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Mars


Ein kleines Stück Schweiz im Weltraum




Die Forscher hoffen, dass die Bilder von der Reise zum Mars mehr über die Oberfläche des Roten Planeten offenbaren werden, etwa auch über das Vorhandensein von flüssigem Wasser. (unibe)

Die Forscher hoffen, dass die Bilder von der Reise zum Mars mehr über die Oberfläche des Roten Planeten offenbaren werden, etwa auch über das Vorhandensein von flüssigem Wasser.

(unibe)

Am Montag ist vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan eine Raumsonde Richtung Mars gestartet. Mit an Bord ist auch CaSSIS (Colour and Stereo Surface Imaging System) – eine in der Schweiz entwickelte Kamera, die in hoher Detailschärfe 3D-Farbfotos der Oberfläche des Roten Planeten aufnehmen soll.

Was ist CaSSIS?

CaSSIS ist in erster Linie eine Kamera. Es ist auch ein leistungsfähiges Teleskop, das den Forschern ermöglicht, hochauflösende Farbaufnahmen von der Oberfläche und der Topografie des Mars' in 3D zu machen.

CaSSIS wurde an der Raumsonde Exo Mars Trace Gas Orbiter (TGO) festgemacht und um 10.31 mit einer PROTON-Trägerrakete von Baikonur, dem russischen Kosmodrom in Kasachstan, ins Weltall geschossen.

Wer entwickelte CaSSIS?

CaSSIS wurde in nur gerade 23 Monaten von einem Team aus Wissenschaftlern und Ingenieuren aus aller Welt entwickelt, unter Leitung von Nicolas Thomas vom Physikalischen Institut der Universität Bern (Space Research and Planetary Sciences Division). Zu den Partnern gehören die italienische Weltraumagentur, das Astronomische Observatorium von Padua sowie die polnische Weltraumagentur und das Weltraumforschungszentrum in Warschau.

Der Schweizer Anteil beinhaltet Ingenieur-Expertisen der Eidgenössisch Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne sowie Bauelemente aus der Schweizer Industrie.

Wieviel kostete der Bau von CaSSIS?

Rund 18 Millionen Euro (19,7 CHF).

Wie funktioniert CaSSIS?

CaSSIS macht eine Aufnahme der Mars-Oberfläche, dreht dann die Kamera um 180 Grad, um ein zweites Bild zu schiessen. Dieses duale Bild-System ermöglicht Aufnahmen von Stereo- oder 3D-Bildern, ähnlich jenen des menschlichen Auges. Die Fotos werden aus einer Distanz von 400 km aufgenommen in einer extrem hohen Auflösung von 5 Metern pro Pixel. Die Kamera kann so auf der Marsoberfläche Details auf fünf Meter genau auflösen.

Wieso wurde CaSSIS entwickelt?

CaSSIS wird nicht nur Aufschluss über die Topografie des Roten Planeten liefern, sondern die Aufnahmen werden auch zusätzliche Daten über die Atmosphäre des Mars' liefern, die von der TGO und anderen Raumsonden gesammelt werden. Die CaSSIS-Bilder werden auch dem ESA-Mars-Rover helfen, der 2018 landen soll, um dort die Oberfläche des Planeten zu vermessen.

Wie lange dauert die Reise zum Mars?

Nach dem Start vom 14. März dürfte die Reise rund sieben Monate dauern. Die Ankunft der Sonde TGO in der Umlaufbahn des Mars wird also für Oktober 2016 erwartet. Am 7. April wird das CaSSIS-Team die Kamera erstmals einschalten, um zu prüfen, ob alle Systeme einwandfrei funktionieren.


(Übertragung aus dem Englischen: Gaby Ochsenbein), swissinfo.ch



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