Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Heute schauen wir uns die Wahlen in der Schweiz genauer an und fragen nach, warum Sie nicht mehr über den elektronischen Kanal dabei mitmachen können.

Zudem geht es um viel Geld, nämlich um 2,8 Milliarden Franken, und nochmals um gefährliche Türen bei den SBB.

Liebe Grüsse aus Bern

Christian Raaflaub

Fokus: Wissenschaft, die 5. Schweiz

Nationalratssaal
(Reuters / Denis Balibouse)

Kandidaten- und Listenstimmen, Proporz- und Majorz. Alles Fremdwörter? Nicht mehr, wenn Sie unsere Übersicht zu den Schweizer Parlamentswahlen vom kommenden 20. Oktober lesen.

Sonderfall Schweiz – das gilt auch beim Parlament. Denn dieses erhält, anders als in den meisten Ländern, auch direkte Aufträge des Stimmvolks. Hat dieses nämlich eine Volksinitiative angenommen, was eine Verfassungsänderung bedingt, muss das Parlament die Gesetze zur Umsetzung des neuen Verfassungsartikels ausarbeiten.

Nun wird das Parlament, wie alle vier Jahre, im Oktober neu bestellt. Insgesamt sind in der kleinen und grossen Parlamentskammer (Ständerat und Nationalrat) 246 Sitze zu vergeben. Wer die meisten Stimmen erhält, gewinnt? Nein, ganz so einfach ist es nicht. Wir lüften für Sie die Blackbox, wie Siegerinnen und Verlierer gemacht werden.

Remo Gysin
(© Keystone/Anthony Anex)

Bleiben wir noch bei den Wahlen. Bis vor wenigen Monaten konnten registrierte Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in einigen Kantonen per E-Voting wählen und abstimmen. Ende Juni sprach der Bundesrat einen Marschhalt aus. Was bedeutet das faktische Ende der E-Voting-Optionen für die Schweizer Community im Ausland?

Schon wieder eine Abstimmung verpasst! Geht es Ihnen auch oft so, dass Ihr Stimm- und Wahlmaterial zu spät oder so knapp bei Ihnen eintrifft, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, es rechtzeitig zurück in die Schweiz zu schicken?

Die Zauberlösung heisst E-Voting. Zumindest dachte man das. Bis Sicherheitsbedenken immer grösser wurden und Hackertests Lücken im System zeigten.

Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) hatte sich immer für diesen Kanal stark gemacht. Präsident Remo Gysin zeigte sich "herb enttäuscht" vom Entscheid der Regierung, wie er im Interview mit meinem Kollegen Urs Geiser sagt.

Geldscheine, im Hintergrund das Schweizer Bundeshaus
(sda-ats)

Positive Überraschung aus der Verwaltung: Auch dieses Jahr rechnet der Bund mit einem Milliardenüberschuss. Gemäss einer ersten Hochrechnung dürften Ende Jahr 2,8 Milliarden Franken in der Bundeskasse bleiben. Ein massiver Überschuss ist in der Schweiz die Regel, nicht die Ausnahme.

Noch einmal Sonderfall Schweiz: Anders als andere Länder beendet die Schweiz das Jahr meist mit einem Überschuss, oft in Milliardenhöhe. Viele Länder würden sich die Hände reiben. In der Schweiz aber setzt es zum Teil Kritik ab, weil sich die Regierung regelmässig verrechnet.

Fehler bei der Einschätzung der Einnahmen seien unvermeidlich, weil die Entwicklung der Einnahmen ziemlich starken Schwankungen unterliege, hiess es kürzlich von Seiten der Behörden. Mit diesem Überschuss kann die Schweiz ihre Staatsverschuldung weiter senken.

In depth Locarno Film Festival

The most prestigious Swiss film gathering seen from an international perspective.

Mehr als 95% der Züge kommen pünktlich an.

(Keystone Archive)

Reisen Sie oft in der Schweiz umher? Weiterhin für Schlagzeilen sorgt, dass in letzter Zeit immer wieder Menschen in Zugtüren eingeklemmt wurden, mit dem tragischen Höhepunkt eines tödlichen Unfalls eines Zugbegleiters vergangene Woche. Untersuchungen zeigten nun: Der Defekt ist kein Einzelfall.

Schliessende Zugtüren sollten bei Kontakt sofort nachgeben. Der so genannte Einklemmschutz soll Menschen genau davor schützen. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben nun weitere Schliessmechanismen überprüft. Einige Zugtüren waren defekt.

Die SBB allerdings wollen den betroffenen Zugtyp bis zur definitiven Klärung der Unfallursache nicht aus dem Verkehr nehmen, wie es heute hiess. Dies hatten Personalvertreter gefordert.

Laut Tages-Anzeiger wurden seit 2016 zehn Zugbegleiter in Türen eingeklemmt. Nun soll eine SBB-Taskforce weitere Massnahmen und Überprüfungen vornehmen.

Community Frage
(swissinfo.ch)

Ihr Wissen ist gefragt! Sie kennen bestimmt Antworten auf viele Fragen von anderen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer. Und wenn Sie selber Fragen haben, dann finden Sie mit etwas Glück jemanden, der oder die sie beantworten kann.

Mit dieser App wollen wir Ihnen nicht nur einen Informations-Puls aus der Schweiz liefern, sondern umgekehrt auch Ihren Puls spüren. Dadurch können wir unsere Berichterstattung noch stärker an Ihre Bedürfnisse ausrichten. Deshalb spielen Ihre Fragen und Ihre Antworten in der App «SWI plus» eine zentrale Rolle.

Haben Sie Lust, gleich ein paar Fragen aus unserer Redaktion zu beantworten? 

Los geht’s:

swissinfoBundeshaus
(swissinfo.ch)

Und noch zur Erinnerung: Am 20. Oktober wählen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihr neues Parlament. Ihre Stimme ist schon hart umkämpft. 

Dabei geht es um die 200 Volksvertreterinnen und -vertreter im Nationalrat und die 46 Mitglieder des Ständerats (Genau genommen sind es deren 45: Der Kanton Appenzell Innerrhoden wählte externer Linkseinen Standesvertreter bereits an der Landsgemeinde vom 28. April2019).

Favoriten sind die Grünen, die Sozialdemokraten und die Grünliberalen – sie waren die Gewinner der letzten kantonalen Wahlen. Die Schweizerische Volkspartei dagegen, landesweit die stärkste Partei, musste auf Kantonsebene stark Federn lassen.

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