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Jugendlager zum ASO-Jubiläum


Junge Auslandschweizer: "Auf nach Bern!"


Von Christian Raaflaub, Neuenburg


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Die Auslandschweizer-Jugendlichen des ASO-Lagers "Kultur, Geschichte & Politik" besuchten auch das Hilfswerk Terre des Hommes. (Terre des Hommes)

Die Auslandschweizer-Jugendlichen des ASO-Lagers "Kultur, Geschichte & Politik" besuchten auch das Hilfswerk Terre des Hommes.

(Terre des Hommes)

Outdoor, Kultur, Sport und Sightseeing. 129 Junge Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer sind gegenwärtig in einem der vier Lager, welche die Auslandschweizer-Organisation zu ihrem 100-jährigen Bestehen durchführt. Ausgehend von den vier Sprachregionen bewegen sie sich während zweier Wochen in Richtung der Hauptstadt, wo sie beim Festakt auf dem Bundesplatz über ihre Erlebnisse berichten werden.

"Das Camp ist super, ich bin hier richtig", sagt die 15-jährige Lea aus der südfranzösischen Stadt Montpellier. Sie interessiert sich für die Schweizer Kultur, weshalb sie sich für das Jugendlager "Kultur, Geschichte & Politik" angemeldet hat. Am Tag zuvor hatten die Jugendlichen Genf besucht. "Ich fand den Palais des Nations sehr interessant. Sehr schön und sehr gross."

Heute sind die 23 Jugendlichen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer mit ihren Leitern unterwegs im Drei-Seen-Land, der Region um Bieler-, Murten- und Neuenburgersee. Wir treffen sie hoch über Neuenburg vor dem Centre Dürrenmatt, dem Museum für einen der bedeutendsten Schweizer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Von hier oben ist die Aussicht auf den See atemberaubend.

Kulturlager-Teilnehmer Moritz aus Bonn (D) ist vor allem an der Schweizer Essenskultur interessiert

Mehr Videos und Fotos auf Instagram unter #WeAreSwissAbroad

Auch Alessandro, 18, aus der italienischen Hafenstadt La Spezia ist vom Programm des Kulturlagers angetan. "Es ist cool. Ich finde den kulturellen Aspekt spannend. Ich wollte nicht mehr nur Sport machen, sondern die Schweiz besser kennenlernen, auch die französische Seite, was wir heute tun." Alessandro nimmt bereits zum achten Mal an einem solchen Lager teil. "Auch wenn alle eine andere Sprache sprechen, verstehen alle einander", sagt er.

Julie Isabel, 15, aus Deutschland macht mit, weil die Schweiz das Heimatland ihres Vaters ist, "also ist es auch teilweise mein Heimatland. Ich bin hier, um es zu entdecken". Am meisten freut sie sich auf die Disco und den Nationalfeiertag am 1. August.

Von den vier Sprachregionen ausgehend

Dangio im Bleniotal, Kanton Tessin, Sur-En im Unterengadin, Kanton Graubünden, Estavayer-le-Lac am Neuenburgersee, Kanton Freiburg, und die Stadt Basel: Von diesen Startpunkten in den vier Sprachregionen der Schweiz sind seit dem 23. Juli insgesamt fast 130 Jugendliche und 40 Leiterinnen und Leiter unterwegs nach Bern.

Dort werden sie am 5. August beim offiziellen Festakt zum 100-Jahr-Jubiläum der Auslandschweizer-Organisation (ASO) dabei sein und über die Highlights ihrer Lager berichten.

Weitere Jugendlager

Neben der Auslandschweizer-Organisation (ASO) führt auch die Partner-Organisation Stiftung für junge Auslandschweizer (SJAS) Lager für Jugendliche durch.

Im Sommer 2016 finden ein gutes Dutzend Lager statt oder haben bereits stattgefunden, auch diese in verschiedenen Sprachregionen der Schweiz.

340 Kinder aus der ganzen Welt sind dieses Jahr dabei.

Die jungen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer sollen "die Möglichkeit erhalten, die Schweiz auf verschiedene Arten und von verschiedenen Seiten her kennenzulernen", sagt Angela Husi, Projektleitern "Jubiläumscamps" bei der ASO. "Deshalb haben wir vier verschiedene Schwerpunkte in den Lagern."

Den Start in den verschiedenen Ecken der Schweiz habe man bewusst so gewählt, sagt Husi: "Die vier Sprachregionen sind eine Besonderheit der Schweiz." Es gehe darum, den Jugendlichen diese Vielfalt zu zeigen, und ihnen allgemein "ihre zweite Heimat näherzubringen, wo auch ihre Wurzeln liegen".

Kulturaustausch

Das Programm der Lager ist ziemlich dicht. Am Morgen haben die Jugendlichen des Kulturlagers das Omega-Museum bei Swatch in Biel (Kanton Bern) besucht. Nach dem Centre Dürrenmatt geht es gleich weiter nach Delémont im Kanton Jura.

"Die Tage sind zum Teil ziemlich tough, weil wir viel reisen. Aber die Jugendlichen sind sehr interessiert, sehr motiviert. Sie verstehen sich gut untereinander", sagt Manuel Navas, 21, aus Bern, einer der Leiter. Er ist im Einsatz als Zivildienstler, einer Alternative für den obligatorischen Militärdienst in der Schweiz.

Auch sein Kollege Samuel Hidalgo Staub, 24 und Student in Bern, leistet Zivildienst, bereits zum zweiten Mal. "Ich war selber mal Auslandschweizer und besuchte vor zehn Jahren diese Lager. Ich finde es super, dass ich zum 100-Jahr-Jubiläum einigen Jugendlichen eine gute Zeit geben und möglichst viel von der Kultur zeigen kann", betont er.

So wie er als Halbspanier hätten die meisten Leiter einen internationalen Bezug, wie auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Bezug zur Schweiz hätten. "Sie alle bringen ihre Erfahrungen aus ihren Heimatländern mit".

Es sei sehr spannend, weil im Lager derart viele Sprachen gesprochen würden: "Hablan castellano, they speak English, ils parlent français, natürlich auch Hochdeutsch, il-y a de tout."

Lea, die Schweizerin aus Südfrankreich, hat sich noch für eine Spezialaufgabe gemeldet: Gemeinsam mit sieben anderen Jugendlichen aus den vier ASO-Lagern wurde sie von swissinfo.ch geschult, damit sie ein Video über das Highlight ihres Lagers drehen und zusammenschneiden kann.

Dieses wird am 5. August auf dem Bundesplatz gezeigt. Sie nimmt die Herausforderung gerne an: "Das ist eine schwierige Aufgabe, aber ich freue mich darauf."

swissinfo.ch

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