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Kommentare aus Sozialen Medien


"Kruzifix und Gebetsteppich im Schulzimmer ?“




Die Kombination von Schule und Religion führt immer wieder zu Konflikten. (Keystone)

Die Kombination von Schule und Religion führt immer wieder zu Konflikten.

(Keystone)

Dürfen Schüler an öffentlichen Schulen beten? Zum swissinfo-Artikel zu diesem Thema, der letzte Woche in 10 Sprachen publiziert wurde, haben Leserinnen und Leser auf den Sozialen Medien hunderte Kommentare geschrieben. Viele betonen, wie wichtig es sei, das Prinzip eines säkularen Staates zu respektieren. Andere wiederum finden, solche Gebetsräume schadeten niemandem, sondern könnten die Integration fördern.

Der Artikel "Soll die Schule religions-neutrales Terrain sein?", bei dem es um die Einrichtung von Gebetsräumen (Räume der Stille) in zwei Luzerner Schulhäusern geht, thematisiert die Beziehung zwischen Schule und Religion. Hier eine Auswahl von Kommentaren, die wir auf unseren Facebook-Seiten zusammengetragen haben.

"Die Schule ist zum Lernen da, nicht zum Beten"

"Ich finde, dass an öffentlichen Schulen, wo naturwissenschaftliche Fächer und Sprachen gelehrt werden, kein Platz für Gebete und religiöse Riten ist." (Catherine, Russisch)

Jene, die gegen Gebetsräume sind, betonen, dass Religion eine Privatsache im Leben sei und auch der Religionsunterreicht abgeschafft werden sollte.

"Ich finde, dass Religion grundsätzlich nichts in Schulen verloren hat.... auch kein christlicher Religionsunterricht." (Christine, Deutsch)

"Beten ist eine persönliche Angelegenheit und soll an einem privaten und nicht an einem öffentlichen Ort wie der Schule getan werden. Ich bin gegen diese Freiheit, welche die europäischen Werte gefährdet." (Nibal, Arabisch)

"In der Schweiz gab es Urteile, welche zur Verbannung der Kruzifixe aus den Schulräumen führten. Jetzt beginnen wir sicher nicht damit, ostentative Gebete an Schulen zu akzeptieren!" (Isabelle, Französisch)

"Die Lösung ist pragmatisch und sollte niemanden stören"

Auch wenn sie die Laizität der Schulen verteidigen, sind zahlreiche Leser dennoch der Meinung, dass die Schaffung von separaten Gebetsräumen nicht mit dem Aufhängen religiöser Symbole in den Kassenzimmern verwechselt werden sollte. Dort müssten sich schliesslich alle Schüler aufhalten.

"Wenn aber die laizistische Schule Gebetsräume zur Verfügung stellt, wieso sollte man sie nicht benutzen? Ich bin einverstanden damit, dass das Kruzifix aus dem Klassenzimmer entfernt wird, da es ein Symbol ist, das nicht alle Schüler der Klasse repräsentiert. (…) Die Gebetsräume muss aber niemand aufsuchen, niemandem wird also dadurch eine Religion aufgezwungen." (Mar, Italienisch)

"Warum denn nicht? Die Lösung ist pragmatisch und sollte niemanden stören. So können die Jugendlichen in ihren Schulpausen beten, ohne dass sie stören oder gestört werden. Was man in den Pausen tut, ist nämlich weitgehend Privatsache. Beten selbst sollte daher auch in einem religionsneutralen Ort möglich sein. Meine Wenigkeit hat während des Militärdienstes auch dreimal täglich in den Pausen gebetet - nicht selten neben einem Muslim. Daran hat sich wirklich niemand gestört." (Leonardo, Deutsch)

"Für bessere Integration und mehr Respekt gegenüber Religionen"

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Debatte ist jener der Integration. Für einige könnte daher eine solche Initiative die Integration von nicht-christlichen Migranten erleichtern. Oder ganz einfach nur eine Rechtsgleichheit zwischen Schweizer Bürgern verschiedener Religionen schaffen.  

"Für eine bessere Integration und um Respekt gegenüber allen Religionen zu zeigen, sollten solche Aktionen begrüsst und gefördert werden. (…) Laizität heisst meiner Meinung nach nicht, Gläubigen das Praktizieren ihrer Religion zu verbieten, sondern Anhängern aller Religionen die gleichen Möglichkeiten und denselben Respekt zu garantieren." (Sohrab, Englisch)

"Laizität heisst, Religion und Politik trennen, es bedeutet aber nicht, dass die Religion vom Schulalltag ausgeschlossen werden muss, (…) Als laizistisches Land muss die Schweiz alle Religionen akzeptieren. Heute sind viele Muslime Schweizer Staatsbürger, und dies gehört zu ihren Grundrechten." (Abn, Arabisch)

"Die Gesellschaften entwickeln sich, heute sind viele Schweizer Bürger Muslime, ob das gefällt oder nicht. Es macht keinen Sinn, anderen Schweizer Bürgern zu sagen, sie müssten weggehen, weil sie Normen in Frage stellen, die in einem anderen sozialen Kontext entstanden sind. (…) Angesichts der demokratischen Werte der Schweiz, die über christliche Traditionen gestellt werden sollten, macht es meiner Meinung Sinn, über diese Fragen zu diskutieren." (Mirko, Englisch)

"Wer muss sich wem anpassen?"

Das Konzept der Integration wird jedoch auch von jenen erwähnt, welche die Einrichtung von Gebetsräumen verurteilen. Diverse, teils sehr harte Kommentare, empfehlen jenen, die sich nicht an die Regeln halten, das Land zu verlassen.

"Mein Vater, ein Muslim, lebte in Frankreich (…).Weder betete er im Büro, noch sprach er über Religion. (…) Er hatte genau die gleichen Arbeitszeiten wie alle anderen. Das ist Integration!" (Nadia, Französisch)

"Wer sich nicht integrieren will, hat keinen Platz, weder in Europa noch in der Schweiz." (Chraibi, Französisch)

"Ist es an uns, sich anzupassen? Ich meine Nein…" (Anna, Italienisch)

"Welches ist also der nächste Schritt? (…) Trotz all meinem Respekt für die verschiedenen Religionen verstehe ich die Angst nicht, die einige Achtung des Islam nennen. Vielleicht sollte man den Muslimen auch erklären, dass es keine Einbahnstrasse ist." (Arno, Russisch)

"Die Schweiz wird zu einem islamischen Staat"

Gewisse Kommentare bringen auch die Furcht vor einem kulturellen Wandel und einem Identitätsverlust auf – insbesondere in Bezug auf die Einwanderung muslimischer Bürger.

"All diese Fragen stellen sich seit der Ankunft von Muslimen. Weil man sich politisch korrekt verhalten will, stellt man alle Religionen auf dasselbe Niveau, auch wenn die Werte des Islam mit jenen des Westens, die 'jüdisch-christliche' Wurzeln haben, arg im Konflikt stehen." (David, Französisch)

"In der Schule richtet man Gebetsräume ein, was von der Gesellschaft und dann auch von der Regierung akzeptiert wird. So entwickelt sich die Schweiz langsam zu einem islamischen Staat. Hier findet eine Invasion statt. Aber eine demokratische Regierung kann gegen eine religiöse Autokratie nichts ausrichten." (Chinesisch)

Ein Kommentar schlägt eine radikale Lösung vor.

"Am besten schafft man alle Religionen ab. Sie bringen nur Hass in diese Welt." (Ralf, Deutsch)

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