Samstag 21.11.2009
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Dengue-Epidemie in Rio de Janeiro

 

Rio de Janeiro - In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro breitet sich das gefährliche Dengue-Fieber dramatisch aus. Die Behörden riefen die Bevölkerung zu Blutspenden auf.

Es würden doppelt so viele Spender benötigt wie sonst, teilte das staatliche hämatologische Institut am Samstag mit. Allein in der Stadt Rio de Janeiro starben seit Januar 29 Menschen, im gesamten Bundesstaat waren es 48. Mehr als die Hälfte der Opfer sind Kinder.

Das Dengue-Fieber ist eine Infektionskrankheit, die durch Mücken übertragen wird und zu inneren Blutungen führen kann. Zuletzt infizierten sich in Rio pro Tag mehr als 2000 Menschen mit der gefährlichen Krankheit. Seit Januar sind 23 500 Personen erkrankt.

Betroffen sind vor allem die Bewohner der Elendsviertel. Das Fieber habe inzwischen jedoch alle Stadtviertel erreicht, und es breite sich weiter aus, warnte der Präsident der Ärztegewerkschaft.

Vor den Kliniken in Rio mussten die Patienten auch am Samstag stundenlang auf ihre Untersuchung warten. Kleine Kinder seien bei brütender Hitze ohnmächtig geworden, hiess es.

Gesundheitsminister Jose Gomes Temporao sprach von einer "alarmierenden Situation". Zur Bekämpfung der Epidemie sollen nun auch die brasilianischen Streitkräfte eingesetzt werden. Geplant ist unter anderem der Aufbau von Zeltkliniken.

Die Stadtverwaltung empfahl, dass vor allem Kinder trotz der sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad lange Hosen, Socken und feste Schuhe tragen sollten, um das Risiko eines Stichs der gewöhnlich in Bodennähe fliegenden Überträgermücke zu mindern.

Das Dengue-Fieber ist in den Tropen und Subtropen verbreitet. Die Krankheitssymptome sind wie bei einer schweren Grippeerkrankung.

Gegen die Dengue-Infektion, die bei den meisten Erkrankten von selbst ausheilt, gibt es weder einen Impfschutz noch ein Medikament. Die letzte schwere Dengue-Epidemie brach vor sechs Jahren in Rio aus. Damals starben im gesamten Bundesstaat 90 Personen.

 

SDA-ATS

 

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