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Demokratien im Sturmtief

Donald Trump als US-Präsident, Rechtspopulisten auch in Europa auf dem Vormarsch, Brexit-Plebiszit, Hetze in "Echokammern" statt anständiger öffentlicher Debatte, Nationalismus: Demokratien sind heute weltweit unter Druck. Am 6. Weltforum für direkte Demokratie 2016, das vom 16. bis 19. November in San Sebastian stattfindet, suchen über 200 Fachleute aus gut 30 Ländern nach Antworten auf die gewaltigen Herausforderungen.

#DearDemocracy ist für Sie in Spanien dabei.

Von Renat Kuenzi
SWI swissinfo.ch

Workshop (letzter Eintrag)

Den Globalen Pass für moderne direkte Demokratie andenken

Der Europäische Demokratiepass für eine aktive Bürgerschaft. Im Zentrum der Instrumente der direkten Demokratie, welche die Europäische Union ihren über 500 Millionen Einwohnern bietet, steht die Europäische Bürgerinitative. (swissinfo.ch)

Der Europäische Demokratiepass für eine aktive Bürgerschaft. Im Zentrum der Instrumente der direkten Demokratie, welche die Europäische Union ihren über 500 Millionen Einwohnern bietet, steht die Europäische Bürgerinitative.

(swissinfo.ch)

Die Idee des Initianten Bruno Kaufmann: Ein "Pass" für all jene Menschen auf dem Globus, die sich für die Instrumente und Mechanismen der direkten Demokratie interessieren und diese stärken wollen. In erster Linie aber ist der Pass ein Kommunikations-Tool.

Seit 2013 stellt die schwedische Stadt Falun – initiiert vom dort lebenden Schweizer Bruno Kaufmann, Mitgründer und –Organisator des Global Forum on Modern Direct Democracy – ihren Einwohnrinnen und Einwohnern einen Demokratiepass aus. Kaufmanns Idee: Der Demokratiepass soll mithelfen, ein gemeinsames Verständnis von Instrumenten und Prozessen der direkten Demokratie schaffen.

Diesem Beispiel ist die Europäische Union 2015 gefolgt. Der "Europäische Pass für aktive Bürgerschaft" ist die erfolgreichste Publikation der Erfolg EU, wie Pierluigi Brombo sagte. Der Italiener ist in Brüssel verantwortlich für die Beziehungen der EU mit der Zivilgesellschaft. Anfang 2017 werde der EU-Demokratiepass neu auch in einer interaktiven Online-Version vorliegen, kündigte Brombo an.

Der Erfolg ist aber noch relativ, wie sich herausstellt: Von den knapp 40 Teilnehmenden kennen nur die wenigsten das kleine, handliche Brevier. Dieses informiert die Inhaber über die Volksrechte, die ihnen zur Verfügung stehen. Im Zentrum steht die Europäische Bürgerinitiative, ein transnationales Volksrecht, das also nicht an der Grenze der einzelnen Mitgliedstaaten Halt macht, sondern EU-weit gilt.

Diesen zwei Vorbildern soll nun also auch ein Pass für eine globale aktive Bürgerschaft folgen.

Wer? Welcher Inhalt?

Die Fragen, welche die Teilnehmenden beantworten sollen: Wer soll Trägerin oder Träger eines globalen Demokratiepasses sein? Und welches sind die wichtigsten Punkte, die darin stehen sollen?

Unbestritten war, dass der Pass nicht allen Bewohnern ausgehändigt wird, sondern bestimmten Zielgruppen. Als mögliche solche wurden genannt: Experten, Aktivistinnen, Politiker, Journalistinnen, Gatekeeper.

Was aber soll nun im globalen D-Pass drin stehen?

Andreas Gross, der Schweizer Politikwissenschaftler und Demokratiespezialist:

Er nennt gleich eine Reihe von Grundsätzen, die im Demokratie-Pass verankert sein müssen.

"Direkte Demokratie ist das Instrument all jener, die nicht in den Institutionen repräsentiert sind. Direkte Demokratie ist also die Macht jener, die keine Macht haben", so Gross. "In der Demokratie können Menschen etwas auf die politische Agenda setzen, das die Mächtigen nicht dort haben nicht wollen."

"Der Rahmen für gute Demokratie ist Zeit. Deliberation und Reflexion sind die Seele der Demokratie. Sie brauchen Zeit. Zeit zum Sammeln Unterschriften für Volksinitiativen, zum Debattieren, zum Diskurs mit den Institutionen. Demokratie erfordert Lernprozesse, Die Gesellschaft muss lernen können. Erst die Zeit macht solche möglich.

Die Eintrittshürden, um mit einer Volksinitiative eine Abstimmung zu verlangen, müssen möglichst niedrig sein. Die dazu nötige Unterschriftenzahl sollte bei höchstens 1% bis 2% des Elektorats liegen. Dies ist in der Schweiz der Fall. 

Demokratie darf nicht durch Hürden erschwert werden. Insbesondere nicht durch ein Quorum, also die Festlegung einer Mindestbeteiligung, damit das Ergebnis bindend ist. Ein Quorum offeriert genau jenen, die nicht debattieren wollen, den Sieg. Das Quorum ist das Gift der direkten Demokratie. Quoren sind übrigens immer von Regierungen festgesetzt, nie vom Volk."

David Altman, Professor für vergleichende Politik in Santiago, Chile:

2016 war das intensivste Jahr für die direkte Demokratie, seit wir darüber eine Statistik führen. Für einen globalen Demokratiepass müssen wir eine präzise Terminologie festlegen. Wir müssen klar machen, dass ein Plebiszit wie die Urnengänge in Kolumbien oder über den Brexit keine demokratische Abstimmung ist. Ich bezeichne die Schweiz gerne als den "Goldstandard der Demokratie. Tatsächlich gibt es keine Plebiszite in der Schweiz.

Unterstützt wird der Uruguayer Altman vom Amerikaner Paul Jacob: Die Begriffsklärung sei absolut wichtig. Ein Plebiszit ist negativ, eine Volksabstimmung positiv.

Drei weitere Punkte, die vorgeschlagen werden:

1) die Grundbereitschaft, demokratische Instrumente auch dem grössten politischen Gegner zuzugestehen und dessen mögliche Siege bei Abstimmungen und Wahlen anzuerkennen. 2) der Respekt vor den Verlierern einer Abstimmung, um die von Tocqueville beschriebene Gefahr einer "Tyrannei der Mehrheit" zu verhindern. 3) Kontinuität, um direkte Demokratie zur politischen Kultur zu formen.

Video-Interview Stefan Klauser

Der Digitialisierungsexperte, der die Medienwelt beruhigt

Donald Trump als US-Präsident, Brexit, Nein zum Friedensvertrag in Kolumbien: Auch und gerade Medienschaffende rund um den Globus runzeln die Stirn. Und stellen Fragen. Stellen sich und ihren Beruf in Frage. Wie kommen Volksentscheide wie diese zustande? Erleben wir das Abdanken des Qualitätsjournalismus angesichts der boomenden sozialen Medien und ihren "Echokammern"? Ist Journalismus heute eine Gefahr für die Demokratien, statt diese zu verteidigen?

Für Stefan Klauser, der an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) über die Digitalisierung der Gesellschaft forscht, besteht kein Grund zum Hyperventilieren. Die letzte Frage, gestellt von meinem Kollegen Urs Geiser, beantwortet Klauser in Englisch.

Riccardo Fraccaro, Cinque Stelle, Italien

Wutbürger entdecken die Demokratie

Riccardo Fraccaro aus Trentino, Italien, Neo-Politiker von Cinque Stelle. (swissinfo.ch)

Riccardo Fraccaro aus Trentino, Italien, Neo-Politiker von Cinque Stelle.

(swissinfo.ch)

"Wir wollten in Italien wichtige Themen aufwerfen wie eine nachhaltige Umweltpolitik, eine nachhaltige Wirtschaftspolitik und den Kampf gegen Korruption. Aber die Politik, also die traditionellen Parteien, haben sich nicht dafür interessiert, diese Themen aufzunehmen", sagt Riccardo Fraccaro von Cinque Stelle aus dem italienischen Trentino.

Moderne partizipativeDemokratie von unten aufbauen - Panel beim @GlobalForumDD https://t.co/PUOld8Iu5g #globfor16 pic.twitter.com/IOAafcdfb6

— Mehr Demokratie NRW (@mehr_demokratie) 18. November 2016

Tweet von "Mehr Demokratie"

"Für sie waren die persönlichen Interessen wichtiger als diejenigen der Bürgerinnen und Bürger. Also starteten wir 2007 eine Unterschriftensammlung für eine neues Gesetz für ein 'Sauberes Parlament'. Innert weniger Tage hatten wir die nötigen Unterschriften beisammen. Was passierte? Das Parlament ignorierte unsere Initiative einfach. Also entschlossen wir uns, eine politische Partei zu werden und in die Institutionen zu gehen, um dem Volk Macht zurückzugeben."

Start Tag 2 #globfor16

Bulgariens Fehlstart in die direkte Demokratie

Daniela Bozhinova erzählte gestern im Storytelling-Workshop die Geschichte vom missglückten Auftakt der direkten Demokratie in Bulgarien: Trotz Zustimmung von über 60% zu allen drei Volksinitiativen am 6. November 2016 wurde das Resultat von der Regierung für nicht bindend erklärt.

1) sollen 12'000 Stimmen gefehlt haben, um das erforderliche Quorum der Mindestbeteiliguing zu erreichen. Und 2) seien viele Stimmzettel ungültig gewesen, weil die Stimmenden sie nicht in Kuverts gesteckt hatten...

Daniel Schily von Democracy International (Co-Organisatorin #globfor16) datiert das Plenum über diese traurige Episode auf.


Workshop

The Direct Democracy Storytelling

Spannende Vorstellungsrunde mit Exponentinnen und Exponenten in Sachen direkter Demokratie aus mittlerweile 20 Ländern – Tendenz weiter steigend. Von der Künstlerin aus den einsamen Wäldern Kanadas, der Professorin für Politikwissenschaften aus Südkorea über die jungen deutschen Aktivisten vom Demokratie-Omnibus bis zum Kubaner, der seit über 50 Jahren im französischen Exil lebt.

Daniela Bozhinova berichtet von einer Premiere: Am 6. November stimmten die Bulgarinnen und Bulgaren erstmals über drei Volksinitiativen ab. Eine gute Nachricht. Könnte man meinen.  1) "Abstimmung auf Verlangen": Die Stimmbürger mussten die Abstimmungszettel im Stimmlokal verlangen. 2) Obwohl 3,5 Mio. Personen abstimmten - und alle Vorlagen zur Stärkung der direkten Demokratie klar annahmen, ist das Resultat nicht bindend. Der Grund laut Regierung: das erforderliche Quorum sei um 12'000 Stimmen verfehlt worden.... In Bulgarien ist der Anfang in Demokratie offensichtlich besonders schwer.

Berichtet von gemischten ersten Erfahrungen mit direkter Demokratie: Daniela Bozhinova. (swissinfo.ch)

Berichtet von gemischten ersten Erfahrungen mit direkter Demokratie: Daniela Bozhinova.

(swissinfo.ch)

Beispiel für ein einfaches Vehikel (im wahrsten Sinn des Wortes) für politische Bildung: Mit einem weissen Bus hin zu den Bürgerinnen und Bürger fahren und mit ihnen über den Wert von Mitbestimmung sprechen: Von März bis Oktober 2016 tourten unter anderen Sofia, Simone und Leon durch Deutschland und sprachen mit Menschen aller Generationen über die Vorteile, wenn diese mitreden und mitbestimmen können.

Simone, Sofia und Leon, drei von der diesjährigen Crew vom deutschen Omnibus für Demokratie. (swissinfo.ch)

Simone, Sofia und Leon, drei von der diesjährigen Crew vom deutschen Omnibus für Demokratie.

(swissinfo.ch)

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Video-Interview

"Hin zu den Bürgern und sie fragen, was sind Eure Bedürfnisse"

Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou kennt keine Berührungsängste, wenn sie ihr Modell der Bürgerbeteiligung umsetzt. Genau darin besteht wohl der Erfolg des Programms. Viele Städte wie etwa Paris schicken Personal in Österreichs Hauptstadt, um das kleine Wunder zu studieren. Uns erklärt sie es im Video gleich selbst.

Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin Wien

Wien oder wo direkte Demokratie funktioniert

Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin Wiens und Beauftrage für Bürgerbeteiligung. (swissinfo.ch)

Maria Vassilakou, Vizebürgermeisterin Wiens und Beauftrage für Bürgerbeteiligung.

(swissinfo.ch)

Gewissermassen back to the Roots der Demokratie im 2. Panel zum Thema "Demokratiestädte: Die Geschichte der lokalen Bürgerbeteiligung". Hin zu den Menschen und wie sie den unmittelbaren Raum, in dem sie leben, mitgestalten und verändern können. Nach den kritischen Einwänden zuvor zeigt Maria Vassilakou, wie Bürgerbeteiligung in der Praxis aussehen und funktionieren kann. Die Österreicherin ist seit 2010 Vizebürgermeisterin Wiens und Beauftragte für Bürgerbeteiligung in der Stadtregierung. Sie ist Mitglied der Grünen.

"Wien fördert seit 20 Jahren die Mitwirkung der Bürger. Aber erst seit fünf Jahren haben wir nun einen Masterplan für Bürgerpartizipation. Er regelt, wer wie und wann im partizipativen Prozess mitmachen kann. Wir hatten eine riesige Kontroverse um die Umwandlung einer Strasse von einer Hauptverkehrsachse in eine Einkaufsstrasse für Fussgänger. Das Vorhaben gelang, votierte doch in einer Abstimmung eine Mehrheit dafür. Wie haben wir das geschafft? Der Schlüssel lag in einer halbjährigen Versuchsphase. Darin haben sich die Menschen von den Vorteilen einer neuen Zone ohne Autos überzeugen können.

Ein Erfolg ist auch unser Beteiligungs-Programm zur Gestaltung der direkten Nachbarschaft, haben doch bisher 120 Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern realisiert werden können. Dafür zahlt ihnen die Stadt Beiträge von bis zu 8000 Euro."

Juan Jose Alvarez

Direkte Demokratie in Spanien - harte Landung in der Realität

Juan Jose Alvarez (Mitte) ortet in Spanien einen riesigen Nachholbedarf an direkter Demokratie. Auch 40 Jahre nach Ende der Franco-Diktatur. (swissinfo.ch)

Juan Jose Alvarez (Mitte) ortet in Spanien einen riesigen Nachholbedarf an direkter Demokratie. Auch 40 Jahre nach Ende der Franco-Diktatur.

(swissinfo.ch)

Im ersten Panel zum Thema "Moderne direkte Demokratie: Wieso? Was? Wie? holt Juan Jose Alvarez die Teilnehmenden gleich mal auf den Boden der Realität, wie sie der Rechtsprofessor an der Universität des Baskenlandes wahrnimmt.

"Auch nach 40 Jahren Demokratie herrscht im Baskenland wie auch in ganz Spanien ein grosser Mangel diesbezüglich. Weshalb? Die Politik wird von den Bürgern ferngehalten. Durch die Politiker selbst, aber auch durch die Gesetze, die bei uns ein grosses Hindernis für die direkte Demokratie darstellen."

David Altman, Chile

Die kritische Stimme aus Lateinamerika

"Direkte Demokratie ist nicht nur positiv. Sie bringt auch Inkonsistenz und Unsicherheit, siehe Brexit oder den Friedensvertrag in Kolumbien. Sie kann auf wunderbare Weise angewandt werden wie in der Schweiz, die für mich den 'Goldstandard der Demokratie' darstellt.

Sie kann aber auch pervertiert werden, und dann wir haben alle -ismen wie Populismus, Nationalismus, Sexismus." 

David Altman lehrt vergleichende Politikwissenschaft in Santiago de Chile. 

Eneko Goia

"Wir teilen Macht und Einfluss"

Eneko Goia, Bürgermeister von Donostia/San Sebastian. (swissinfo.ch)

Eneko Goia, Bürgermeister von Donostia/San Sebastian.

(swissinfo.ch)

"In Donostia/San Sebastian haben wir keine Führer, die sagen wo es lang geht. Wir alle, die rund 180'000 Einwohnerinnen und Einwohner, die Institutionen, Parteien, Organisationen und Unternehmen, wir teilen Macht und Einfluss."

Eneko Goia, Bürgermeister von Donostia/San Sebastian, eröffnet im Palacio Miramar das 6. Global Forum für Moderne Direkte Demokratie 2016.

6. Demokratie-Weltgipfel 2016 San Sebastian

Der Livestream ist beendet


Freitag, 18. 11. 2016, Thema "Bürgerbewegungen und Medien in der modernen direkten Demokratie"

9.00-10.00 Plenum: Zusammenfassung des ersten Tages. Leitung: Bruno Kaufmann.

10:00-11:15: 4. Panel "Aufbau moderner partizipatorischer Demokratie von unten"

Riccardo Fraccaro (Trento/Italien), Paul Jacob (Woodbridge/USA), Pablo Soto (Madrid/Spanien), Salvör Nordal (Reykjavik/Island). Leitung: Joe Mathews.

11.15-11.45 Pause

11.45-13:00: 5. Panel "Soziale Bewegungen und ihre Koexistenz mit dem demokratischen System"

Fernando Pindado (Barcelona/Katalonien), Jose Ignacio Urquizu (Madrid/Spanien, Alicia Lissidini (Bueno Aires/Argentinien), Mehdi Mimoun (Tunis/Tunesien). Leitung: Iñaki Otamendi.

13:00-14:00: 6. Panel: "Der digitale Weg zur modernen direkten Demokratie"

Pablo Soto (Madrid/Spanien), Geza Tesseny (London/Grossbritannien), Stefan Klauser (Zürich/Schweiz), Sophie Hatzfeldt (Köln/Deutschland).

(anschliessend Workshops, keine Live-Übertragung)

Bisher:

Donnerstag, 17.11. 2016, Thema "Moderne direkte Demokratie und die Rolle der Lokalbehörden"

9.00-10.00 Eröffnungsplenum

Eneko Goia, Bürgermeister von Donostia/San Sebastian. Mitglieder von Stadtregierungen Maria Vassilakou (Wien/Österreich), Park Won-Soon (Seoul), Ada Colau (Barcelona), Alvise Maniero (Mira) Grayce Liu (Los Angeles);

10.00-11.30: 1. Panel "Moderne direkte Demokratie: Wieso? Was? Wie?" 

David Altman (Santiago de Chile/Chile), Cindy Hanson (Regina/Kanada), Michael B. Salerno (San Francisco/USA), Adrian Schmid (Luzern/Schweiz), Juan Jose Alvarez (Baskenland). Leitung: Bruno Kaufmann.

11.30-12.00 Pause

12.00-13.15: 2. Panel "Demokratiestädte: Die Geschichte der lokalen Bürgerbeteiligung"

Maria Vassilakou (Wien), Grayce Liu (Los Angeles), Rabea Willers (Strassburg/Frankreich), Amaia Agirreolea (Donostia/San Sebastian). Leitung: Juan Carlos Alonso.

13.15-14.30: 3. Panel "Direkte Demokratie als Menschenrecht" 

Fabian Reidinger (Stuttgart/Deutschland), Jung-Ok Lee (Seoul/Südkorea), Fernando Pindado (Barcelona/Katalonien), Koldo Santiago (Donostia/San Sebastian), Fort-Fu Liao (Taipei/Taiwan). Leitung: Dunike Agirrezabalaga Ugarte.

Joe Mathews, Co-Organisator #globfor16

"Ich bin hier, um von den Erfahrungen der anderen zu lernen"

Joe Matthews, Chefredaktor von Zocalo, einer US-Plattform für Bürgerjournalismus, im Gespräch mit Abdelhafidh Abdeleli.  (swissinfo.ch)

Joe Matthews, Chefredaktor von Zocalo, einer US-Plattform für Bürgerjournalismus, im Gespräch mit Abdelhafidh Abdeleli. 

(swissinfo.ch)

"In der Demokratie reicht es nicht, über die Instrumente der Volksrechte zu verfügen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen auch vertiefte Kenntnisse haben über die Abstimmung oder die Wahl." Das sagte Joe Mathews, Mitorganisator des 6. Demokratie-Weltforums 2016 in San Sebastian, im Vorab-Interview von #DearDemocracy-Journalist Abdelhafidh Abdeleli.

Mathews ist gespannt auf die Erfahrungen der anderen Forums-Teilnehmenden in Sachen Lokaldemokratie. Mit guten Praktiken möchte er die Demokratie im US-Bundesstaat Kalifornien weiterentwickeln, wo er lebt. 

#globfor16

Vorbereiten, einrichten, testen

Einst Königsresidenz, ab morgen Donnerstag Location für unsere Video-Interviews. (swissinfo.ch)

Einst Königsresidenz, ab morgen Donnerstag Location für unsere Video-Interviews.

(swissinfo.ch)

Wieder ein Punkt zum Abhaken: Im Palacio Miramar, wo morgen Donnerstag das 6. Demokratie-Weltforum offiziell beginnt, hat Veronica De Vore soeben die Ecke für unsere Video-Interviews eingerichtet. Schwer vorstellbar, dass in diesem nüchternen Raum einst die Könige und Königinnen Spaniens ihre Sommerferien verbracht hatten.

6. Weltforum für Demokratie 2016

"Verteidigungs-Gipfel" zur bedrohten Demokratie-Welt

San Sebastian ist vom 16. bis 19. November 2016 das Mekka in Sachen Demokratie. Denn Donostia, wie die spanische Stadt am Golf von Biskaya auf baskisch heisst, ist Austragungsort des 6. Weltforums für Moderne Direkte Demokratie 2016.

Wie die Demokratien weltweit gegen mehr oder weniger demokratisch gewählte autoritäre Führer verteidigen, die Populismus und Nationalismus säen? 200 Fachleute aus über 30 Ländern, von der gestandenen Politikerin über Wissenschaftler bis zum jungen Aktivisten, beraten in Spanien über mögliche und vor allem dringend notwendige Auswege aus der Demokratiekrise.

Dies sind die drei Hauptthemen der Tagung:

1) Die Städte als "Motoren" lokaldemokratischer Entwicklung. 

2) Die Funktion der Medien in der direkten Demokratie. 

3) Die Zukunft der direkten Demokratie nach dem Brexit-Plebiszit.

Das Global Forum ist explizit auf die Demokratie-Praxis ausgerichtet; Panels und Workshops machen den Hauptteil des Programms aus. 

swissinfo.ch mit der zehnsprachigen Demokratieplattform #DearDemocracy ist Medienpartner der Veranstaltung. Ein Team von Journalistinnen und Journalisten wird in Blogs sowie auf Facebook und Twitter Teilnehmende vorstellen und über spannende Debatten berichten.

6. Weltforum für Demokratie - Vorschau (1)

Demokratie im Jammertal - Städte als Ausweg?

Ende des Liberalismus, Demokratien am Ende: soweit ist es angesichts von Trump, Brexit, Populismus und Nationalismus zum Glück nicht. Demokratien haben aber eine grosse Schwäche, von der kaum die Rede ist: Es gibt kaum internationale Netzwerke zu deren Verteidigung und Stärkung. Ein solches ist das Weltforum für Demokratie, das vom 16. bis 19. November 2016 in San Sebastian tagt. Und es setzt auf Städte als Motoren zur Demokratisierung der Demokratien. 


6. Weltforum für Demokratie - Vorschau (3)

San Sebastian will über Stierfkampf-Gelder abstimmen, darf aber nicht

In der Schweiz ist Demokratie, also die Mitbestimmung der Bürger auf lokaler Stufe, sprich Gemeinden und Kantonen, eine Selbstverständlichkeit - Föderalismus sei Dank. In Spanien sieht das ganz anders aus. Besonders, wenn es ums Thema Stierkampf geht. Dann kann aus einer Volksinitiative schon mal ein veritables juristisches Hickhack werden. Das Beispiel aus San Sebastian, dem Austragungsort des diesjährigen Weltforums.


Das war das Demokratie-Weltforum 2015 (1)

Tunesien - Demokratie-Erfahrungen wie ein Schwamm aufgesogen

Im Mai 2015 ereignet sich in Tunis Historisches : zum ersten Mal debattierten in einem arabischen Land einheimische wie internationale Expertinnen und Spezialisten über Demokratie. Hier die kritische Bilanz des Treffens.


Das war das Demokratie-Weltforum 2015 (2)

Weisheit, vor der sich die ganze Welt verneigen kann

In Tunesien zählt er zu den Weisesten der Weisen: Yadh Ben Achour. Der Jurist und Philosoph spielte eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung der politischen Reformen, die letztendlich in die moderne, demokratische Verfassung Tunesiens mündeten. Am Weltgipfel war er mit Andreas Gross Eröffnungsredner. #DearDemocracy hatte den scharfen und klaren Denker im Vorfeld in Genf getroffen.


Das war das Demokratie-Weltforum 2015 (3)

Schweizer Demokratie-Wissen als "Starthilfe" für Tunesien

Der Schweizer Politikwissenschaftler Andreas Gross gehört zu den grössten Kennern sowohl der Praxis als auch der Theorie der Demokratie. Im Mai 2015 eröffnete Gross das Demokratie-Weltforum in Tunis mit einer begeisternden Rede über die Probleme und Chancen des langen Demokratie-Prozesses Tunesiens. #DearDemocracy hatte Gross im Vorfeld dazu befragt.


Das war das Demokratie-Weltforum 2015 (4)

Der Blogger, der Tunesiens Machtclique das Fürchten lehrte

Tunesien ist das einzige arabische Land, in dem der so genannte Arabische Frühling in die Demokratie mündete. An vorderster Front beim Sturz von Diktator Ben Ali und dessen Zensur dabei: @slim404. Der einflussreiche Blogger im Porträt.