fe", "To Die in Jerusalem", "The Dictator Hunter" oder "Le système Poutine".



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