Geringere Risiken Naturgefahren fordern immer weniger Opfer

In den letzten 70 Jahren sind in der Schweiz mehr als 1000 Personen Naturgefahren wie Hochwassern, Erdrutschen, Murgängen, Steinschlägen, Stürmen und Lawinen zum Opfer gefallen. Im Laufe der Zeit waren immer weniger Opfer zu beklagen, wie eine neu erstellte Datenbank der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigt.

Die folgende Grafik zeigt, dass Lawinen- und Steinschläge vor allem in den alpinen und voralpinen Regionen vorkommen, während sich Sturm- und Hochwassertodesfälle vor allem im Mittelland häufen.

Die Untersuchungen der WSL ergaben, dass seit 1946 insgesamt 1023 Personen bei 635 Naturereignissen starben. Häufigste Todesursache mit einem Anteil von mehr als einem Drittel waren Lawinenunglücke, zweithäufigste mit 164 Opfern waren Blitzschläge, schreibt die WSL in einer Mitteilung. Die jährliche Anzahl Todesfälle infolge Naturgefahren seit 1946 liegt zwischen zwei bis 112. Bis 1975 wurden pro Jahrzehnt 191 bis 269 Menschen Opfer von Naturkatastrophen. In den Jahrzehnten danach waren es zwischen 47 und 109.

Bessere Schutzmassnahmen

Dabei war die Anzahl der Todesopfer durch Lawinen und Blitzschläge klar rückläufig, unter anderem dank besseren Lawinenvorhersagen, Schutzbauten und Gefahrenkarten. Die Datenbank schliesst Unfälle bei Freizeitaktivitäten in ungesichertem Gelände aus. Todesfälle abseits der Piste flossen somit nicht in die Studie mit ein.

Relativ unverändert geblieben sind die Opferzahlen durch die übrigen Gefahren der Natur. Im weltweiten Vergleich liegt die Zahl der Toten durch Naturgefahren in der Schweiz unter dem Durchschnitt. Schwere natürliche Katastrophen mit Hunderten von Toten kamen im untersuchten Zeitraum nicht vor; es gab sie jedoch in der Geschichte der Schweiz immer wieder. Zum Beispiel 1356 bei einem Erdbeben in Basel, oder 1806 in Goldau bei einem Bergsturz.

Das grösste Unglück der letzten 70 Jahre ereignete sich laut WSL im Jahr 1965: Damals starben 88 Menschen beim Bau des Mattmark-Staudamms im Wallis bei einem Eislawinenabbruch.


swissinfo.ch



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