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Mistel Wiederentdeckung einer uralten Heilpflanze

Die Mistel wird mit weihnachtlichen Traditionen und sogar mit den alten Druiden in Verbindung gebracht, aber die Viscum album – wie sie korrekt heisst – hat einen viel praktischeren Nutzen: als Behandlung für Krebspatienten.

Tatsächlich war die heilende Kraft der Pflanze den Ärzten bereits zur Zeit des Hippokrates im antiken Griechenland bekannt. Doch erst 1917 setzte die Mitbegründerin der Anthroposophischen Medizin, Ita Wegmanexterner Link, sie erstmals in Zürich zur Behandlung von Krebserkrankungen ein, nachdem ihr Kollege Rudolf Steinerexterner Link ihr krebsspezifisches Heilungspotenzial erkannt hatte.

Seitdem ist die Mistel ein bewährter und zunehmend anerkannter Bestandteil der komplementären Krebsbehandlung, vor allem in Europa (obwohl sie in Grossbritannien und den USA noch nicht als Teil der Palliativmedizin zugelassen ist). Hier sind einige der Eigenschaften, welche die Pflanze so besonders machen:

Die Pflanze braucht einen Baum

Die Mistel ist eine blühende Pflanze, aber sie bildet keine Wurzeln und ist vollständig von der Nahrung des Wirtsbaumes abhängig. Ihre Blätter sind dauerhaft grün, aber nicht für die Photosynthese optimiert. Das Material und die Qualität der Mistel wird also vom Mutterbaum geprägt, ohne den sie nicht existieren könnte.

Vorsicht vor dem Gift!

Mistelbüsche wachsen sehr langsam. Anstatt Wurzeln und viele Blätter zu bilden, produzieren sie faszinierende pharmakologische und toxische Substanzen: Mistellektine sind im Winter und in den älteren Stämmen am stärksten konzentriert, während Viscotoxine (kleine Proteine, die für verschiedene Zelltypen giftig sind) im Sommer in den jungen Blättern konzentriert sind.

Zwei Ernten pro Jahr

Die Mistel wird sowohl im Juni als auch im Dezember getrennt von den Wirtsbäumen geerntet. Am häufigsten wird sie aus Kiefern, Tannen, Apfelbäumen, Eichen oder Ulmen geerntet, die zunehmend für Misteln angebaut werden.

Sorgfältig ausgewählt, mechanisch zerkleinert und anschliessend mit Wasser vermischt, wird die Mistel einer Milchsäuregärung unterzogen, die eine schonende Extraktion der Inhaltsstoffe ermöglicht. Extrakte aus Sommer- und Wintermisteln werden schliesslich in einem technisch ausgereiften Apparat kombiniert, um den pharmazeutisch wirksamen Stoff zu erzeugen.

Quelle: Hartmut Ramm, Botanical Research Manager, Iscador AG.

Alle Bilder in der Galerie wurden vom Fotografen Jürg Buess auf den Mistelplantagen Westschweiz und Frankreich aufgenommen.

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