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Live blog

Historischer Tag am Gotthard

Am 1. Juni 2016 wurde der Gotthard-Basistunnel mit grossen Feiern eingeweiht. Mit seinen 57 Kilometern ist er der längste Eisenbahntunnel der Welt. Lassen Sie diesen historischen Tag auf dem Live-Blog von swissinfo.ch an den zwei Portalen des neuen Tunnels Revue passieren.

16:30

Warten auf Dezember

 (AFP)
(AFP)

Das Jahrhundert-Event ist vorüber. Das nächste grosse Ereignis für Gotthard- und Eisenbahn-Fans wird am 4. und 5. Juni über die Bühne gehen. An den beiden Portalen des Gotthard-Basistunnels wird ein grosses Volksfest veranstaltet, zu dem mehrere zehntausend Personen erwartet werden.

Eine Möglichkeit, die Geschichte und Funktionsweise des Tunnels zu entdecken, die Wartungszentren und Rettungsstollen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) zu besuchen, Pavillons zur Mobilität zu erleben oder bei zahlreichen anderen Aktivitäten mitzumachen.

Um durch den längsten Eisenbahntunnel der Welt zu fahren, braucht es allerdings noch etwas Geduld: Die SBB haben einen Sonderzug für die Öffentlichkeit vorbereitet, den so genannten "Gottardino", der von August bis November täglich ausser montags zwischen Flüelen (Kanton Uri) und Biasca (Kanton Tessin) durch den Gotthard-Basistunnel fahren wird.

Doch erst Ende Jahr, um genau zu sein am 11. Dezember 2016, wenn der neue Eisenbahn-Fahrplan in Kraft tritt, wird der Basistunnel für den regulären Verkehr in Betrieb genommen. Dank der neuen Verbindung wird sich dann die Reisezeit zwischen Nord und Süd um eine halbe Stunde verringern.

16:24

Zum Schluss die Landeshymne

 (Keystone)
(Keystone)

Die Zeremonie zur Eröffnung des neuen Gotthard-Basistunnels ist beendet. Nach zahlreichen Grussbotschaften der europäischen Staats- und Regierungschefs schnitt Bundespräsident Schneider-Ammann vor dem Südportal in Pollegio das rote Band durch. Nun gehört der Tunnel offiziell den SBB, den Schweizerischen Bundesbahnen.

Zum Abschluss der offiziellen Feierlichkeiten ertönte der Schweizerpsalm. "Jetzt chunnt no d' Landeshymne. Jetzt sött me no d'Wort wüsse!", murmelte Bundespräsident Johann Schneider-Ammann auf der Bühne zu Vertretern der Prominenz, wohl im Unwissen, dass sein Mikrofon noch eingeschaltet war. Danach sang der Bundespräsident die Hymne jedoch souverän und offenbar auch mit Kenntnissen des Texts.

15:59

"Der europäische Traum ist heute in der Schweiz Realität geworden"

 (Reuters)
(Reuters)

Olivier Pauchard, vom Südportal des Gotthard-Basistunnels

Im offiziellen Teil begrüsste François Hollande die Eröffnung des neuen Eisenbahntunnels am Gotthard. Die Schweiz könne stolz sein darauf, was sie verwirklicht habe, sagte der Präsident der französischen Republik. "Frankreich bewundert grosse technologische Werke und verneigt sich deshalb heute vor der Schweiz."

Dazu komme, dass hier die Züge mit 200 km/h fahren könnten. "Auch das wäre zur Zeit in Frankreich eine Leistung", sagte Hollande in humoristischer Anspielung an die Streiks im öffentlichen Verkehr in Frankreich.

Grosse Werke hätten immer auch eine symbolische Bedeutung. "Denn sie stehen für Öffnung, Freiheit, die Verbindung von Räumen, die vorher getrennt waren", so Hollande.

15:00

"Traumhaftes" Marketing

Olivier Pauchard, vom Südportal des Gotthard-Basistunnels

Die Einweihung des Gotthard-Basistunnels sei eine unglaubliche Chance für das Image der Schweiz. Dies sagt Nicolas Bideau, Direktor von Präsenz Schweiz, jener Agentur, die sich um das Erscheinungsbild der Schweiz im Ausland kümmert.

"Dieser Tag ist wirklich ein Traum fürs Marketing. Alle Welt spricht positiv von der Schweiz. Das geht an die Nieren, und ich habe ein klein wenig das Gefühl, Geschichte zu erleben. Diese grandiosen Infrastruktur-Arbeiten sind wichtig für die Schweiz und ihre Ausstrahlung in Richtung Ausland", betont Bideau.

14:42

Merkel und Renzi: "Tunnel mit grosser Symbolkraft"

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der italienische Premierminister Matteo Renzi haben die Schweiz für den neuen Gotthard-Basistunnel beglückwünscht. Es sei ein Bauwerk mit grosser Symbolkraft. "Der Gotthard ist wie das Herz, nun fehlt noch die Aorta", sagte Merkel im Sonderzug mit Blick auf die deutsche Anbindung.

"Es ist ein wunderbares Gefühl, über sich mehr als 2000 Meter Gestein zu haben", sagte Deutschlands Regierungschefin Merkel gegenüber swissinfo.ch gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF. Dennoch fühle sie sich sicher, auch weil sie an die Präzision der Schweizer Bauarchitektur glaube.

"Ich beglückwünsche die Schweiz für dieses Bauwerk." Es sei pünktlich fertig geworden. "Danach müssen wir in Deutschland noch etwas streben." Der Tunnel werde die Kulturen enger zusammenbringen.

Angesprochen auf die nördlichen Zubringerstrecken räumte Merkel ein, dass Deutschland verspätet sei. Sie versprach, dass die Rheinschiene so schnell wie möglich fertig werde.

 (Keystone)
(Keystone)

Auch für Renzi hat der Tunnel "einen hohen Symbolwert, für den wir von Italien her der Schweiz sehr dankbar sind; in einer Zeit, in der Mauern errichtet werden, hat die Schweiz heute einen verbindenden Tunnel gebaut, der die Möglichkeit für Begegnungen schafft", wie er auf der Fahrt gegenüber swissinfo.ch und SRF sagte.

14:23

Was bisher geschah...

Eine kurze Zusammenfassung der Feierlichkeiten von Schweizer Fernsehen SRF:

13:53

Renzi, Merkel und Hollande am Nordportal

Christian Raaflaub, vom Nordportal des Gotthard-Basistunnels

 (AFP)
(AFP)

Unter den Gästen sind nun auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der italienische Premierminister Matteo Renzi und der französische Staatspräsident Francois Hollande in Rynächt beim Nordportal eingetroffen – unter gewaltigem Medieninteresse.

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)

Nach der Begrüssung durch Bundespräsident Johann Schneider-Ammann begeben sie sich gemeinsam in einen Sonderzug, der sie durch den neuen Gotthard-Basistunnel in den Süden nach Pollegio bringt. Wer weiss, wie der französische Präsident diesen historischen Moment erlebt, wohl wissend, dass in seinem Land die Bahnangestellten streiken…

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)

Auf der Fahrt durch den Tunnel drückt Hollande gegenüber dem Schweizer Fernsehen seine Bewunderung für das Bauwerk aus:

14:04

Die ersten zwei Extra-Züge am Gotthard...

Daniele Mariani, vom Südportal des Gotthard-Basistunnels

 (Reuters)
(Reuters)

Die beiden ersten Festzüge sind kurz vor 13 Uhr gleichzeitig in Pollegio und Rynächt eingetroffen - unter grossem Applaus von Gästen. An Bord der Züge befinden sich rund 1000 ausgewählte Passagiere und zwei Schulklassen.

13:18

Das Schweizer Parlament ist (fast) komplett in Pollegio

Daniele Mariani, vom Südportal des Gotthard-Basistunnels

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)

Rund 190 Parlamentsmitglieder von den insgesamt 246 sind in den Süden gereist, um an der Einweihungs-Zeremonie des Gotthard-Basistunnels teilzunehmen. Am Südportal sind auch drei Bundesräte präsent, darunter Justiz- und Polizeiministerin Simonetta Sommaruga.

13:09

Tanz im Norden

Christian Raaflaub, vom Nordportal des Gotthard-Basistunnels

 (Reuters)
(Reuters)

Nach der Ansprache von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zeigt der Verein Portal Kunst 57 unter der Leitung des bekannten Regisseurs Volker Hesse das speziell für die historische Feier geschriebene Stück "Sacre del Gottardo". Hesse ist bekannt durch seine Arbeit an den Tellspielen und beim Welttheater Einsiedeln.


12:31

Bundespräsident: mächtiger Schritt für die Schweiz

Christian Raaflaub, vom Nordportal des Gotthard-Basistunnels

"Heute ist ein historischer Tag für unser Land. Der Gotthard-Basistunnel ist ein Jahrhundertwerk, an dem mehrere Generationen mitgewirkt haben. Das erfüllt uns alle mit Stolz, aber auch mit Demut. Denn dass ein solches Bauwerk gelingt, ist nicht selbstverständlich", sagt Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zur offiziellen Eröffnung des Gotthard-Basistunnels in Erstfeld.

"Der Gotthard-Basistunnel stellt eine schnellere Verbindung über die Alpen her und bringt Norden und Süden näher zusammen. Das ist ein mächtiger Schritt für die Schweiz und auch für die Menschen in den Nachbarländern. Wir bringen Völker und Volkswirtschaften zusammen und knüpfen mit dem Jahrhundertwerk an die Errungenschaften früherer Generationen an. Das 21. Jahrhundert, es kann auch ein europäisches sein."

Nach seinem Befehl "Züge ab!" starteten die beiden ersten offiziellen Züge mit Personen aus der Bevölkerung in beide Richtungen zur Fahrt durch den Tunnel.

 (AFP)
(AFP)

11:49

Adolf Ogi: eine neue Verkehrspolitik

Christian Raaflaub, vom Nordportal des Gotthard-Basistunnels

Vor der Festhalle treffen wir auf Adolf Ogi, ehemaliger Verkehrsminister der Schweiz. "Das Bauwerk ist ein solidarischer Akt der Schweizer Bevölkerung zum Schutz der Alpen. Es ist ein Quantensprung in Sachen Eisenbahn zu einer neuen, umweltfreundlichen Verkehrspolitik. Und es ist ein grosser Tag für all jene, die gearbeitet haben", sagt er gegenüber swissinfo.ch.

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)

"Für Europa ist es das Einleiten einer neuen Verkehrspolitik. Die Schweiz erfüllt die internationalen Abmachungen absolut, die 1992 im Rahmen des Transitvertrags von mir unterschrieben wurden. Deutschland und Italien müssen noch bauen. Aber auch wir sind nicht fertig. Das ist der erste grosse Grundstein. Und jetzt müssen weitere Modernisierungsschritte auch in der Schweiz kommen."

11:23

Deutschland will vorwärtsmachen

Christian Raaflaub, vom Nordportal des Gotthard-Basistunnels

"Gerade die Länder um die Alpen wachsen schneller zusammen. Der Gotthardtunnel ist ein Meilenstein. Wir geben aber zu, dass wir noch eine Weile für die Anschlussstrecken brauchen", sagt der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrint im Schweizer Fernsehen SRF.

"Wir nutzen alle Gelegenheiten, um die Zeit zu verkürzen", um die Zulaufstrecken fertigzustellen, betont er. Vorgesehen ist, dass die Strecken im Rheintal bis 2030 in Betrieb genommen werden können. Die Arbeiten werden gegenwärtig durch abertausende Einsprachen verzögert.

11:20

Bundespräsident: Jobs für Europa

Christian Raaflaub, vom Nordportal des Gotthard-Basistunnels

Bundespräsident Johann Schneider-Ammann erklärt an einer Pressekonferenz kurz vor der offiziellen Eröffnung des Gotthard-Basistunnels auf dem Festplatz Rynächt, er sei erfreut, dass vier Staats- und Regierungschefs anwesend seinen. "So wird es einfacher, ihnen eine klare Botschaft zu vermitteln", betont er.

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)

Der Tunnel werde dank der schnelleren Handelsverbindung von den Häfen Rotterdam und Genua in den Nachbarländern sicher "den einen oder anderen Job kreieren". Denn die Arbeitslosigkeit sei eines der grossen Probleme in Europa. "Ich erwarte, dass dieser Tunnel einen Impuls auslöst. Nicht sofort, aber in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Dann hat er seinen Zweck bereits erfüllt", so der Bundespräsident.

11:06

Die grosse Show kann beginnen

Olivier Pauchard, vom Südportal des Gotthard-Basistunnels

Neben dem Grossaufmarsch an Sicherheitskräften sind auch Hunderte von Journalisten am Gotthard anwesend. 

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)

Zweifellos ist dieser Tag von den Medien bestens abgedeckt. Bereits morgens um 8 Uhr berichtete das Tessiner Radio direkt aus Bellinzona. Und Journalisten aus aller Welt, etwa aus China, Japan und Russland, sind anwesend. Einige berichten bereits live vor Ort, auch wenn im Moment noch wenig los ist. 

10:57

Segen für Reisende und Arbeiter

Der Gotthard-Basistunnel ist am Mittwochmorgen feierlich gesegnet worden. Geistliche dreier Religionen führten vor der offiziellen Eröffnung gemeinsam eine Segnungszeremonie im Berg durch. Pater Martin Werlen besprengte den sogenannten Mustertunnel mit Weihwasser.

 (Reuters)
(Reuters)

Zwei Kilometer tief im Berg drin, umgeben von den grauen Betonwänden des Zuganggsstollens Amsteg, segneten die Geistlichen den wenige Meter entfernten Basistunnel. Im Licht von einigen wenigen Scheinwerfern beteten ein Pater, eine Pfarrerin, ein Imam und ein Rabbiner um den Segen für alle Reisenden und Arbeiter im Tunnel. Auch ein Atheist nahm an der Zeremonie teil. 
Diese fand aus Sicherheitsgründen nicht im Tunnel selbst, sondern in einem sogenannten Mustertunnel statt - einer grauen, rund zehn Meter langen Röhre mit Geleisen in der Mitte. Die schlichte Zeremonie kam ohne Musik und Publikum aus. Szenen von der Segnung sollen aber später an der Eröffnungsfeier gezeigt werden.

10:29

Wenig Lächeln, viele Gewehre

Christian Raaflaub, vom Nordportal des Gotthard-Basistunnels

Laptop, Schlüssel, Handy müssen durchleuchtet werden, dann folgt die Tasche. Die Sicherheit wird nicht nur im neuen Gotthard-Basistunnel gross geschrieben. Für den Eröffnungs-Anlass am Nordportal bei Rynächt ist ein Grossaufgebot von Polizei und Armee zum Schutz der illustren Gäste aus dem In- und Ausland (der gesamte Bundesrat und diverse Staatschefs) im Einsatz. Anwesend sind auch ein halbes Dutzend Staats- und Regierungschefs. Die Sicherheitsvorkehrungen kosten Millionen.

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)

Wer auf den Festplatz will, muss einen Sicherheitscheck wie am Flughafen durchlaufen. Das Sicherheitspersonal ist ähnlich ernst wie auf einem Flughafen. Einzige Ausnahme: Getränke dürfen mitgebracht werden. Einmal auf dem Gelände, ist die Stimmung von Polizisten und Sicherheitsleuten allerdings etwas gelöster.

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)

Derweil suchen Hundeführer mit ihren auf Sprengstoff abgerichteten Hunden das gesamte Gelände nach verdächtigen Gegenständen ab. Bereits am Montag hatten elf Hunde den gesamten Tunnel und alle Querverbindungen abgesucht.

09:00

An Bord des ersten Zuges

Zu den bedeutungsvollsten Momenten der Eröffnungszeremonie wird die Fahrt der ersten offiziellen Personenzüge durch den neuen Gotthard-Basistunnel gehören. Einer wird vom Norden aus, der andere vom Süden aus starten. An Bord werden insgesamt 1000 Personen aus der Schweizer Bevölkerung sitzen, die per Los bestimmt worden sind. Beim Wettbewerb für die Gratistickets haben mehr als 140'000 Personen mitgemacht.


08:00

Über 1000 geladene Gäste

Die Einweihungs-Zeremonie spielt sich an den beiden Portalen des Tunnels ab: in Rynächt/Erstfeld im Norden und Pollegio/Biasca im Süden. An diesem Grossereignis, das die Eidgenossenschaft acht Millionen Franken kostet, nehmen Persönlichkeiten aus der Schweiz und dem Ausland teil.

Neben den sieben Bundesräten (die gesamte Schweizer Regierung), darunter Bundespräsident Johann Schneider-Ammann, und fast allen Schweizer Parlamentsmitgliedern, werden Staatschefs und Regierungsvertreter aus den Nachbarländern erwartet. Dabei sind unter anderen der italienische Premierminister Matteo Renzi, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande.

Nicht anwesend sein werden jedoch EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz.

Insgesamt dürften 1100 Gäste und rund 300 Journalisten teilnehmen.

 (swissinfo.ch)
(swissinfo.ch)