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Öffentliche Schulen für Kinder und Jugendliche





 (Keystone)
(Keystone)

Jedes Kind in der Schweiz muss während neun Jahren zur Schule. Danach können verschiedene Wege eingeschlagen werden, sei es eine Berufslehre, der Besuch einer Fachhochschule oder einer Universität.

Die Verantwortung für die Bildung ist zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden aufgeteilt. Damit wird den unterschiedlichen Kulturen und Sprachen in der Schweiz Rechnung getragen.

Die Hauptzuständigkeit liegt bei den Kantonen, es gibt daher 26 Schulsysteme. Sie unterscheiden sich in gewissen Belangen, folgen aber ähnlichen Grundzügen. Einheitlich geregelt sind der Schuleintritt (Alter), Beginn und Dauer des Schuljahres sowie die Dauer der obligatorischen Schulzeit.

Die obligatorische Schulzeit dauert neun Jahre und ist in allen Kantonen aufgeteilt in Primarstufe und Sekundarstufe I. Der Besuch der Schule ist für ausländische und einheimische Kinder obligatorisch und kostenlos. Die Gemeinden stellen sicher, dass jedes Kind eine öffentliche Schule besuchen kann.

In den meisten Kantonen dauert die Primarstufe sechs Jahre, die Sekundarstufe I drei. In mehr als der Hälfte der Kantone ist auch der Besuch eines Kindergartens (ein- oder mehrjährige Vorschule) obligatorisch. Eine überwiegende Mehrheit der Kinder besucht eine öffentliche Vorschule.

Die Schulbehörden der Gemeinden beantworten Fragen rund um die Schule wie Anmeldungstermine und Zulassung. Eine Liste der Gemeindebehörden finden Sie auf dem offiziellen Schweizer Portal ch.ch.

Die obligatorische Schule steht vor bedeutenden Reformen und Herausforderungen. Weitere Informationen zum Schweizer Bildungswesen finden Sie auf dem Schweizerischen Bildungsserver Educa und bei der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).

Kindergarten

In allen Kantonen ist der obligatorische Besuch eines Kindergartens (Vorschulstufe) für zwei Jahre vor Eintritt in die Primarschule (dieser erfolgt normalerweise im Alter von 6 Jahren) die Norm. Der Besuch eines öffentlichen Kindergartens am Wohnort ist unentgeltlich. Das Mindestalter (4 Jahre) und der Stichtag (31. Juli) werden unter den Kantonen harmonisiert. Diese Harmonisierung soll bis zum Beginn des Schuljahrs 2015/2016 abgeschlossen sein.

Zuständig für Organisation und Finanzierung der Vorschule sind die Kantone mit den Gemeinden. Ein Kind muss für den Kindergartenbesuch bei den Schulbehörden am Wohnort angemeldet werden. Die Schulbehörden beantworten Fragen rund um die Schule. Eine Liste der Gemeindebehörden finden Sie auf dem Schweizer Portal ch.ch.

Für viele Fragen im Bildungsbereich sind zudem die kantonalen Bildungs- oder Erziehungsbehörden eine wichtige Anlaufstelle.

Auf dem Schweizerischen Bildungsserver Educa finden Sie eine Liste der kantonalen Erziehungsbehörden und auf dem offiziellen Portal ch.ch weitere Informationen zur Vorschulstufe.

Primarschule

Der Besuch der Schule ist für alle Kinder obligatorisch und kostenlos. Die überwiegende Mehrheit besucht eine öffentliche Schule. Das Eintrittsalter in die Primarschule liegt in den meisten Kantonen beim vollendeten sechsten Altersjahr. Es wird gegenwärtig harmonisiert. In der Mehrheit der Kantone dauert die Primarstufe sechs Jahre, in einigen Kantonen sind es vier oder fünf Jahre.

Die Kantone sind mit den Gemeinden zuständig für Organisation und Finanzierung der Primarschulen. Ein Kind muss für den Primarschulbesuch bei den Schulbehörden am Wohnort angemeldet werden. Die Schulbehörden beantworten Fragen rund um die Schule. Eine Liste der Gemeindebehörden finden Sie auf dem Schweizer Portal ch.ch.

Für viele Fragen im Bildungsbereich sind die kantonalen Bildungs- oder Erziehungsbehörden eine wichtige Anlaufstelle.

Auf dem Schweizerischen Bildungsserver Educa finden Sie eine Liste der kantonalen Erziehungsbehörden und weitere Informationen zur Primarschulstufe.

Sekundarstufe I

Die Sekundarstufe I folgt auf die Primarstufe und dauert in den meisten Kantonen drei Jahre, in einigen Kantonen vier oder fünf Jahre. Die Kantone sind mit den Gemeinden zuständig für Organisation und Finanzierung der Sekundarstufe I. Der Besuch der Sekundarstufe I ist wie die Primarschule obligatorisch und kostenlos.

Die Sekundarstufe I vermittelt eine grundlegende Allgemeinbildung. Die Fächer umfassen unter anderem eine Landes- und zwei Fremdsprachen, Mathematik, Geographie, Geschichte. Sie bereitet die Kinder auf die berufliche Grundausbildung oder den Übertritt an allgemeinbildende Schulen der Sekundarstufe II vor. Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I sind in der Regel zwischen 12 und 15 Jahre alt. Mit der Sekundarstufe I endet die obligatorische Schulzeit.

Der Unterricht auf der Sekundarstufe I erfolgt leistungsdifferenziert, je nach Kanton und Gemeinde nach unterschiedlichen Modellen. Jedes dieser Schulmodelle hat in der Regel angepasste Lehrpläne, Lehrmittel, Lehrpersonen, teilweise auch eigene Fächerangebote.

Weitere Informationen zur Sekundarstufe I wie Lerninhalte oder Anforderungen finden Sie auf dem Schweizerischen Bildungsserver Educa.

Sekundarstufe II – weiterführende Schulen

Maturitätsschule:

Nach der obligatorischen Schulzeit folgt der Übertritt zur Sekundarstufe II, die sich in zwei Gruppen aufteilen lässt: allgemeinbildend oder berufsbildend. Rund 90% der Jugendlichen in der Schweiz erwerben im Alter von 18/19 Jahren einen Abschluss auf Sekundarstufe II.

20-30% besuchen eine Maturitätsschule, ein Gymnasium, in Französisch "lycée" oder "gymnase", in Italienisch "liceo" genannt, oder eine Fachmittelschule (FMS), die andern zwei Drittel absolvieren eine Berufslehre.

Bund und Kantone regeln die nationale Anerkennung der Ausbildungs-Abschlüsse der Sekundarstufe II gemeinsam. Die Aufnahmebedingungen legt jeder Kanton selber fest.

Der Übertritt in die Maturitätsschule kann ohne und mit Aufnahmeprüfung erfolgen, es gibt unterschiedliche Systeme. Geprüft werden vorwiegend die erste Landessprache, Fremdsprachen und Mathematik. Maturitätsschulen bereiten auf den Eintritt in weiterführende Ausbildungsgänge vor, vor allem auf ein Universitäts-Studium. Sie sind nicht berufsqualifizierend.

Um ihren Maturitätsausweis, sozusagen das Abitur, zu erhalten, müssen die Schülerinnen und Schüler eine grössere selbstständige Arbeit (Maturarbeit) erstellen und eine Prüfung absolvieren.

Wer Prüfung und Maturarbeit mit Erfolg hinter sich bringt, erhält den Maturitätsausweis. Dieser ermöglicht den Zugang zu einem Studium an allen Universitäten und den beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen.

Weitere Informationen zu den Maturitätsschulen, unter anderem auch, wie Erwachsene einen Maturitätsabschluss nachholen können, finden Sie auf dem Schweizerischen Bildungsserver Educa.

Fachmittelschule:

Statt einer Maturitätsschule können Jugendliche nach der obligatorischen Schule auch eine Fachmittelschule (FMS) besuchen. Die Ausbildung bis zum Fachmittelschul-Abschluss dauert drei Jahre. Danach haben die Jugendlichen die Möglichkeit, mit einer einjährigen Zusatzausbildung eine Fachmaturität zu erlangen.

Fachmittelschulen vermitteln eine vertiefte Allgemeinbildung. Sie bereiten vor auf bestimmte Berufsausbildungen an höheren Fachschulen und Fachhochschulen in den Bereichen Gesundheit, Soziale Arbeit, Pädagogik, Kommunikation, Gestaltung und Kunst, Musik und Theater sowie Angewandte Psychologie.

Die Aufnahmebedingungen sind kantonal geregelt. Je nach Kanton werden Aufnahmeprüfungen durchgeführt oder es finden Aufnahmegespräche statt; der Eintritt kann auch ohne Prüfung erfolgen. Auch Erwachsene können eine Ausbildung an einer Fachmittelschule absolvieren und eine Fachmittelschul-Maturität erlangen, entweder mit dem Besuch einer Vollzeit- oder einer Teilzeitschule.

Weitere Informationen zu den Fachmittelschulen finden Sie auf dem Schweizerischen Bildungsserver Educa.

Sekundarstufe II - Berufslehre:

Etwa zwei Drittel der Jugendlichen beginnen nach der Sekundarstufe I eine berufliche Grundausbildung. Diese kann in Lehrbetrieben mit ergänzendem Unterricht in einer Berufsfachschule absolviert werden, in so genannten Lehrwerkstätten oder in beruflichen Vollzeitschulen. Zur Auswahl stehen rund 300 Lehrberufe, darunter zahlreiche Handwerksberufe.

Ziel der beruflichen Grundbildung ist es, die notwendigen Fachkenntnisse für die Ausübung eines Berufes zu erhalten. Die berufliche Grundbildung dauert je nach Variante 2, 3 oder 4 Jahre. Sie wird mit einem eidgenössischen Berufsattest (2 Jahre) oder einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abgeschlossen.

Ergänzend zur drei- oder vierjährigen Grundbildung kann eine Berufsmaturitäts-Ausbildung absolviert und ein eidgenössisches Berufsmaturitäts-Zeugnis erlangt werden. Die Ausbildung zur Berufsmaturität ist eine erweiterte und vertiefte Allgemeinbildung. Sie kann während der Grundbildung erfolgen oder zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Weitere Informationen zur beruflichen Grundbildung finden Sie beim

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation und auf dem Schweizer Bildungsserver Educa.

Berufspraktika, Stagiaires, Trainees

Jüngere Menschen, die im Ausland eine Berufslehre absolviert haben, können unter gewissen Umständen in der Schweiz ein Praktikum machen. Die Schweiz hat mit rund 30 Staaten so genannte Stagiaires-Abkommen abgeschlossen.

Ziel ist es, jungen ausländischen Berufsleuten mit einem Praktikum eine Erweiterung ihrer beruflichen und sprachlichen Kenntnisse in der Schweiz zu ermöglichen. Zu den Staaten, mit denen solche Abkommen bestehen, gehören unter anderen Argentinien, Australien, Bulgarien, Kanada, Monaco, Neuseeland, die Philippinnen, Polen, Rumänien, Russland, Slowakei, Südafrika, Tschechien, Ungarn und die USA. Im Fall von Kanada werden auch Studierende zugelassen, die als Bestandteil ihrer Ausbildung einen Arbeitsaufenthalt absolvieren möchten.

Um als Stagiaires zugelassen zu werden, müssen Antragsteller belegen, dass sie eine Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren Dauer abgeschlossen haben. Die Altersgrenze liegt bei 35 Jahren (in einigen Fällen bei 30 Jahren). Die Anstellung muss im erlernten Beruf erfolgen. Die Dauer des Praktikums ist auf maximal 18 Monate begrenzt. Teilzeitarbeit oder die Ausübung einer selbständigen Tätigkeit sind nicht gestattet.

Für Staatsangehörige der neuen EU-Staaten Bulgarien, Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn, für die trotz der Personenfreizügigkeits-Abkommen zwischen der Schweiz und der EU noch gewisse Übergangsrestriktionen gelten, sind die Stagiaires-Abkommen bisher die einfachste Möglichkeit, zu einer Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung in der Schweiz zu kommen.

Staatsangehörige aus den "alten" 15 EU-Staaten und aus Norwegen brauchen hingegen für Praktika keine Arbeitsbewilligung mehr. Dauert der Aufenthalt länger als vier Monate, muss man sich bei den kantonalen Arbeitsämtern registrieren lassen.

Weitere Informationen zu den Stagiaires-Programmen wie auch eine Liste der beteiligten Länder finden Sie auf dem Portal des Staatssekretariats für Migration.

Auch die Schweizer Botschaften in den jeweiligen Heimatländern von Interessierten können mit weiteren Informationen dienen. Eine Liste der Schweizer Vertretungen in der Welt finden Sie auf der Website des Aussenministeriums.

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