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Osterhase verkroch sich unter tiefer Schneedecke

Ostern 2008, ein Kampf gegen den Schnee.

(Keystone)

Donnerstag war Frühlingsbeginn, jetzt hat der Winter wieder zugeschlagen: Die Schneefälle von Montagnacht sorgten auf Schweizer Strassen für grosse Probleme.

Das Land hat die klirrendsten Ostern seit 28 Jahren hinter sich. Den Kälte-Rekord erzielte La Brévine mit Minus 28,4 Grad.

Die Nacht auf Ostermontag war im "Schweizerischen Sibirien", wie La Brévine auch genannt wird, die Kälteste des ganzen Winters.

Zwar sei es aussergewöhnlich, dass die tiefsten Temperaturen erst im März erreicht würden. Die gemessene Temperatur bedeute allerdings bei weiten noch keinen Kälterekord, sagte Meteorologe Ludwig Zgraggen.

Kalt war es aber nicht nur im Neuenburger Jura, sondern auch im Mittelland, wo die Temperaturen in der Nacht auf Ostermontag bis auf minus acht Grad sanken, so in Bern. Es handelte sich gemäss einem Vergleich der Daten bis ins Jahr 1980 zurück, um die kältesten Ostern überhaupt. Dies ist laut Zgraggen aber unter anderem auch auf das äusserst frühe Oster-Datum zurückzuführen.

Grosse Behinderungen auf der Strasse

Nachdem verbreitet schon ab Samstagnachmittag Schnee gefallen war, schneite es in der Nacht auf Dienstag noch einmal ausgiebig, was am Morgen zu zahlreichen Unfällen auf den Strassen führte.

Auf der Autobahn Zürich-Bern kippte ein Sattelschlepper um. Weil die Autobahn für dreieinhalb Stunden gesperrt werden musste, bildete sich im morgendlichen Berufsverkehr ein langer Stau. Auch auf anderen Autobahnabschnitten kam es zu Behinderungen.

Bahn- und Flugverkehr verliefen am Dienstagmorgen dagegen störungsfrei.

Auch Neuschnee rekordverdächtig

Über das verlängerte Osterwochenende fielen in gewissen Regionen bis gegen 70 Zentimeter Schnee, wobei der Hauptharst am Karfreitag gefallen war. In Blatten im Walliser Lötschental gingen innerhalb von zwölf Stunden sogar 80 Zentimeter nieder. Stellenweise ist die Schneedecke vier Meter dick.

Im Glarnerland gab es insgesamt über einen Meter, ebenso im Oberwallis und in den Alpen. Immerhin noch 30 Zentimeter bis einen halben Meter fielen im Nordtessin und Teilen Graubündens. Fast trocken blieb es dagegen in den Bündner Südtälern, im Oberengadin sowie im Mittel- und Südtessin.

Später und gefährlicher Ski-Spass

Was die Autofahrer nervte, freute die Skifahrer, und mit ihnen einige Wintertourismus-Orte. Das Pistenvergnügen der Skifahrer und Snowboarder wurde allerdings teilweise durch Nebel getrübt.

Der Wintereinbruch sorgte in den Alpen für Lawinengefahr auf der zweithöchsten Stufe. Bei Lawinenniedergängen wurden mehrere Personen leicht verletzt.

Am Bernina wurde eine Gruppe Skitourenfahrer aus Frankreich vom starken Wintereinbruch überrascht. Die fünf in Not Geratenen konnten nur in einer aufwändigen, 24-stündigen Rettungsaktion gerettet werden. Zwei von ihnen erlitten Erfrierungen.

Auch West- und Südeuropa betroffen

Der Winter hat nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen Ländern Europas ein heftiges Comeback gefeiert. Dies führte am Dienstagvormittag in Österreich zu einer Massenkarambolage. 40 bis 60 Personen wurden verletzt, 15 bis 20 davon schwer. In den Unfall waren rund 100 Fahrzeuge verwickelt.

Auf süditalienischen Inseln sassen Hunderte Touristen fest; stürmische Winde liessen den Fährverkehr zusammenbrechen. Gleiches passierte in der griechischen Ägäis.

Kalte Ostern in Holland

In den Niederlanden und in Belgien sorgten Schnee und Eis für schwere Verkehrsbehinderungen auf der Strasse. Auf den Autobahnen vor allem im Westen der Niederlande standen am Morgen Staus von insgesamt 836 Kilometer Länge - ungefähr drei Mal so viel wie sonst im Berufsverkehr üblich.

Das Osterfest war in den Niederlanden das Kälteste seit 46 Jahren mit Temperaturen von bis zu minus 7 Grad.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Das von Frühlingsbeginn und Mond abhängige Osterdatum kann zwischen dem 22. März und dem 25. April liegen.

Das Osterfest war letztmals 1913 derart früh wie dieses Jahr.

Ostern am 23. März gibt es das nächste Mal erst wieder im Jahr 2160.

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