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Karl Schweri gestorben

(Keystone Archive)

Der Discount-Pionier und Denner-Chef Karl Schweri ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Dies gab die Familienfirma Rast Holding SA am Dienstag (29.05.) in Wollerau (SZ) bekannt. Die Kontinuität der Unternehmens-Leitung durch die Familie sei sichergestellt, hiess es.

Der am 31. März 1917 im deutschen Koblenz geborene Karl Schweri war in den vergangenen Jahrzehnten eine der schillerndsten und prägendsten Figuren des Schweizer Detailhandels. Und er mischte auch in der Politik mit.

Insgesamt sechs von ihm lancierte eidgenössische Volksinitiativen wurden seit 1972 verworfen, zuletzt am vergangenen 4. März die so genannte Medikamenten-Initiative.

Glücklicher agierte der aus einfachen Verhältnissen stammende studierte Jurist und Betriebs-Wirtschafter im Kampf gegen Kartelle: Schweri war massgeblich an der Demontage des Bier- und des Tabak-Kartells, aber auch an der Aufhebung der Preisbindung bei Marken-Artikeln im Jahre 1967 beteiligt. Letzteres ermöglichte ihm den Aufbau der Discount-Kette Denner.

Schweri baute sich im Lauf der Zeit ein kleines Imperium auf, zu dem neben Denner auch die Waro-Kette und der Spielwaren-Händler Franz Carl Weber gehören. Bereits 1946 war er laut Firmenangaben an der Firma Import- und Grosshandels AG (IGA) beteiligt, die damals die 1860 gegründete Consum-Gesellschaft Denner & Co. AG sowie drei weitere Detailhandels-Firmen übernahm.

Noch im gleichen Jahr wurde er gemäss Firmenchronik ausgebootet. Bis 1951 wurde er IGA-Hauptaktionär und stellte jene, die ihn ausgebootet hatten, selber vor die Tür.

Gescheitert ist Schweri in den 1980-er Jahren mit der Idee der Schaffung einer "Dritten Kraft" im Schweizer Detailhandel neben Migros und Coop, die er mit einer aggressiv geführten Übernahme-Attacke auf die Usego-Gruppe realisieren wollte.

Nach langen Gehässigkeiten zwischen Schweri und der damaligen Usego-Führung brachte der Detailhändler Beat Curti eine Lösung zu Stande: Schweri und Curti teilten die Usego-Gruppe unter sich auf.

Nach der Übernahme des Konsumvereins Zürich durch Coop kam die Billig-Discount-Kette zu Denner hinzu. Schweri machte auch Abstecher in die Apotheken-, Optik- und Reisebranchen. Für Wirbel und den Absprung zahlreicher Denner-Satelliten-Läden sorgte eine massive Redimensionierung des Denner-Sortiments.

In letzter Zeit hatte Schweri, neben seiner politischen Tätigkeit mit Volksinitiativen, durch zahlreiche Manager-Wechsel im Denner-Konzern von sich reden gemacht. Die Zügel gab er jedoch nicht aus der Hand. Dies musste auch sein Sohn Nicolas erfahren, der eine Zeit lang Konzernchef war.

Derzeit wird der Denner-Konzern vom 29-jährigen Schweri-Enkel Philippe Gaydoul geführt. Die Informationspolitik der Denner-Gruppe wurde in letzter Zeit immer zugeknöpfter. Finanzzahlen werden seit Jahren nicht veröffentlicht.

swissinfo und Agenturen

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