Ruedi Rymann verstorben - Würdigung für "unsterbliches Werk"
Giswil - Mit Ruedi Rymann ist einer der bekanntesten und einflussreichsten Schweizer Volksmusiker gestorben. Der Präsident des Zentralschweizer Jodlerverbandes (ZSJV), Markus Riedweg, würdigte das "unsterbliche Werk" des Obwaldners.
Der vielfach preisgekrönte Musiker habe schalkhafte Kompositionen ebenso verfasst wie ernsthafte, erklärte Riedweg auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Rymanns Werk habe grossen Stellenwert und dessen Auftritte hätten dem Jodellied breite Anerkennung eingetragen.
Rymann ist am Mittwochabend im Kreise seiner Familie an den Folgen einer schweren Krankheit im 75. Lebensjahr verstorben. Dies teilten die Angehörigen mit. Er war verheiratet und hatte sechs Kinder.
Geboren wurde Rymann 1933 in Sarnen. Beruflich arbeitete er als Knecht, Käser und Bauer und war dann bis zu seiner Pensionierung Wildhüter. Vor rund 50 Jahren gründete Ruedi Rymann unter anderem mit Edi Gasser den Jodlerklub Giswil.
Gasser ist heute noch als Dirigent im Einsatz. "Ruedi war ein offener, ehrlicher und innovativer Mann, der das Leben gerne hatte", sagte Gasser auf Anfrage. Durch seine Stimme habe er viele Menschen in den Bann ziehen können. Und dem Jodlerklub habe er durch seine Bekanntheit einen wertvollen Stempel aufgedrückt.
Dem Appenzeller Volksmusiker Noldi Alder bleibt Rymann als "guter Charakter" in Erinnerung. Als Jodler und Komponist habe er die traditionelle Musik gepflegt und sei "für das eingestanden, was er machte".
Er habe Ruedi Rymann eher aus der Ferne beobachtet, erklärte Alder auf Anfrage. Gelegentlich seien sie sich an Ländlertreffen begegnet. Rymann konnte "sehr lang und sehr hoch in der Bruststimme singen", erinnert sich Alder.
Rymanns populärster Song war zweifellos "Dr Schacher Seppli". Das Deutschschweizer TV-Publikum kürte das Lied Ende 2007 zum "grössten Schweizer Hit". Laut Wikipedia erhielt Ruedi Rymann sogar Post unter dem Namen "Schacher Sepp".
SDA-ATS


