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Heidi-Phänomen als Pixel-Heidi

(http://www.heidi01.ch/index.htm)

Zeitloses Heidi. 1880 erschien das Buch "Heidis Lehr- und Wanderjahre" der Schriftstellerin Johanna Spyri. 2001 jährt sich der Todestag der Autorin zum 100 Mal und ihr Roman ist weltweit in rund 50 Sprachen übersetzt. Die Geschichte vom Naturkind, welches sich in der Welt behaupten muss, ist eine unendliche Erfolgsgeschichte. Vom 22. Mai bis 5. August ist in und um Zürich eine Ausstellung zum Phänomen Heidi zu sehen.

Der Roman: Heidi, das Waisenkind, wächst beim Grossvater auf. Frei und wild, rotbackig und braungebrannt. Grüne Matten, würzige Kräuter und ein weiter blauhoher Himmel. Trutzig schaut die kleine Alphütte ins Tal. Heidi und Peter hüten die Geissen, ein Milan zieht seine Kreise, die Luft ist klar, die Milch warm, das Leben schön. Es müsste immer so weitergehen...

Reifung in der Stadt

Aber genau wie im richtigen Leben, da wo sich die Kinder ewige Geborgenheit wünschen und Erwachsene sich wieder danach sehnen, bricht die gemeine Welt herein. Eine Welt, welche die Schriftstellerin Johanna Spyri in ihrem ersten Heidi-Roman in der Grossstadt Frankfurt ansiedelte. Hier in dieser feindlichen Welt liess sie ihre Protagonistin Heidi reifen. Reifen wie einen Sprinz-Käselaib im Keller, der so schmeckt wie sich Heidi liest: unvergleichlich. Und damit die phänomenalen Erfolgsgeschichte dieses Entwicklungsromans eines Mädchens begründete.

Später Erfolg

Johanna Louise Heusser kommt im Juni 1827 im Hirzel, einer bäuerlich-ländlichen Umgebung im Kanton Zürich zur Welt. Ihr Vater ist Arzt, ihre Mutter Meta Schweizerin, Dichterin religiöser Lieder und Verfasserin einer Haus-Chronik. Johanna liest viel, besonders Goethe und Droste-Hülshoff, und verbringt mehrere Sommer in Maienfeld in der Gegend von Chur, der späteren Kulisse für ihre Heidi-Romane. Mit 25 Jahren heiratet sie den Zürcher Juristen und späteren Stadtschreiber Johann Bernhard Spyri. Johanna Spyri pflegt Kontakte zu Richard Wagner, Gottfried Keller, bewegt sich auf dem literarisch-künstlerischen Parkett.

Trotz äusseren Glücks ist Frau Spyri schwermütig. Sie beginnt zu schreiben, mit verschlüsselter Autorenangabe. Sie schreibt für Erwachsene, später Geschichten für Kinder. 1880 erscheint "Heidis Lehr - und Wanderjahre" und wird sofort ein Erfolg. Ein Jahr später erscheint die Fortsetzung der Heidi-Geschichte mit "Heidi kann brauchen, was es gelernt hat". Johanna Spyri schreibt weiter, am Ende ihres Lebens werden es 48 Erzählungen sein. Kurz vor ihrem Tod verbrennt Johanna Spyri viele persönliche Dokumente. Ihre Bücher sollen für sie sprechen, nicht ihr Leben. Die Spekulationen und Interpretationen dürfen beginnen.

Heute ist Heidi alles und überall. Längst ist Heidi nicht nur literarische Gestalt zwischen Buchdeckeln, die zum Träumen animiert. Heidi ist auch Land. Heidiland ist eine Schweizer-Region, in der der Roman angesiedelt ist. Und
Heidiland ist eine Autobahnraststätte. Und Heidiland ist ein Mineralwasser. Und Heidis Konterfei ziert von Necessaires bis zum Schlüssel-Anhänger alles, was sich bedrucken, vermarkten, verkaufen lässt. So ist Heidi, der Schweiz berühmteste und längste Botschafterin, berühmter als jene sexy Heidi-Blondine in Berlin.

Vom 22. Mai bis 5. August ist in und um Zürich eine Ausstellung zum Phänomen Heidi zu sehen.

Brigitta Javurek, Zürich

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