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Der Staatsfonds 1MDB bringt eine weitere Schweizer Bank in Schwierigkeiten. (Symbolbild).

KEYSTONE/AP/JOSHUA PAUL

(sda-ats)

Die Finanzmarktaufsicht Finma sanktioniert die Zürcher Privatbank Falcon wegen deren Umgang mit dem malaysischen Staatsfonds 1MDB. Sie zieht den ungerechtfertigten Gewinn von 2,5 Millionen Franken ein und droht mit Entzug der Banklizenz.

Die Falcon Private Bank habe "schwer" gegen die Geldwäschereibestimmungen verstossen. Zudem habe Falcon in "schwerer Weise" gegen die Anforderungen an die Gewähr für einwandfreie Geschäftstätigkeit verstossen; die Falcon Bank habe komplexe Transaktionen in markanter Höhe "mangelhaft" abgeklärt; und zwei Verwaltungsräte hätten eigene "illegitime" Zwecke verfolgt, heisst es in der Mitteilung, die die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma in der Nacht auf Dienstag verschickt hat.

Busse in Millionenhöhe

Für drei Jahre darf die Bank keine Geschäftsbeziehungen mit ausländischen Personen eingehen, die politisch exponiert sind (PEP). Für den Wiederholungsfall droht die Finma mit dem Entzug der Banklizenz. Und die Falcon Bank muss die Unabhängigkeit ihres Verwaltungsrats verstärken.

Unter Druck gerät die Falcon Bank mit Hauptsitz in Zürich vor allem in Singapur. Die dortige Monetary Authority (MAS) verfügt, dass die Bank in Singapur schliessen muss und zudem eine Busse von 4,3 Millionen Singapur Dollar (3,1 Millionen Franken) bezahlen muss.

Die Singapurer Aufsichtsbehörde MAS wirft der Falcon Bank gravierendes Versagen gegen lokale Geldwäschereigesetze vor. Zudem bezichtigt die Behörde das führende Management in der Schweiz wie auch in Singapur eines regelwidrigen oder unzulässigen Verhaltens (improper conduct).

Deswegen schliesst sie die Bank in Singapur und verhängt die Busse, wie die MAS Dienstagnacht mitteilte. Gleichzeitig informierte die Behörde, dass Jens Sturzenegger, Chef der Singapurer Niederlassung, bereits am 5. Oktober verhaftet worden sei. Damit ist nach der Tessiner BSI nun auch die Falcon Private Bank wegen des malaysischen Staatsfonds 1MDB unter Druck geraten.

Auch UBS in der Kritik

Auch die UBS ist in den Skandal verwickelt. Die singapurische Finanzaufsicht belegt die Grossbank wegen Verstössen gegen das Geldwäschereigesetz im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal mit einer Busse von 1,3 Millionen Singapur Dollar (ca. 930'000 Franken). Die Gewinne aus dem fraglichen Konto flössen nun in ein Erziehungsprogramm zur Bekämpfung von Finanzkriminalität, schreibt die UBS in ihrer Mitteilung.

Die Grossbank UBS gibt sich hinsichtlich der Sanktionen der singapurischen Finanzaufsicht MAS im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal reuig. "Wir sind enttäuscht, dass wir nicht mehr getan habe, um dies früher zu entdecken und zu rapportieren", heisst es in einer Stellungnahme der Schweizer Grossbank. Die UBS werde ihre Kontrollen weiter verstärken. Bezüglich der Personen, die für die Verfehlungen verantwortlich seien, wolle die UBS zudem "angemessene Massnahmen" ergreifen.

sda-ats

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