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Im Verlauf des 20. Jahrhunderts hat sich die Schweiz grundlegend verändert: Das Agrarland entwickelte sich zu einem Industrie- und Dienstleistungsstaat. Dennoch hat die Landwirtschaft bis heute einen hohen Stellenwert.

Im Zuge der globalen Liberalisierungs-Bemühungen stehen die Schweizer Bauern vor weiteren Herausforderungen, auch der Strukturwandel dauert an. Kleine Betriebe haben kaum mehr Überlebenschancen. Oft sind Bauern auf einen Nebenerwerb angewiesen. Etwa noch 3% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig.

2009 wies die landwirtschaftliche Produktion ein Volumen von 10,7 Mrd. Franken aus. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt heute etwa rund eine Million Hektaren. Wiesen und Weiden machen etwa drei Viertel der landwirtschaftlichen Fläche aus, Getreide und Gemüse werden vor allem im Flachland angebaut. Etwa ein Drittel aller Bauernbetriebe baut Nutzpflanzen an.

Mehr Informationen zur Schweizer Landwirtschaft finden Sie auf dem Portal des Bundesamts für Landwirtschaft.

Ein detaillierter Bericht "Die Schweizer Landwirtschaft im Aufbruch" (2009, pdf) und die jährlichen Agrarberichte können auf der Website des Bundesamts für Landwirtschaft heruntergeladen werden.

Krise in der Landwirtschaft

Wie in anderen Ländern Europas sieht sich auch die Landwirtschaft in der Schweiz in einer schwierigen Situation. Die zunehmende Öffnung des weltweiten Agrarmarktes setzt auch sie unter Druck.

In früheren Jahren waren die Schweizer Bauern vor Billigprodukten aus dem Ausland durch hohe Zölle und andere Einfuhrbegrenzungen gut geschützt. Heute müssen sie sich vermehrt im Wettbewerb behaupten, auch mit anderen Staaten. Der Beitrag der Landwirtschaft zum Bruttoinlandprodukt der Schweiz hat in den letzten Jahrzehnten laufend abgenommen.

Traditionelle Kleinbetriebe sind nicht mehr profitabel und können kaum noch überleben. Vor und während des Zweiten Weltkriegs hatten in der Schweiz rund 25% der Bevölkerung in der Landwirtschaft gearbeitet, heute noch zwischen 3 und 4%. Viele Bauern sind auf einen Nebenerwerb angewiesen, müssen sich zusätzliche Einnahmequellen erschliessen.

Im Zug des Strukturwandels sank die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe zwischen 1990 und 2008 um etwa einen Drittel, vor allem Kleinst- und Kleinbetriebe mussten aufgeben. Dafür ist die Zahl der Betriebe mit einer Grösse von mindestens 20 Hektaren gestiegen.

Schweizer Bauern wurden vom Staat 2009 mit knapp 2,8 Mrd. Franken an Direktzahlungen unterstützt. Aufgrund der Agrarreform sind die staatlichen Ausgaben in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. Nach offiziellen Angaben liegen die Ausgaben des Bundes für Landwirtschaft und Ernährung heute bei rund 3,5 Mrd. Franken. Es gibt Schätzungen, die davon ausgehen, dass die Unterstützung der Landwirtschaft die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler pro Jahr insgesamt rund 4 Mrd. Franken kostet.

Die staatliche Unterstützung in der Landwirtschaft wird jeweils in den Berichten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, Engl.) deutlich kritisiert.

Die produktionsunabhängigen Direktzahlungen sind eines der zentralen Elemente der heutigen Agrarpolitik der Schweiz. Mit ihnen werden die von der Gesellschaft verlangten Leistungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft gefördert. Heute werden in der Schweiz rund 11% der landwirtschaftlichen Nutzfläche nach strikten ökologischen Vorgaben genutzt.

Grundsätzlich könnten zahlreiche landwirtschaftliche Produkte billiger aus dem Ausland importiert als im Inland produziert werden. Die Schweiz will sich aber in der Nahrungsmittelproduktion einen gewissen Selbstversorgungsgrad erhalten.

Hat die Landwirtschaft eine Zukunft?

Die Schweiz hält bis heute daran fest, die Landwirtschaft zu unterstützen.

Die Schweizer Denkfabrik Avenir Suisse war Ende 2008 in einer Publikation gegen "agrarpolitische Mythen" ins Feld gezogen, die den Strukturwandel in der Landwirtschaft behinderten, womit die Kosten für die Allgemeinheit hoch blieben, ohne dass für diese etwas herausschaue.

Die Schweiz könne sich wegen ihrer beschränkten Anbaufläche sowieso nicht selber versorgen, es wäre besser, dem freien Handel Lauf zu lassen, argumentiert Avenir Suisse. Mit noch weniger, dafür grösseren Betrieben könnte die Produktion auf dem heutigen Stand gehalten werden, heisst es.

In der Folge könnten die Direktzahlungen gesenkt werden. Avenir Suisse hatte auch mit Gedankenspielen zu einer urbanen Schweiz mit wenigen florierenden Wirtschaftszentren sowie Rand- und Berggebieten, die praktisch Nationalparks würden, Schlagzeilen gemacht.

Auf der anderen Seite des Spektrums setzt sich eine starke Landwirtschafts-Lobby für den Erhalt und die weitere Unterstützung des Bauernstandes durch den Staat ein.

Weiterführende Informationen finden Sie beim Schweizerischen Bauernverband und beim Landwirtschaftlichen Informationsdienst.

swissinfo.ch

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