Direkt zum Inhalt springen
Your browser is out of date. It has known security flaws and may not display all features of this websites. Learn how to update your browser[Schliessen]

Die Tourismus-Destination Schweiz gibt es erst seit rund 150 Jahren. Es waren vorallem englische Touristen, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts von den Alpen faszinieren liessen.

Zu den wenigen Besuchern, die schon früher das Land und besonders die Alpen durchquert hatten, gehörten Pilger auf der Durchreise nach Italien oder Spanien, Säumer und ihre mit Handelsware vollgepackten Saumpferde, sowie ab dem 16. Jahrhundert die ersten Humanisten und Naturforscher aus den grösseren Schweizer Städten, welche die Alpen mitsamt ihrer Flora und Fauna zu erforschen begannen.

Die "Grand Tour"

Im 18. Jahrhundert gehörte es für junge Adelsherren und Grossbürgersöhne aus England, Deutschland und Skandinavien, teilweise auch aus Amerika, zum guten Ton, ihre klassische Ausbildung mit einer Reise zu den historischen Stätten und Landschaften in Frankreich und vor allem Italien abzuschliessen. Das nannte sich die "Grand Tour", im Deutschen etwa auch als "Kavaliersreise" oder "Jungfernfahrt" bezeichnet.

Mehr Informationen bieten das New Yorker Metropolitan Museum of Art (in Englisch) oder das Historische Lexikon der Schweiz.

Einer der berühmtesten dieser "Gentlemen-Touristen" im 18. Jahrhundert war James Boswell, der spätere Biograph des Gelehrten Samuel Johnson. Als Zwischenstation auf der Reise von und nach Italien gehörte die Schweiz zur Grand Tour. Im 19. Jahrhundert verweilten romantische Dichter und Schriftsteller wie Lord Byron oder das Ehepaar Percy sowie Mary Shelley bei ihren Reisen durch Europa auch einige Zeit am Genfersee und in den Alpen. Sie verwandelten ihre Eindrücke in herrliche Gedichte oder fantastische Geschichten.

Mehr Informationen zum Aufenthalt Mary Shelleys in der Schweiz finden Sie in einem swissinfo-Artikel.

Die Eroberung der Alpen

Ab dem 18. Jahrhundert unternahmen Schweizer Forscher wie Horace-Benedict de Saussure erste Klettertouren in den hohen Alpen. Die Gipfel von Jungfrau und Finsteraarhorn wurden 1811 beziehungsweise 1812 erstmals bestiegen; das Matterhorn wurde 1865 bezwungen – eine Erstbesteigung, die tragisch endete.

Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Alpen in rascher Folge Gipfel um Gipfel erobert, in erster Linie von britischen Besuchern, die auch den Schweizer Alpen Club (SAC) gründeten. Diese Organisation besteht noch immer und unterhält ein alpenweites Netzwerk von Hochgebirgsunterkünften für Bergsteiger.

Das Aufkommen des Massentourismus

So richtig begann der Tourismus in der Schweiz 1858 mit der ersten Pauschal-Ferienreise durch Europa, organisiert vom englischen Unternehmer Thomas Cook. Zu den frühen Ferienreisenden in die Schweiz gehörte auch Sir Arthur Conan Doyle, den die Reichenbachfälle bei Meiringen im Berner Oberland derart beeindruckten, dass er gleich den Abgang seines Romanhelden Sherlock Holmes dorthin verlegte.

Jetzt wurden auch Strassen über die Alpenpässe gebaut. Und die neuen Verkehrswege, namentlich die Eisenbahnen, erschlossen die Alpen endgültig dem Massentourismus. Dank der Erfindung der Zahnradbahn konnten bald auch steilste Steigungen auf dem Schienenweg überwunden werden – ein technischer Fortschritt, von dem die Schweizer Bahnkonstrukteure in der Folge ausgiebig Gebrauch machten.

Im späteren 19. Jahrhundert wurden nicht bloss Eisenbahnen, sondern auch Hotels gebaut, in denen die immer zahlreicheren Besucher und Besucherinnen Unterkunft finden konnten, beispielsweise in Grindelwald.

Ebenfalls aus dieser Zeit stammen die ersten grossformatigen Bildreklamen für Touristenorte – die Tourismusplakate oder Reiseposter – und natürlich die Urmutter aller Ferienandenken, die Ansichtskarte.

Einen Überblick zur Entwicklung des Tourismus im Alpenraum bietet etwa das Historische Lexikon der Schweiz.

swissinfo.ch

Urheberrecht

Alle Rechte vorbehalten. Die Inhalte des Web-Angebots von swissinfo.ch sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen nur zum Eigengebrauch benützt werden. Jede darüber hinausgehende Verwendung der Inhalte des Web-Angebots, insbesondere die Verbreitung, Veränderung, Übertragung, Speicherung und Kopie darf nur mit schriftlicher Zustimmung von swissinfo.ch erfolgen. Bei Interesse an einer solchen Verwendung schicken Sie uns bitte ein Mail an contact@swissinfo.ch.

Über die Nutzung zum Eigengebrauch hinaus ist es einzig gestattet, den Hyperlink zu einem spezifischen Inhalt zu verwenden und auf einer eigenen Website oder einer Website von Dritten zu platzieren. Das Einbetten von Inhalten des Web-Angebots von swissinfo.ch ist nur unverändert und nur in werbefreiem Umfeld erlaubt. Auf alle Software, Verzeichnisse, Daten und deren Inhalte des Web-Angebots von swissinfo.ch, die ausdrücklich zum Herunterladen zur Verfügung gestellt werden, wird eine einfache, nicht ausschliessliche und nicht übertragbare Lizenz erteilt, die sich auf das Herunterladen und Speichern auf den persönlichen Geräten beschränkt. Sämtliche weitergehende Rechte verbleiben bei swissinfo.ch. So sind insbesondere der Verkauf und jegliche kommerzielle Nutzung unzulässig.

×