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Jura-Konflikt Separatisten drohen im Jura mit Rückfall in unruhige Zeiten

Besucher feiern am Sonntag am 72. Fest des jurassischen Volkes in Delsberg.

Besucher singen am Sonntag am 72. Fest des jurassischen Volkes in Delsberg die Jury-Hymne. Die Stimmung war aber mehrheitlich von Wut und Enttäuschung geprägt.

(Keystone / Danile Ludwig)

Am jurassischen Volksfest in Delémont dominierte nicht Freude, sondern Frust und Enttäuschung. Der Grund: Vor zehn Tagen hat das Verwaltungsgericht des Kantons Bern eine Abstimmung von 2017 für ungültig erklärt. Damals hatten die Bewohner der bernischen Stadt Moutier Ja zum Wechsel zum Kanton Jura gesagt.

Es ist ein Fest mit Geschichte. Seit 72 Jahren gibt es die Fête du peuple jurassien – das Volksfest der Separatisten in Delémont, dem Hauptort des Kantons Jura.

Doch dieses Jahr war es kein Fest wie jedes Jahr. Denn vor zehn Tagen hat das bernische Verwaltungsgericht jene Abstimmung annulliert, bei der sich die bernische Gemeinde Moutier dem Kanton Jura anschliessen wollte.

Zwei Jahre nach dem vermeintlichen Sieg bei der Gemeindeabstimmung von 2017 ist der Jubel verflogen. Wut und Frustration machen sich breit – gegenüber Bern, aber vor allem auch gegenüber dem Bund. Moutier soll nie mehr zum Kanton Bern gehören – die berühmt-berüchtigte Separatisten-Truppe Béliers singt es aus voller Kehle beim Einmarsch in das grosse Festzelt im Hof des Schlosses von Delémont.

Beitrag des Schweizer Radios SRF über die Zukunft der Jurafrage

Beitrag des Schweizer Radios SRF über die Zukunft der Jurafrage

Wo im Jura gefeiert wird, gehören die Béliers immer noch zum Standardprogramm. Moutier ist allgegenwärtig am Fest in Delémont – auch an der traditionnellen Pressekonferenz des Mouvement Autonomiste Jurassien, der jurassischen Unabhängigkeitsbewegung.

Die Rede fiel noch etwas härter aus als sonst, vor allem gegenüber dem Bund. Denn der hatte die historische Abstimmung begleitet, die nun wegen Unregelmässigkeiten für ungültig erklärt wurde. Das gehe nicht, sagt Pierre-André Comte, Generalsekretär des Mouvement Autonomiste, Jurassien. "Der Bund spielt den Beobachter bei Abstimmungen in Afrika und Asien. Aber ausgerechnet in Moutier klappt das nicht. Das ist inakzeptabel."

Neue Abstimmung oder Gang vor Bundesgericht?

Aber wie weiter? Ein Rekurs vor Bundesgericht oder gleich eine neue Abstimmung einfordern? Darüber tagte das Mouvement Autonomiste Jurassien am Wochenende und entschied, nichts zu sagen. Die Bevölkerung von Moutier soll entscheiden. Dort ist am kommenden Donnerstagabend eine Versammlung geplant. Dann sollen die Einwohner von Moutier sagen, was sie wollen.

Die Separatisten taktieren also. Und die Béliers warnen – wie so viele in Delémont – den Bund. Wenn nun nicht eine erneute Abstimmung folge, dann drohten Unruhen wie früher in der Geschichte der Jura-Frage. "Wenn wir keine demokratische Lösung haben, dann drohen wieder Unruhen. Die Leute sind wirklich wütend", sagt Béliers-Sprecher Jonathan Gosteli.

Am Fest in Delémont sind viele wütend und enttäuscht. Viele erhoffen sich von einer neuen Abstimmung mehr als von einem Rekurs vor Bundesgericht. Die Jura-Frage flammt also wieder auf, die Unabhängigkeitskämpfer stehen vor schweren Entscheidungen und machen nach der Niederlage vor allem Druck auf den Bund.

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