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Kleine Fortschritte beim Artenschutz

Brasilianische Ureinwohner an der Eröffnungszeremonie der UNO-Artenschutz-Konferenz.

(Keystone)

Die Schweiz spricht von gewissen Fortschritten an der UNO-Artenschutz-Konferenz in Brasilien, obwohl kaum Massnahmen beschlossen wurden.

Die 10-tägige Konferenz wollte von den Regierungen eine Einigung zur Biodiversitäts-Konvention erreichen, um die Abnahme der Artenvielfalt bis 2010 zu stoppen.

"Das Thema Artenvielfalt gewinnt global an Gewicht", erklärte Bruno Oberle, der Direktor des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Die Konferenz in Curitiba bezeichnete er als "nützlich" und verwies auf eine "lange und breite" Liste von behandelten Themen.

"So wurde Einigkeit erzielt in der Frage, wie gentechnisch veränderte Nahrungs- und Futtermittel im internationalen Transport deklariert werden sollen", sagte Oberle gegenüber swissinfo.

Er gab allerdings zu, dass bei den Kernfragen kaum Fortschritte erzielt wurden, also beim Zugang zu den Bioressourcen sowie bei der Verteilung der Gewinne aus der Artenvielfalt.

Keine Einigung bei der Terminator-Technologie

In der Frage der so genannten Terminator-Technologie kam keine Einstimmigkeit zustande. Mittels Gentechnik werden Pflanzen dabei beispielsweise so verändert, dass die Keimfähigkeit des Saatguts stark eingeschränkt oder aufgehoben ist. Bauern wären damit gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen.

Die Schweiz lehnte es, zusammen mit einigen wenigen andern Staaten, ab, dass die Konferenz ein Forschungsverbot empfehlen soll. Dies hatte die grosse Mehrheit der Länder verlangt. "Wir wollen, dass die Forschung frei ist", sagte Oberle dazu. Die Anwendung der Technologie sei in der Schweiz bereits gesetzlich geregelt.

Die an der Konferenz angekündigte Gründung von Meeresschutzgebieten im Pazifik und in der Karibik zeigt gemäss Oberle, dass das Anliegen der Biodiversität ernst genommen werde. Die beteiligten Staaten hätten ihr Vorhaben aber auch anderswo publik machen können, sagte der BAFU-Chef.

Inselstaaten wollen Meeresschutzgebiete

Der Inselstaat Kiribati will in der Region der Phoenix-Inseln das grösste Naturschutzgebiet im Pazifik gründen. Die Schutzzone werde die doppelte Fläche Portugals haben, hiess es in Curitiba. Die Karibik-Nation Grenada will offenbar die Fläche ihrer Meeresschutzgebiete um das Neunfache vergrössern.

Es handle sich um "wichtige Schritte im Kampf um die Artenvielfalt der Welt", erklärte der Exekutivsekretär der UNO-Konvention über Biologische Vielfalt, Ahmed Djoghlaf.

"Die Errichtung von Landschutzgebieten war eine der grossen Umwelt-Erfolgsgeschichten", sagte er. Die Entwicklung der Meeresschutzgebiete habe sich dagegen verzögert.

Drei Hauptziele

Die 12-tägige Artenschutzkonferenz von Curitiba dauert offiziell noch bis zum 31. März. Rund 6000 Delegierte von Regierungen und Organisationen aus über 190 Ländern nehmen daran teil.

Die Konferenz beruht auf der Konvention über Biologische Vielfalt, die bei der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro beschlossen wurde. Zu den 188 Unterzeichnern gehört auch die Schweiz.

Die drei Hauptziele der Konvention sind der Erhalt der Artenvielfalt, die nachhaltige wirtschaftliche Nutzung der Biodiversität sowie die gerechte und ausgewogene Verteilung dieses Nutzens aus der Artenvielfalt.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Pro Jahr verschwinden rund 27'000 Pflanzen- und Tierarten vom Planeten Erde.

Der Grundstein zur Erhaltung der Artenvielfalt wurde 1992 am Umweltgipfel von Rio de Janeiro gelegt. Dort einigten sich die Länder auf die Biodiversitäts-Konvention.

10 Jahre später, am Gipfel von Johannesburg, erklärten sich Staats- und Regierungschefs damit einverstanden, die Abnahme der Artenvielfalt bis 2010 zu stoppen. Sie versäumten es aber, konkrete Massnahmen zu beschliessen.

An der UNO-Artenschutz-Konferenz in Malaysia 2004 wurde ein Aktionsplan zum Schutz der weltweiten Vielfalt der Pflanzen- und Tierarten verabschiedet.

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